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HomeNachrichten aus JapanWirtschaftJapanische Luxus-Erdbeeren werden in New York zur gefragten Delikatesse

Vertikale Pflanzenfabriken wie die "Oishii Farm" werden immer beliebter

Japanische Luxus-Erdbeeren werden in New York zur gefragten Delikatesse

Die japanische Erdbeersorte „The Omakase Berry“ sorgt in New York für Begeisterung. Dabei schlägt eine Packung mit 8 großen Erdbeeren mit stolzen 20 Dollar zu Buche.

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Berühmte Restaurants der Stadt überhäufen die Indoor-Farm dennoch mit Bestellungen. Sie wurde 2017 von Hiroki Koga gegründet und trägt den Namen „Oishii Farm“. Dabei ist der Name Programm, denn die Delikatesse soll besonders lecker sein.

Vertikale Landwirtschaft auf dem Vormarsch

Zudem werden die Früchte seit Juni dieses Jahres in ausgewählten Supermärkten in Manhattan verkauft. Laut Gründer Koga sei die Erdbeersorte Omakase bestens für die Aufzucht in vertikalen Farmen geeignet. Um dies herauszufinden, testete er über 20 Sorten aus Japan und anderen Ländern, bis er seine Auswahl traf.

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In den USA werden Farmen wie die des Japaners immer beliebter unter Erzeugern, da sie eine stabile Versorgung mit hochwertigen Produkten garantieren. Im Moment wird noch überwiegend Blattgemüse auf diese Weise angebaut, da Früchte langsamer wachsen und anspruchsvoller zu handhaben seien.

Auch dadurch ist die Oishii Farm etwas Besonderes. Sie wendet Praktiken aus landwirtschaftlichen Anbaumethoden wie den Gewächshausanbau und den klassischen Gartenbau an, die in Japan weit verbreitet sind.

Oishii Farm Erdbeer Fabrik
Firmengründer Hiroki Koga präsentiert hier eine Packung der beliebten Erdbeeren. Bild: Kyodo
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Das Unternehmen überwacht dabei kontinuierlich Temperatur, Licht und Feuchtigkeit. Aber auch andere Werte sind maßgeblich verantwortlich für das optimale Wachstum von Blumen und Früchten, diese werden ebenso beobachtet.

Japanische Experten vor Ort

Das Team rund um diese besondere Farm besteht zu einem Drittel aus Japanern, die beispielsweise eine landwirtschaftliche Hochschule abgeschlossen haben oder selbst ehemalige Erdbeerbauern sind.

Als eine der größten Herausforderungen der Oishii Farm gilt die Bestäubung der Pflanzenblüten, da diese in einer künstlich angelegten Fabrik für Insekten logischerweise erschwert ist. Innerhalb von vier Jahren wurde jedoch mithilfe von künstlicher Intelligenz ein System entwickelt, dass es dennoch für Bienen möglich macht, die Pflanzen zu bestäuben.

Leckere Erdbeeren sind in den USA eine Marktlücke

Hierbei bewegen sich selbstgesteuerte Roboter durch die Fabrik und fotografieren die Pflanzen, damit die Mitarbeiter deren Gesundheit und Wachstum beurteilen können. Daran angepasst wird die Aktivität der eigenen Bienen gelenkt. So konnte das Team die Erdbeerproduktion stabilisieren.

Oishii Farm Roboter
Auf der Firmenseite wird einer der Roboter präsentiert, während er die langen Reihen von Erdbeeren abfährt. Bild: Oishii Farm

Der Gründer selbst kam mit der Pflanzenindustrie in Kontakt, als er für ein Beratungsunternehmen in Japan arbeitete. Jedoch fing seine Begeisterung für dieses Thema schon während seines Studiums an einer amerikanischen Universität an. Er war davon überzeugt, mit dieser Technologie ein originelles Produkt mit Markencharakter produzieren zu können.

Lange Wartelisten für Lieferungen

Der Unternehmer bemerkte, dass Erdbeeren in den USA selten süß und frisch seien. Dies galt auch für die weit verbreitete feine Küche und andere zahlungskräftige Feinschmecker in New York. Diese konnten selbst für viel Geld keine guten Früchte bekommen. Der Japaner selbst verglich den Verkauf seiner japanischen Erdbeeren mit „dem Verkauf von Wasser in der Wüste“.

Nachdem Koga begonnen hatte, bei berühmten Restaurants anzurufen und seine Erdbeeren anzubieten, dauerte es nur noch kurze Zeit, bis sie zum Stadtgespräch wurden. Auch die sozialen Medien feiern die süßen Früchte als eine Art Statussymbol, weshalb die Nachfrage in die Höhe schnellte und sich die mittlerweile monatelangen Wartelisten zu füllen begannen.

Expansion in andere Städte und neue Pflanzenarten

Das Unternehmen gab bekannt, dass es im vergangenen Jahr eine Kapitalaufstockung in Höhe von 5,5 Milliarden Yen (umgerechnet circa 40 Millionen US-Dollar) vorgenommen hat, damit im vergangenen Oktober eine neue Fabrik in Los Angeles eröffnet werden konnte.

In Planung sind Pflanzenfabriken auch an anderen Standorten, weitere Produkte wie Tomaten oder Melonen ins Sortiment aufzunehmen. Koga ist überzeugt, „dass der Einsatz solcher Fabriken es auf der ganzen Welt ermöglichen wird, die Menschen mit hochwertigen japanischen Erzeugnissen zu versorgen.“

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