Anzeige
HomeNachrichten aus JapanWirtschaftJapans Banken senken Gebühren und machen den Übergang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr leichter

Nach Forderungen der Regierung

Japans Banken senken Gebühren und machen den Übergang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr leichter

Die japanische Regierung will den bargeldlosen Zahlungsverkehr im Land deutlich ausbauen, immerhin machte diese Art der Bezahlung 2019 nur 26,8 Prozent aus. Damit liegt Japan weit abgeschlagen hinter Ländern wie China und Südkorea.

Anzeige

Die Geldinstitute in Japan haben damit begonnen, die teuren Gebühren für Überweisungen zu senken, die bisher als größtes Problem angesehen wurden.

Banken wollen Überweisungssystem für andere Unternehmen öffnen

Zudem werden Anstrengungen unternommen, um das Überweisungssystem für andere Unternehmen, wie z.B. Smartphone-Zahlungsanbieter, zu öffnen, die keine Banken sind und so eine neue Infrastruktur für den Geldtransfer zu schaffen.

LESEN SIE AUCH:  Viele japanische Verbraucher wollen auch nach Ende des Rabattprogramms bargeldlos zahlen

Für Überweisungen verwenden fast alle Einlagenkreditinstitute in Japan das Zengin-Daten-Telekommunikationssystem oder Zengin-System. Es wickelt täglich Transaktionen im Wert von über 10 Billionen Yen ab.

Obwohl das System sehr sicher ist, sind die damit verbundenen Gebühren seit Jahrzehnten in Japan hoch. Die Gebühren belaufen sich auf 117 Yen (ca. 93 Cent) für eine Überweisung unter 30.000 Yen und 162 Yen (ca. 1,29 Euro) für Überweisungen von 30.000 Yen oder mehr.

Anzeige

Auf der Grundlage der Kosten entscheiden die Banken, wie viel sie den Kunden für das Überweisen von Geld auf Konten bei anderen Kreditgebern berechnen.

Japans Regierung fordert deutliche Senkung der Gebühren

In ihrem im Juli veröffentlichten Aktionsplan zur Wachstumsstrategie des bargeldlosen Zahlungsverkehrs forderte die japanische Regierung eine Senkung der Gebühren und stellte fest, dass sich die Banken seit über 40 Jahren nicht mehr bewegt haben.

Die Fair Trade Commission hat erklärt, die Gebühren übersteigen bei Weitem die tatsächlichen Kosten für den elektronischen Geldversand, und Kritiker haben sich darüber beschwert, dass die Banken den Kunden eine übermäßige Belastung aufbürden.

Die von den Banken erhobenen Überweisungsgebühren stellen somit ein Hindernis für Anbieter von bargeldlosen Zahlungsdiensten dar, die zahlreiche Transaktionen in kleinen Mengen abwickeln.

Anzeige

Solche Dienstleistungen werden für die Überweisung der von Geschäften und Restaurants erwirtschafteten Umsätze auf deren Bankkonten berechnet, doch am Ende werden die Kosten auf sie abgewälzt, was ihre Belastungen erhöht.

Einige Zahlungsanbieter begrenzen die Anzahl der Geldüberweisungen auf Kundenkonten, um Gebühren zu sparen, was bei kleinen Einzelhändlern zu Finanzierungssorgen führt.

Diese Faktoren sind der Grund dafür, dass Japan den Übergang zu einer bargeldlosen Gesellschaft nur langsam vollzieht, heißt es aus der Regierung.

Regionalbanken gegen eine zu starke Senkung

Hinsichtlich der vorgeschlagenen Senkung der Gebühren planen die Banken Gespräche mit der Financial Services Agency und anderen Gremien mit dem Ziel, bis Anfang nächsten Jahres zu einem Abschluss zu kommen.

Einige Regionalbanken lehnen eine starke Senkung allerdings ab, da sie auf die Gebühren als Einnahmequelle angewiesen sind. Dennoch wird die Branche wahrscheinlich gezwungen sein, das Problem anzugehen, weil die japanische Regierung eine Senkung der Kosten fordert.

Die Branche versucht auch, den bargeldlosen Zahlungsanbietern den Beitritt zum Zengin-System zu erleichtern, sodass sie die von den Banken zusätzlich erhobenen Gebühren nicht zahlen müssen.

Dennoch müssen die Überweisungsgebühren gesenkt werden, um  Nicht-Bank-Geschäfte in das System zu integrieren.

Fünf Großbanken, darunter die MUFG Bank, die Sumitomo Mitsui Banking Corp. und die Mizuho Bank, kündigten diesen Monat Pläne zum Aufbau einer neuen Infrastruktur für die finanzielle Abwicklung außerhalb des Zengin-Systems an, um kostengünstige Geldüberweisungen für Smartphone-basierte Abwicklungsanwendungen und andere Systeme zu ermöglichen.

Anzeige
Anzeige