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Japaner rettet mit simpler Idee die Firma seines Vaters

Anstatt Produkten, vertreibt die Firma jetzt ihr Know-How

Die Firma von Masaharu Nose aus Higashima (Präfektur) Shiga stellte Präzisionsgeräte her. Das Unternehmen geriet in finanzielle Schwierigkeiten, weil der Markt wegbrach. Anstatt weiter Geräte herzustellen, stellt das Unternehmen jetzt sein Know-how anderen zur Verfügung.

Als erstes begann der Sohn damit, die Beschwerden der Kunden durchzusehen. Dabei bemerkte er, dass die meisten Fehler in den Produkten monierten, weil diese schlecht verarbeitet waren. Schon kleine Fehler beim Löten können ein Gerät unbrauchbar machen.

Nose stieß bei seinen Recherchen darauf, dass andere Hersteller mit denselben Problemen zu kämpfen hatten. Darin erkannte er die Chance für das Unternehmen aus Shiga. Jetzt unterstützt Noses Firma andere Unternehmen darin, besser zu werden.

Der neue Firmenchef erklärte seine Situation. Ihm standen zwei Optionen zur Wahl, entweder er verkaufte seine Produkte oder seine technischen Möglichkeiten. Der neue Präsident der God Handa Co. entschied sich für die Zweite. Der Firmen-Name setzt sich nicht umsonst aus dem englischen Wort für „Gott“ und der japanischen Vokabel für „Löten“ zusammen.

Die Firma God Handa wurde 1975 in Shiga gegründet, um kleine Sensoren als Ersatzteile für Kopierer und andere Großmaschinen herzustellen. Zu ihrer Blütenzeit hatte die Firma mehr als 60 Mitarbeiter. Mit dem Platzen der Wirtschaftsblase in den 90er Jahren brachen die Aufträge ein und brachten auch das Unternehmen an den Rand des Bankrotts.

Obwohl Noses Vater die Palette seiner Produkte erweiterte und auch Klebefolien und anderes Zusatzmaterial anbot, waren die Preise dafür zu niedrig, um die Firma in den schwarzen Zahlen zu halten. Auf Drängen seines Sohnes begann Nose Senior damit, Lötreparaturen für anderen Firmen anzubieten und deren Mitarbeiter in seiner Kunst auszubilden.

Mittlerweile gehören die Labore renommierter Universitäten und führende Unternehmen zu den Kunden von Got Handa. Während sich der Sohn darauf spezialisierte, seine Fertigkeiten weiterzugeben, führt seine Frau als Gesellschafterin die Geschäfte. Heute beschäftigt die Firma noch acht Mitarbeiter.

Qualität aus Shiga sorgt für einen reibungslosen Betrieb

Die Firma legt viel Wert auf eine lockere Stimmung, in der Produkte hergestellt werden, die in die ganze Präfektur geliefert werden. Der Firmenchef legt viel Wert darauf, dass seine Angestellten beim Arbeiten entspannt sind, denn dann sind ihre Hände ruhiger.

Auch heute noch liefert God Handa 60 bis 70 Präzisionsgeräte an Kunden die im Bereich der Raumfahrt oder an großen Universitäten wie Tokyo oder Kyoto. Vor allem auf das Reparieren von Computerplatinen und anderen empfindlichen Kleinteilen konnte man sich erfolgreich spezialisieren.

Erfolgreiche Rückkehr japanischer Weltraum-Kapsel
Quelle: NHK

Fünf- bis sechsmal pro Monat kommen Menschen aus ganz Shiga nach Higashima, um an einer der Trainingsstunden im Löten teilzunehmen. Mittlerweile mietete Got Handa auch schon Schulungsräume in Tokyo oder Osaka, um die Ingenieure von großen Firmen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes weiterbilden zu können. Mehr als 3.000 Schüler erlernte inzwischen die Fähigkeiten von den Meistern aus Shiga.

Masaharu Nose selbst konnte damals keinen Lehrer finden, der ihm seine Fähigkeiten weitergeben konnte, und brachte sich alles selbst bei. Nachdem der Junior-Chef online keine passenden Materialien fand, begann er alte, schlechte gemachte Produkte auseinanderzunehmen und dort auf Fehlersuche zu gehen.

Als er anfing seine Arbeiten auf einer Webseite zu veröffentlichen, kamen Nachrichten aus ganz Japan, von Leuten, die ebenfalls gern löten lernen wollten. Bereits 2005 veröffentlichte God Handa eine DVD, in der Nose den richtigen Umgang mit dem Lötkolben erklärte, daraufhin wurden große Unternehmen auf den Familienbetrieb aufmerksam. Sein erstes Lehrbuch zum Thema verkaufte Nose mehr als 12.000 Mal.

Heute ist Got Handa in der Lage zertifizierte Löt-Meister auszubilden. Bislang erhielten 1.500 Schüler dieses Zertifikat. Jetzt plant das Unternehmen auch auf diesem Gebiet zu expandieren und so mehr Meister in die Firmen zu entlassen, da diese heutzutage größtenteils fehlen.

Quelle: AS

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