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Besonders im Bereich Kultur und Freizeit

Japans monatliche Haushaltsausgaben verzeichnen 2020 Rekordrückgang

Die durchschnittlichen monatlichen Haushaltsausgaben sind 2020 in Japan real um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

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Damit verzeichnen die Ausgaben den stärksten Rückgang seit 2001, als die Daten zum ersten Mal erhoben wurden und überragen den Rückgang im Jahr 2014 als die Verbrauchsteuer von 5 auf 8 Prozent angehoben wurden.

Haushaltseinkommen besonders bei Kultur und Freizeit stark gesunken

Die monatlichen Ausgaben von Haushalten mit zwei oder mehr Personen beliefen sich im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 277.926 Yen, heißt es in einem Bericht des Ministeriums für innere Angelegenheiten und Kommunikation. Der Wert ist 2019 real um 0,9 Prozent gestiegen, nachdem er 2018 um 0,4 Prozent gesunken war.

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Aufgeschlüsselt nach Kategorien trugen die Ausgaben für Kultur und Freizeit mit einem Rückgang von 18,1 Prozent am meisten zum Gesamtrückgang bei. Die Ausgaben für Transport und Kommunikation sind um 8,6 Prozent zurückgegangen, da die Verbraucher weniger persönliche Dienstleistungen nutzen.

Die Ausgaben für Inlands- und Auslandspauschalreisen sanken um 61,9 Prozent bzw. 85,8 Prozent. Ausgaben für Flugreisen fielen um 76,1 Prozent und für Bahntickets um 60,9 Prozent. Für Alkoholkonsum außerhalb der eigenen Wohnung sanken die Ausgaben um 53,9 Prozent, Restaurantbesuche sind um 25,4 Prozent zurückgegangen.

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Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Hygieneartikel wie Gesichtsmasken um 79,3 Prozent. Da immer mehr Menschen ihre Zeit zu Hause verbringen und von zu Hause aus arbeiten, stiegen die Ausgaben für Videospielkonsolen um 53,7 Prozent und die Ausgaben für Computer um 30,7 Prozent.

Grund ist maßgeblich die Corona-Pandemie

Die japanische Regierung rief im April zum ersten Mal den Ausnahmezustand in einigen Präfekturen Japans aus und weitete ihn später auf das ganze Land aus. Der Ausnahmezustand wurde im darauffolgenden Monat wieder aufgehoben, aber die Wirtschaft wurde erheblich beeinträchtigt.

Die Ausgaben der Haushalte verzeichneten im Mai einen Rekordrückgang von real 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ausgaben der Haushalte sind ein wichtiger Indikator für den privaten Konsum, der mehr als die Hälfte des japanischen Bruttoinlandsprodukts ausmacht.

Obwohl sich die Wirtschaft seither erholt hat, trübt ein erneuter Anstieg der Infektionen seit Mitte November die Aussichten, sodass Premierminister Yoshihide Suga im vergangenen Monat den zweiten Ausnahmezustand für Tokyo und einige andere Präfekturen ausrief. Die Maßnahme wurde vor Kurzem um vier Wochen verlängert.

Monatseinkommen in Japan real gestiegen

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Die Daten vom Freitag zeigten, dass das durchschnittliche Monatseinkommen von Angestelltenhaushalten mit mindestens zwei Personen im Jahr 2020 real um 4 Prozent auf 609.535 Yen gestiegen ist, das zweite Jahr in Folge und der größte Anstieg seit 2001.

Das höhere Einkommen ist größtenteils auf das Regierungsprogramm zurückzuführen, das allen 126 Millionen Einwohnern Japans 100.000 Yen in bar auszahlte, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu bewältigen.

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