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Niveau soll einheitlich werden

Japanische Regierung will höhere Mindestlöhne

Die japanische Regierung plant die Mindestlöhne in ländlichen Gebieten zu erhöhen, um die Bevölkerungskonzentration auf Tokyo zu brechen und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erreichen.

Dafür soll ein nationaler Durchschnitt von 1.000 Yen (ca. 7,50 Euro) pro Stunde erreicht werden, um die Gehaltsunterschiede zwischen den Regionen zu verringern.

Mindestlöhne sollen auf dem Niveau des Lohnanstiegs in Japan steigen

Der Vorstoß, die Mindestlöhne zu erhöhen, wurde von dem ehemaligen Premierminister Shinzo Abe initiiert. Die am Mittwoch vorgestellten jährlichen wirtschafts- und fiskalpolitischen Richtlinien sehen vor, dass das Niveau des Lohnanstiegs den 3 Prozent der letzten vier Jahre folgen soll.

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Der Mindestlohn lag in Japan im Geschäftsjahr 2020 im Durchschnitt bei 902 Yen (ca. 6,77 Euro), niedriger als in vielen anderen Ländern. Tokyo hatte mit 1.013 Yen (ca. 7,60 Euro) den höchsten Satz. Akita, Tottori, Shimane, Kochi, Oita und Okinawa mit 792 Yen (ca. 5,94 Euro) den niedrigsten.

Jeden Sommer entscheidet ein Gremium in jeder der 47 Präfekturen basierend auf einer Empfehlung eines Gremiums des Arbeitsministeriums über die Mindestlöhne .

Die Anhebung soll dazu führen, dass mehr Menschen in Japan dazu ermutigt werden, aus den großen Städten aufs Land zu ziehen. Durch die Pandemie ist das Interesse besonders bei jungen Menschen bereits gestiegen.

Eine Anhebung des Mindestlohns wurde bereits 2019 von einem Gremium der japanischen Regierung empfohlen.

Widerstand von Wirtschaftsverbänden

Widerstand gegen die Pläne einer Anhebung kommt von Wirtschaftsverbänden, die kleine Unternehmen vertreten, die stark unter der Pandemie leiden. Das Hauptargument ist, dass eine Anhebung die Möglichkeiten der Unternehmen erschöpfen würde, was dann wiederum zu einer höheren Arbeitslosigkeit führe. Gleichzeitig wird gefordert, die Mindestlöhne für das Jahr 2021 unverändert zu lassen.

Ein Grund dafür, wieso die Mindestlöhne in Japan nur langsam ansteigen, ist, dass das Land lange unter einer schleppenden Produktivität gelitten hat.

Im Jahr 2019 lag Japan auf Platz 26 der 37 OECD-Mitglieder in Bezug auf die Produktivität pro Arbeiter. Die Produktivität der Nation lag bei weniger als 60 Prozent der Produktivität der Vereinigten Staaten.

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