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Japans Tourismusbranche kämpft mit einem starken Rückgang südkoreanischer Touristen

Japanische Regierung wird ihr Ziel von 40 Millionen Touristen nicht erreichen

Die Zahl der Touristen aus Südkorea, die nach Japan reisen, sinkt weiterhin wegen der angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern. Unter dieser Situation leidet besonders die Tourismusbranche.

Die Anzahl der südkoreanischen Touristen geht seit Juli 2019 Monat für Monat deutlich zurück. Grund hierfür sind die Exportbeschränkungen, die Japan Südkorea auferlegte.

Tourismusbranche macht deutlich weniger Gewinne

„Die Besucherzahlen aus Südkorea sind im Vergleich zum Vorjahr um 80 bis 90 Prozent gesunken“, beklagt sich ein Mann, der ein Gasthaus in der Präfektur Oita betreibt.

Der Bahnbetreiber Tokyu Corp. gab an, dass die sinkende Anzahl von südkoreanischen Touristen Auswirkungen auf das Hotelgeschäft habe, insbesondere in Kyushu, das vor dem vergangenen Juli hohe Auslastungsgrade hatte und hohe Gewinne erzielte.

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Die Zahl der südkoreanischen Touristen ging im Juli um 7,6 Prozent zurück, und die Abnahme beschleunigte sich auf 65,5 Prozent im Oktober und 65,1 Prozent im November.

Im Dezember sank sie um geschätzte 63,6 Prozent, wie die jüngsten Daten der Japan National Tourism Organization (JNTO) zeigen.

2019 sank die Gesamtzahl der südkoreanischen Touristen nach Japan im Vergleich zum Vorjahr um 25,9 Prozent auf 5.584.600. Dies war der erste Rückgang seit 2011, als Japan von einem verheerenden Erdbeben, Tsunami und einer Atomkatastrophe heimgesucht wurde.

Der Rückgang ist insofern bemerkenswert, da die Gesamtzahl der ausländischen Touristen um 2,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 31.882.100 im Jahr 2019 stieg.

Fluggesellschaften streichen oder reduzieren ihre Flüge nach Japan

Da viele Südkoreaner aufgrund zerrütteter Beziehungen von einer Reise nach Japan absehen, hat die schwache Nachfrage Billigfluggesellschaften gezwungen, den Flugverkehr zwischen den beiden Ländern zu reduzieren.

Low-Cost-Carrier (LCCs) bieten niedrige Flugpreise, indem sie die Betriebskosten minimieren und die Anzahl der Passagiere auf jedem Flug maximieren. Da die lokalen Flughäfen in Japan die Landegebühren senkten, um Fluglinien anzuziehen, erhöhten die südkoreanischen LCCs die Flüge.

Das Geschäftsmodell der Billigfluggesellschaften funktioniert jedoch nicht, wenn die Anzahl der Passagiere abnimmt. Laut Branchenvertretern ist ein Passagierladefaktor von 80 Prozent die Gewinnschwelle von LCCs.

Der Rückgang der Touristenzahlen hat die südkoreanischen LCCs dazu veranlasst, Flüge abzusagen oder zu reduzieren, was selbst die Touristen entmutigt, Japan trotz der schlechten Beziehungen zu besuchen.

Der Winterflugplan der südkoreanischen Fluggesellschaften ab Ende Oktober umfasst 692 Flüge zwischen den beiden Ländern pro Woche, was einem Rückgang von etwa 500 Flügen gegenüber dem Ende März beginnenden Sommerflugplan entspricht. Von der Reduzierung der Flüge entfallen 444 auf LCCs.

Der Flughafen Oita kann nicht mehr als internationaler Flughafen gelten, da südkoreanische Billigfluggesellschaften den Flugbetrieb eingestellt haben. Südkoreanische LCCs haben auch Flüge zu lokalen Flughäfen, insbesondere in Kyushu, abgesagt oder reduziert.

Japanische Regierung wird ihr Ziel von 40 Millionen Touristen nicht erreichen

Hiroshi Tabata, Kommissar der japanischen Tourismusagentur, sagte, die Organisation werde die enge Zusammenarbeit mit Reisebüros in Südkorea fortsetzen, um die Beliebtheit von Touren nach Japan unter Südkoreanern wiederzubeleben.

Die jährliche Zahl ausländischer Touristen nach Japan lag 2018 erstmals über 30 Millionen, doch das Wachstumstempo verlangsamte sich 2019.

Während die japanische Regierung in diesem Jahr 40 Millionen Touristen aus dem Ausland anziehen will, scheint es schwierig zu sein, dieses Ziel zu erreichen, ohne die Menge der Touristen aus Südkorea zu erhöhen, immerhin die zweitgrößte Touristenquelle für Japan.

Die Regierung will mehr Touristen aus anderen Ländern als China, Südkorea und Taiwan anziehen. Eine ernsthafte Belebung des Inbound-Tourismus erfordert jedoch eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Japan und Südkorea.

TJT

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