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Immer mehr Unternehmen erhöhen die Verbraucherpreise

Japans Großhandelspreise steigen um 10 Prozent

Die Großhandelspreise in Japan sind im April im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent gestiegen und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Steigerung ist auf die gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten und den schwachen Yen zurückzuführen.

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Die Preise für Waren, die zwischen Unternehmen gehandelt werden, stiegen den 14. Monat in Folge, im März sind sie um 9,3 Prozent gestiegen. Dies ist ein weiterer Beleg für den Inflationsdruck in Japan und bestärkt die Ansicht, dass sich die Verbraucherinflation in den kommenden Monaten weiter beschleunigen wird.

Unternehmen geben gestiegene Großhandelspreise an die Verbraucher weiter

Die steigenden Großhandelspreise drohen die Unternehmensgewinne zu schmälern, wenn sie nicht an die Verbraucher weitergegeben werden. Eine wachsende Zahl von Unternehmen in Japan erhöht daher die Preise, was wiederum die Lebenshaltungskosten in Japan ansteigen lässt.

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Die Preise für Erdöl- und Kohleprodukte stiegen um 30,9 Prozent, da die russische Invasion der Ukraine die Versorgungssicherheit erhöht hat. Zu den Rohstoffen, bei denen die Preise stiegen, gehörten Eisen und Stahl mit einem Plus von 29,9 Prozent sowie Holz und Holzerzeugnisse mit einem Plus von 56,4 Prozent. Nichteisenmetalle stiegen um 25,0 Prozent.

Der Krieg in der Ukraine wirkte sich auch auf die Preise für Getränke und Lebensmittel aus, die um 3,7 Prozent stiegen. Die Preise für Getreide wie Weizen stiegen stark an, da sowohl Russland als auch die Ukraine wichtige Erzeuger sind. Da Indien mittlerweile ein Exportverbot für Weizen ausgesprochen hat, wird sich der Druck auf die Unternehmen noch einmal deutlich erhöhen.

Abwertung des Yen sorgt weiter für Probleme

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Der Gouverneur der Bank of Japan, Haruhiko Kuroda, geht davon aus, dass der jüngste Anstieg der rohstoffbedingten Inflation die Verbraucherinflation in Richtung des 2-Prozent-Ziels der Zentralbank drücken wird. Er schloss jedoch aus, dass sich japanische Zentralbank ihren US-amerikanischen und europäischen Kollegen beim Übergang zu einer strafferen Geldpolitik anschließen könnte.

Die starke Abwertung des Yen, die eine solche Divergenz in der Politik widerspiegelt, hat auch die Importkosten zum Nachteil des ressourcenarmen Japan in die Höhe getrieben. Daten der Bank of Japan zufolge stiegen die Importpreise im Vergleich zum Vorjahr um 44,6 Prozent, während die Exportpreise um 17,3 Prozent zulegten.

Bislang hat die Verbraucherinflation in Japan wesentlich langsamer angezogen als die Großhandelspreise. Der Kern-Verbraucherpreisindex, der die volatilen frischen Lebensmittel ausschließt, stieg im März um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr; die Daten für April werden am Freitag veröffentlicht.

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