Stats

Anzeige
Home News Wirtschaft Japans Konjunkturpaket reicht nicht aus, um kleinen Unternehmen zu helfen

Darlehen stecken in der Bürokratie fest

Japans Konjunkturpaket reicht nicht aus, um kleinen Unternehmen zu helfen

Das Konjunkturpaket, das die japanische Regierung auf den Weg geschickt hat, um der Wirtschaft durch die Pandemie zu helfen, steht in der Kritik.

Zwar werden Mittel für Werbung von Produkten wie Wagyu, Melonen und natürlich den Tourismus bereitgestellt, aber Restaurants und andere kleine Betriebe gehen leer aus, obwohl sie dringend Bargeldbedarf haben.

Kleine Unternehmen stellen 70 Prozent der Arbeitsplätze

Mit mehr als 230 Billionen Yen will die Regierung Unternehmen helfen, aber das reicht nicht aus für das wichtigste Segment: Kleine Unternehmen, die 70 Prozent aller Arbeitnehmer beschäftigen.

Mehr zum Thema:  60 Prozent der kleinen Unternehmen in Japan halten nur noch bis Ende Mai durch

Das gefährdet auch den Kampf gegen die Rezession, in die Japans Wirtschaft durch die Pandemie abgerutscht ist. Die Restaurantbranche ist entscheidend für das Wachstum, da sie zusammen mit der Beherbergungsbranche jährlich etwa 1,3 Millionen neue Arbeitsplätze schafft, was etwa 17 Prozent aller neuen Arbeitsplätze entspricht.

Mehr als 190 kleine Unternehmen, darunter 30 Restaurantbetreiber, sind während der Pandemie bereits Pleite gegangen.

Die langsame Reaktion der japanischen Regierung bei der Auszahlung von Milliarden von Yen, die in der Bürokratie festhängen, bedroht viele kleine Unternehmen, die darum kämpfen Gehälter und Mieten zahlen zu können.

Subventionen für Fleisch, Obst und Flüge

Im Gegensatz dazu haben die Behörden ihre Pläne, fast 16 Milliarden für eine Kampagne zur Förderung des Tourismus auszugeben und 1,3 Milliarden, um Landwirten und Fischern bei der Förderung teurer Lebensmittel wie Mangos, Thunfisch und Gelbschwanz zu helfen, rasch vorangetrieben. Weitere 90 Millionen wurden für die Förderung internationaler Flüge bereitgestellt.

„Uns und vielen anderen geht das Geld aus. Wenn die Situation so bleibt, wie sie ist, werden wir nacheinander untergehen. Dann wird niemand mehr von der Tourismuskampagne profitieren können“, sagte Yoshikazu Moriyama, Betreiber von sechs Fischrestaurants.

Die Verkäufe in Moriyamas Fischrestaurants sind um 90 Prozent gefallen und er kämpft darum, Miete und Gehälter für rund 100 Mitarbeiter zu zahlen. „Was wir jetzt brauchen, ist finanzielle Unterstützung, um Mieten zu zahlen und Geschäftsschließungen zu kompensieren, anstatt zukünftige Kampagnen für den Tourismus“, so Moriyama.

Einige Eigentümer sagen, dass die staatliche Subvention von bis zu 55.000 USD für jedes Unternehmen zur Deckung der Mieten nicht ausreicht und dass mehr getan werden muss, um Unternehmen offenzuhalten und den Cashflow freizusetzen.

Im vergangenen Jahr beliefen sich die Mieten für alle japanischen Restaurants auf 13 Milliarden, weniger als die 16 Milliarden, die für die Tourismusförderung aufgewendet wurden.

Auf der Subventionsliste der Regierung stehen unter anderem das Fünf-Sterne-Lenden-Kobe-Steak, das für 100 Gramm etwa 4.043,83 Yen kostet und die hochwertige Yubari-Melone, die für mehr als 9.783,45 Yen verkauft wird.

Die Regierung subventioniert die Hälfte der Kosten für den Kauf der Produkte für den elektronischen Handel, zum Mitnehmen und für die Bereitstellung von Schulmahlzeiten. Zum Beispiel erhalten Händler bis zu 1.012,04 Yen pro 100 Gramm Wagyu-Rindfleisch und bis zu 2.428,98 Yen pro Kilogramm Melonen.

Während für kleine Unternehmen insgesamt 20 Milliarden Yen an Finanzmitteln, Darlehen, Bargeldzuschüssen und anderen Vorteilen bereitgestellt wurden, sagen einige Analysten, dass Unternehmen, die sich in Schwierigkeiten befinden, aufgrund von Bürokratie keinen schnellen Zugang zu dringend benötigtem Bargeld erhalten haben.

Die Verkäufe in seinen Restaurants, die am vergangenen Samstag wieder vollständig eröffnet wurden, gingen im April gegenüber dem Vorjahr um 90 bis 95 Prozent zurück.

TJT

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren