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Japans Regierung fordert die Gemeinden auf, ihren Plastik-Müll zu entsorgen

Das japanische Umweltministerium plant, die Gemeinden aufzufordern, industrielle Plastik-Abfälle zu entsorgen. Die vor Ort gelagerten Abfälle stapeln sich, seitdem der Export nach China verboten ist. Das Ministerium wird bis zum Ende dieses Monats einen entsprechenden Antrag an die städtischen Regierungen stellen.

Im Rahmen des nationalen Abfallmanagement-Systems sammeln und entsorgen die Kommunen Plastik-Abfälle aus den Haushalten, während die Präfekturen spezielle Betriebe mit dem Recycling der Industrieabfälle beauftragt. Diese lassen sich leichter recyceln, da die Herkunft geklärt ist und auch die schiere Masse macht das Geschäft lukrativ für die Firmen.

Kommunen, die dem Antrag des Ministeriums Folge leisten, werden die Kosten für die Entsorgung höchstwahrscheinlich an die Hersteller der Plastik weitergeben. Die rechtlichen Voraussetzungen werden dementsprechend angepasst. Außerdem sollen gemäß einer Quelle die Bewohner um ihre Zustimmung gebeten werden.

Japan exportierte 2016 rund 1,5 Millionen Tonnen Kunststoff-Abfälle als Recyclingmaterial, während es 2017 1,4 Millionen Tonnen waren. 2017 verbot China die Einfuhr von Plastik-Abfällen, die seitdem in Japan gelagert werden. Vor der Einführung dieses Verbotes war China ein wichtiger Importeur von Industrieabfällen aus Japan.

Am 10. Mai haben die Unterzeichner der Basler Konvention, zu denen auch Japan gehört, einen Pakt geschlossen, der den Handel mit giftigen Abfällen verringern soll. Infolge einer vor kurzem vorgenommenen Revision fallen jetzt auch Plastik und andere Kunststoff-Abfälle in diese Kategorie.

Die Verschmutzung durch Plastik-Abfälle entwickelte sich zu einem globalen Problem und hat mittlerweile Besorgnis erregende Ausmaße angenommen. Heute befinden sich schätzungsweise 100 Millionen Tonnen Plastik im Ozean, erklärte Rolph Payet, Sekretär der UN für Umweltfragen.

2021 ist Schluss mit Plastik-Exporten nach China

Mit dem Inkrafttreten des überarbeiteten Paktes im Januar 2021 werden auch Exporte von Kunststoff-Abfällen in andere Länder als China schwieriger werden. Von den rund 9 Millionen Tonnen Kunststoff-Abfälle in Japan pro Jahr werden rund eine Million Tonnen als Wertstoffe in den Haushalten gesammelt.

Industrielle Abfälle kommen aus Fabriken, Büros und Einzelhandelsgeschäften und belaufen sich auf rund 7 Millionen Tonnen. Diese werden recycelt, verbrannt, deponiert oder in andere Länder exportiert.

Nach Angaben des Umweltministeriums gehen einige Gemeinden inzwischen davon aus, dass sie aufgrund der sinkenden Einwohnerzahlen und eines wachsenden Bewusstseins zusätzliche Kapazitäten für Recycling schaffen müssen.

Quelle: JT

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