Anzeige
HomeNachrichten aus JapanWirtschaftJapans Premierminister riskiert mit dem Ausnahmezustand "light" großen wirtschaftlichen Schaden

Ökonomen warnen vor großen Schaden

Japans Premierminister riskiert mit dem Ausnahmezustand „light“ großen wirtschaftlichen Schaden

Japans Premierminister versucht der Wirtschaft keinen Schaden zuzufügen, daher ist der erklärte Ausnahmezustand für Tokyo und drei weitere Präfekturen auch eher als eine „Light“-Version zu bezeichnen.

Anzeige

Immer mehr Analysten warnen davor, dass die Wirtschaft Japans zum ersten Mal seit dem Sommer wieder zu schrumpfen beginnt, da die Maßnahme zu neuen Analysen der Wirtschaftsaktivität führt.

Ausnahmezustand „Light“ könnte schlimmen Schaden anrichten

Das Problem ist, dass die „Light-Version“ des Ausnahmezustands dazu führen kann, dass die Ausbreitung des Coronavirus nicht eingedämmt wird, wie bereits Gesundheitsexperten kritisieren.

Zwar würde ein Erfolg bedeuten, dass die Gesundheitskrise in Japan gelöst ist, ohne die Wirtschaft zu sehr zu beeinträchtigen und Sugas Ansehen als Premierminister steigern, scheitert die Maßnahme allerdings, würde dies mehr Todesfälle und ein langer Kampf gegen das Coronavirus bedeuten, was der Wirtschaft längerfristig viel Schaden zufügen würde.

LESEN SIE AUCH:  Menschen in Tokyo reagieren mit gemischten Gefühlen auf den Ausnahmezustand

Schon bevor Suga den Ausnahmezustand verhängt hatte, sah er sich unter Druck. Denn viele Länder haben nicht gezögert, darunter Deutschland. Allerdings steht Japans Premierminister auch vor dem Problem, dass die Olympischen Spiele unbedingt stattfinden sollen und im Herbst in Japan eine Wahl ansteht.

Anzeige

„Wir wissen einfach nicht, wie lange die Maßnahmen in Kraft bleiben werden, vor allem, da die Schritte nicht so restriktiv sind“, sagte Ökonom Harumi Taguchi von IHS Markit. „Wir wissen wirklich nicht, ob sie ausreichen werden, um das Virus einzudämmen.“

Ungewissheit über den Erfolg der Maßnahme führt zu negativen Wirtschaftseinschätzungen

Tokyo meldet jeden Tag einen neuen Höchststand an Neuinfizierten und auch landesweit steigen die Zahlen der Infizierten deutlich an. Diese Tatsache verstärkt die Befürchtung, dass dieser Ausnahmezustand nicht ausreichen wird, um den bevorstehenden Kollaps des Gesundheitssystems im Land zu verhindern.

Diese Ungewissheit zwingt Ökonomen dazu, eine Reihe von möglichen Szenarien zu betrachten. Im positivsten Szenario dauert der Ausnahmezustand einen Monat und betrifft nur Tokyo und die drei angrenzenden Präfekturen. Aber selbst dann würde Japans Wirtschaft Schaden nehmen, denn diese vier Präfekturen erwirtschaften rund ein Drittel des japanischen Bruttoinlandsprodukts.

Das Szenario ist allerdings schon hinfällig, da Osaka, Kyoto und Hyogo die japanische Regierung ebenfalls darum bitten, den Ausnahmezustand über ihre Präfekturen zu verhängen. Der Ausnahmezustand ist anders als zum Beispiel in Deutschland. Hierzulande ist alles geschlossen, was nicht als Systemrelevant angesehen wird, bis auf die anhaltende Kritik an dem Verfahren mit Schulen und dass kaum Homeoffice in Anspruch genommen wird, sind Bars, Restaurants, Fitnessstudios usw. und viele Geschäfte geschlossen.

Anzeige

In Japan allerdings müssen Geschäfte, Bars und Restaurants erst um 20 Uhr schließen, davor ist alles so wie gehabt. Auch die Schulen sind weiterhin in den betroffenen Gebieten geöffnet und trotz der Bitte des Premierministers pendeln viele Menschen ins Büro zur Arbeit. Dazu muss man allerdings erwähnen, dass Unternehmen selbst entscheiden können, ob sie geschlossen bleiben oder öffnen. Die Präfekturgouverneure haben keine rechtliche Handhabe, Sanktionen zu fordern. Auch wenn die Namen dieser Unternehmen öffentlich bekannt gemacht werden sollen, wogegen man allerdings klagen kann.

Menschen sind es leid, sich selbst einzuschränken

Der Ausnahmezustand soll bis zum 7. Februar andauern, was allerdings von Gesundheitsexperten und Mitarbeiter in den Krankenhäusern bezweifelt wird.

Dazu kommt, dass immer mehr Menschen es leid sind, sich freiwillig einzuschränken, was man zum Beispiel in der Stadt Osaka sehen kann, wo Restaurants nicht auf die Bitte der Stadtverwaltung, früher zu schließen, gehört haben. Abends sind die Restaurants voll und das wird sich auch nicht ändern, wenn der Ausnahmezustand auch für diese Region ausgesprochen wird.

Und so kristallisiert sich sehr deutlich heraus, dass Japans Premierminister zu vorsichtig in Bezug auf die Wirtschaft ist. Eine Tatsache, die ihm sprichwörtlich gesagt „um die Ohren fliegen kann“.

Anzeige
Anzeige