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Auch deutsche Firmen mischen mit

Japans Energiemarkt für Energiehändler immer interessanter

Einige der größten Energiehändler der Welt wollen auf dem entstehenden japanischen Strommarkt vorankommen.

Von der Royal Dutch Shell PLC bis hin zum deutschen Energieversorger RWE AG stellen Unternehmen Mitarbeiter ein, versetzen Personal um und bauen Beziehungen zu japanischen Firmen auf, um von dem 136 Milliarden Dollar schweren Markt zu profitieren.

Energiemarkt in den USA und Europa stagniert

Nachdem sie Märkte in Europa und den USA aufgebaut haben, haben sie nun den Energiemarkt in Japan im Visier, der in der Art und Weise Gestalt annimmt, wie es der europäische Handel vor 20 Jahren tat.

Während die westlichen Märkte zunehmend von erneuerbaren Energien und schrumpfenden Gewinnmargen dominiert werden, ist das Potenzial für Preisvolatilität und Arbitrage in Japan ein Traum für Energiehändler.

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Das Land hat vier verschiedene Jahreszeiten, ein wachsendes Angebot an intermittierenden erneuerbaren Energien, eine ungewisse Zukunft für seine riesige Nuklearflotte und zwei getrennte Netze, ganz zu schweigen von der starken Abhängigkeit von Erdgasimporten, mit denen viele der neuen Marktteilnehmer bereits handeln.

Europäische Unternehmen verfolgen verschiedene Strategien. Der schwedische Energieversorger Vattenfall AB plant, einen Futures-Händler für sein deutsches Handelsbüro einzustellen, während RWE eine Tochtergesellschaft in Tokyo gegründet hat. Von dort aus will das deutsche Unternehmen im physischen und finanziellen Handel tätig werden.

RWE habe seit der vollständigen Liberalisierung des Marktes im Jahr 2016 mit Regulierungsbehörden und Börsen gesprochen, sagte Peter Krembel, Chief Commercial Officer der RWE-Handelseinheit.

Shell schon lange in Japan aktiv

Shell war schon früh in Japan aktiv und richtete 2018 ein Büro ein, um mit dem Strommarkt zu handeln. Das erfordert eine lokale Präsenz, Lieferverträge und ein tiefes Verständnis des Marktes und seiner Kunden.

Der Kauf und Verkauf von Derivaten hingegen kann von überall her erfolgen, wodurch die Eintrittsbarriere weitaus geringer wird.

Von 13 ausländischen Firmen, die mit japanischen Stromprodukten handeln wollen, haben vier ein Büro in Tokyo eröffnet oder planen die Eröffnung.

Japans Energiemarkt größer als in Deutschland

Während viele Unternehmen seit der Liberalisierung vor vier Jahren ein Auge auf den Markt geworfen haben, begann die Expansion erst mit der Aufnahme des Terminhandels an der Tokyoter Warenbörse und der Einführung von Clearing-Dienstleistungen durch die EEX. Andere liberalisierte asiatische Märkte, wie Australien oder Singapur, können von der Größe her nicht mit Japan konkurrieren.

Das gehandelte Volumen auf Japans Day-Ahead-Kontrakt für physischen Strom ist seit 2016 in die Höhe geschnellt und überschritt Anfang dieses Monats zum ersten Mal eine Terawattstunde – fast doppelt so viel wie an einem Tag in Deutschland, dem größten Markt Europas.

TJT

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