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Japans Einzelhandel und die Unterhaltungsindustrie leiden unter dem Coronavirus

Wirtschaft in Japan gerät ins Straucheln

Da immer mehr Menschen in Japan, aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus COVID-19, Plätze mit vielen Menschen meiden und sich dafür entscheiden zu Hause zu bleiben, haben der Einzelhandel und die Unterhaltungsindustrie mit Einbußen von über 2 Billionen Yen (ca. 16 Milliarden Euro) zu rechnen.

Izakaya-Pubs im japanischen Stil meldeten Absagen von Gruppen, nachdem Japans Premierminister Shinzo Abe am Mittwoch die Organisatoren großer Sport- und Kulturveranstaltungen in den nächsten zwei Wochen gebeten hatte, alle Veranstaltungen zu verschieben oder ganz abzusagen.

Kaufhäuser und Bars kämpfen mit Umsatzrückgängen

Der Frühling ist die Saison für Abschieds- und Willkommenspartys in Japan, da das neue Geschäftsjahr im April beginnt.

Der Leiter eines Izakaya in Tokyo sagte: „Wenn diese selbst auferlegte Zurückhaltung bis März und April andauert, werden wir Probleme bekommen.“

Das Kaufhaus von Matsuya Co. im Einkaufsviertel Ginza in Tokyo, gab bekannt, dass der Umsatz zwischen dem 1. und 26. Februar gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Prozent zurückgegangen sei, da die Zahl der Käufer ab Monatsmitte von Tag zu Tag zurückgegangen sei.

Kaufhäuser leiden auch unter einem starken Rückgang der Zahl chinesischer Touristen nach Japan aufgrund eines von Peking verhängten Reiseverbots zur Eindämmung des Virus.

Unter den großen Freizeitunternehmen hat Sanrio Co. beschlossen, den Indoor-Themenpark Hello Kitty, Sanrio Puroland, vom 22. Februar bis 12. März in Tokyo zu schließen.

Viele Freizeitparks kündigen Pause an

Tokyo Disneyland und Tokyo DisneySea werden von Samstag bis 15. März geschlossen sein, teilte der Betreiber Oriental Land Co. am Freitag mit.

Die Central Nippon Expressway Co., die wichtige Autobahnen in Japan verwaltet, verzeichnete ebenfalls weniger Verkehr. Vorläufige Daten für die Mauteinnahmen vom 1. bis 23. Februar zeigten einen Rückgang von rund 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Verkäufe an Raststätten entlang von Autobahnen, einschließlich Waren und Lebensmitteln, um rund 7 Prozent zurückgingen.

Ein leitender Angestellter einer Firma, die Mitarbeiter für Veranstaltungen zur Verfügung stellt, sagte: „Unser Geschäft ist beeinträchtigt, wenn diese Zurückhaltung anhält. Wir haben beschlossen, die Anzahl der Mitarbeiter ab April zu reduzieren.“

Einige Unternehmen spüren eine neue Chance in dem weit verbreiteten Wunsch, Menschenmassen zu vermeiden, allerdings ist dies eher die Ausnahme.

BellFace Inc. meldete wachsendes Interesse an seinen Online-Konferenzdiensten von Unternehmen, die Telearbeit einführen möchten. „Es gibt mehr Anfragen, da das persönliche Geschäft immer schwieriger wird“, sagte ein Mitarbeiter des Unternehmens.

Börsenkurse der Unterhaltungsindustrie fallen

Die Aktien von Oriental Land und Sanrio fielen am Donnerstag gegenüber Ende Dezember an der Tokyoter Börse um fast 20 Prozent.

Die Aktien der Tokyo Dome Corp., die einen Vergnügungspark und einen Baseball-Veranstaltungsort betreibt, sind um 22 Prozent gefallen, während die Film- und Theaterproduktionsfirmen Toei Co., Toho Co. und Shochiku Co. einen Rückgang von 21 bis 24 Prozent verzeichneten.

Toshihiro Nagahama, Chefökonom am Dai-ichi Life Research Institute, sagte, die Haushaltsausgaben in Japan könnten in der ersten Hälfte dieses Jahres um mehr als 2,3 Billionen Yen sinken, wenn die Menschen wie im März 2011 nach dem Erdbeben und der Tsunami-Katastrophe das gleiche Maß an Selbstbeherrschung anwenden.

„Wenn man auch den Rückgang der einreisenden Touristen berücksichtigt, könnte das nominale Bruttoinlandsprodukt des Landes um etwa 2,9 Billionen Yen schrumpfen“, so Nagahama.

„Das neue Coronavirus ist neben der Erhöhung der Verbrauchsteuer, von 8 auf 10 Prozent im letzten Oktober, ein weiterer Schlag für die japanische Wirtschaft. Es ist wie Salz, das in eine Wunde gerieben wird. Die wirtschaftliche Erholung dürfte sich erheblich verzögern.“

Kyodo

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