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Zweitstärkster Rückgang seit 1955

Japans BIP 2020 um 4,8 Prozent geschrumpft

Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2020 als Folge der Pandemie um real 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft.

Der Rückgang ist der zweitstärkste Rückgang in der Geschichte des Landes, wie aktuelle Daten der Regierung zeigen.

Erster Rückgang des BIP seit 2009

Das reale BIP ist der Gesamtwert der in einem Land produzierten Waren und Dienstleistungen, das um die Inflation bereinigt ist. Es markierte den ersten Rückgang seit 2009, als ein Rückgang von 5,7 Prozent verzeichnet wurde.

Im vergangenen Jahr sank der private Konsum, der mehr als die Hälfte des japanischen BIP ausmacht, um 5,9 Prozent. Das ist vor allem aufgrund der Aufforderung der japanischen Regierung an die Menschen, wegen der Pandemie zu Hause zu bleiben zurückzuführen.

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In vielen Großstädten im Ausland wurden harte Abriegelungen vorgenommen, was die Nachfrage nach Produkten wie Autos dämpfte und Japans Exporte um 12,3 Prozent einbrechen ließ.

Veränderung des realen BIP
Veränderung des realen BIP.

Schnelle Erholung

Auf Quartalsbasis wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum von Oktober bis Dezember real um 3,0 Prozent bzw. annualisiert um 12,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal, da sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt weiterhin schnell von ihrem pandemiebedingten Einbruch erholte.

Das vierteljährliche Wachstum lag weit über den durchschnittlichen Prognosen Ökonomen, die von einem annualisierten Wachstum von 7,97 Prozent ausgingen.

Nach einem annualisierten Sprung von 22,7 Prozent im vorangegangenen Dreimonatszeitraum wuchs das BIP zum zweiten Mal in Folge um einen zweistelligen Prozentsatz, nachdem der Ausnahmezustand im Zeitraum von April bis Juni einen Rückgang von annualisierten 29,3 Prozent verursacht hatte, den größten in der Geschichte.

Yasutoshi Nishimura, Minister für wirtschaftliche Wiederbelebung, sagte in einer Erklärung, dass die BIP-Zahlen für 2020 die sehr ernste Situation widerspiegeln, während das Ergebnis von Oktober bis Dezember auf eine Bodenbildung und die potenzielle Widerstandsfähigkeit der japanischen Wirtschaft hindeutet.

Negatives Wirtschaftswachstum für Japan erwartet

Mit Blick auf die Zukunft sagen viele Analysten voraus, dass Japan im Zeitraum Januar-März wieder ein negatives Wachstum verzeichnen wird, da Tokyo und neun andere der 47 Präfekturen des Landes derzeit unter einem zweiten Ausnahmezustand inmitten einer dritten Welle von Virusinfektionen stehen.

Das reale Bruttoinlandsprodukt wird im Jahr 2020 bei 529,19 Billionen Yen liegen, gegenüber 555,80 Billionen Yen im Jahr 2019.

Die privaten Investitionsausgaben, neben den Konsumausgaben eine der wichtigsten Säulen der Inlandsnachfrage, sanken im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent, während die privaten Wohnungsinvestitionen um 7,1 Prozent zurückgingen, da die Pandemie die Unsicherheit über die Geschäftsaussichten erhöhte.

Die Importe fielen um 6,8 Prozent, was den Rückgang des BIP in gewissem Maße abmilderte. Der Rückgang spiegelt den Preisverfall von Energierohstoffen wie Rohöl und Flüssiggas wider.

Die öffentlichen Investitionen stiegen um 3,5 Prozent, unterstützt durch Ausgaben für den Aufbau der Infrastruktur zur Vorbereitung auf zukünftige Naturkatastrophen. Die Staatsausgaben stiegen um 2,7 Prozent.

Im Zeitraum von Oktober bis Dezember wurde das Wirtschaftswachstum durch einen sprunghaften Anstieg der Exporte um 11,1 Prozent angetrieben, der auf eine solide Erholung der Weltwirtschaft zurückzuführen ist, sowie durch einen Anstieg des privaten Konsums um 2,2 Prozent, der durch Maßnahmen der japanischen Regierung unterstützt wurde, darunter eine Subventionskampagne zur Ankurbelung des vom der Pandemie betroffenen inländischen Tourismussektors.

Das Kabinettsbüro wird voraussichtlich am 9. März revidierte jährliche und vierteljährliche BIP-Daten veröffentlichen.

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