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Damit wurde der Rekord von 2002 bis 2008 nur knapp verfehlt

Japanische Wirtschaft von 2012 bis 2018 71 Monate am Stück gewachsen

Japans Wirtschaft hat es fast geschafft, einen Rekord aus den frühen 2000ern zu brechen – aber eben leider nur fast. Bis Oktober 2018 wuchs sie in 71 aufeinanderfolgenden Monaten an. Damit wurde die Anzahl der Monate von 2002 bis 2008 nur um zwei verfehlt.

Das Gremium von Ökonomen und Experten für das Cabinet Office, das rückblickend die Dauer eines Wirtschaftsbooms bestimmt, sagte, die Expansion habe im Dezember 2012 begonnen, als Abe an die Macht zurückkehrte und im Oktober 2018 geendet. Dies war eine Zeit, in der die Exporte durch einen eskalierenden Zollkrieg zwischen den USA und China gedämpft worden waren.

Wirtschaftsboom aus den 1960er Jahren gebrochen

Im Januar letzten Jahres sagte die japanische Regierung, die Binnenwirtschaft befinde sich wahrscheinlich mitten in der längsten Expansionsphase seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Gremium erklärte jedoch, dass es den zwischen 2002 und 2008 erreichten Wachstumsrekord von 73 Monaten nicht gebrochen habe.

Ende 2018 erklärte das Gremium, dass die wirtschaftliche Expansion seit Ende 2012 die zweitlängste in der Nachkriegszeit geworden sei und den 57-monatigen Boom zwischen 1965 und 1970 übertroffen habe, der nach den Olympischen Spielen von Tokyo 1964 einsetzte, als die japanischen Verbraucher in Scharen Farbfernseher, Autos und Klimaanlagen kauften.

Die längste wirtschaftliche Expansion endete im Februar 2008 und erlebte dann während der globalen Finanzkrise einen Rückschlag bis März 2009.

Nicht jeder profitierte von steigender Wirtschaftskraft

Japans Wirtschaft war dank starker Exporte, einer drastischen Lockerung der Geldpolitik und groß angelegter öffentlicher Bauvorhaben gewachsen, was bis zu einem gewissen Grad dazu beigetragen hatte, die Geschäfts- und Verbraucherstimmung zu verbessern.

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Dennoch erodierte, wie viele Ökonomen betonen, die Mittelschicht in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt während der jüngsten Boomphase langsam, wobei die Reallöhne für viele im Gegensatz zu anderen Industrieländern nicht stiegen und ein großer Teil der Bevölkerung nicht von der von Abe angepriesenen Erholung profitierte.

Wachstum um 1,2 Prozent

Während dieses Zeitraums wuchs die japanische Wirtschaft im Jahresdurchschnitt um real 1,2 Prozent.

Abe plante ursprünglich, den Verbrauchssteuersatz im Jahr 2015 ein zweites Mal zu erhöhen, nachdem er ihn von 5 Prozent auf 8 Prozent im Jahr 2014 angehoben hatte. Die zweite Anhebung auf 10 Prozent wurde jedoch auf Oktober 2019 verschoben, als die Wirtschaft nach Ansicht des Panels bereits in eine Rezessionsphase eintrat.

„Charakteristisch für die jüngste wirtschaftliche Expansion ist, dass die Exporte wuchsen, während die Konsumausgaben schleppend waren und die Löhne trotz Arbeitskräftemangel nicht stiegen.“, sagte Hiroshi Yoshikawa, Präsident der Rissho-Universität, der den Vorsitz des Panels führt, auf einer Pressekonferenz.

Coronavirus-Pandemie dämpft starke Wirtschaft

In der Ära des neuartigen Coronavirus bleiben die Aussichten für die japanische und die Weltwirtschaft unsicher.

Die japanische Wirtschaft schrumpfte im Quartal Januar-März um real 2,2 Prozent auf Jahresbasis und schrumpfte damit das zweite Quartal in Folge, was das Land in eine technische Rezession stürzte.

Viele Ökonomen erwarten, dass Japans Bruttoinlandsprodukt, d.h. der Gesamtwert der im Inland produzierten Güter und Dienstleistungen, im Zeitraum April-Juni gegenüber dem Vorquartal annualisiert um etwa oder mehr als 20 Prozent schrumpfen wird.

kyodo

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