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Inflation in Japan steigt weiter

Japans Kernverbraucherpreise steigen auf 8-Jahres-Hoch

Japans Kernverbraucherpreise sind im August um 2,8 Prozent gestiegen und haben damit fast ein 8-Jahres-Hoch erreicht. Die Daten der japanischen Regierung zeigen, dass die Inflation weiter durch den schwachen Yen getrieben wird und den Druck auf die Bank of Japan (BOJ) erhöht.

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Der landesweite Kernverbraucherpreisindex, der die frischen Lebensmittel ausschließt, verzeichnete den schnellsten Anstieg seit über drei Jahrzehnten, ohne die Auswirkungen früherer Verbrauchssteuererhöhungen.

Inflation steigt den zwölften Monaten in Folge

Laut den Daten des Ministeriums für Innere Angelegenheiten und Kommunikation blieb der Schlüsselindikator für die Inflation den fünften Monat über dem von der BOJ angestrebten Zielwert von 2 Prozent und beschleunigte sich von 2,4 Prozent im Juli.

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Die Inflationsrate stieg im Jahresvergleich den zwölften Monat in Folge, wobei der Inflationsdruck durch höhere Energiekosten, die auf russische Invasion die Ukraine zurückgeführt werden, und den rasch schwächer werdenden Yen weiter anhält.

Wirtschaftswissenschaftler erwarten, dass die Inflationsrate in diesem Jahr über 3 Prozent liegen wird, was eine Herausforderung für die BOJ darstellt.

Stärkster Anstieg des Kernverbraucherpreises, der höchste seit 2014

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Der 2,8-prozentige Anstieg des Kernverbraucherpreisindex war der stärkste seit 2,9 Prozent im Oktober 2014, nachdem die Verbrauchssteuer Anfang des Jahres von 5 auf 8 Prozent erhöht worden war. Lässt man die Steuererhöhung außer Acht, so stieg er im September 1991 um 2,8 Prozent.

Die Verbraucherinflation lag im August bei 3,0 Prozent, wenn man die Preise für frische Lebensmittel einbezieht.

Die Energiepreise in Japan stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 16,9 Prozent, wobei die Preise für Strom um 21,5 Prozent stiegen, da sie den Rohöl- und Erdgaspreisen mit Verzögerung folgen.

Die Preise für Kerosin stiegen um 18,0 Prozent und die für Benzin um 6,9 Prozent, beides langsamer als im Vormonat. Ohne die staatlichen Subventionen für Ölgroßhändler zur Senkung der Einzelhandelspreise wären sie noch stärker gestiegen.

Die Preise für Lebensmittel (ohne verderbliche Waren) stiegen um 4,1 Prozent und damit so stark wie seit fast acht Jahren nicht mehr, und in den kommenden Monaten ist mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen.

Die Preise für langlebige Güter, wie Kühlschränke und Klimaanlagen, stiegen um 6,3 Prozent, was auf höhere Rohstoffpreise und Transportkosten zurückzuführen ist.

Die Inflation beschleunigt sich in Japan wesentlich langsamer als in den Vereinigten Staaten und Europa. Die japanischen Verbraucher reagieren jedoch empfindlich auf Preiserhöhungen, da die Löhne kaum steigen, was die Aussichten für die japanische Wirtschaft trübt, da sich das Land nur relativ langsam von den Folgen der Pandemie erholt.

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