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Verbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen

Japans Verbraucherpreisindex steigt so stark wie zuletzt vor 14 Jahren

Japans Verbraucherpreisindex ist im April um 2,1 Prozent gestiegen, den achten Monat in Folge und so stark wie zuletzt vor 14 Jahren.

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Höhere Kosten für importiertes Erdöl ließen die Energiepreise im Vergleich zum April 2021 um 19,1 Prozent ansteigen. Auch die Preise von Zutaten sind wegen des schwachen Yen gestiegen, da vieles aus dem Ausland importiert werden muss. Die Preise für Lebensmittel ohne verderbliche Waren stiegen im Jahresvergleich um 2,6 Prozent.

Verbraucherpreisindex ohne Rabatte für Mobilfunk

Im März stieg der Verbraucherpreisindex um 0,8 Prozent, was insbesondere an dem Rückgang der Kommunikationsausgaben lag, da viele Mobilfunkanbieter Rabatte anboten.

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Die Auswirkungen der Rabatte sind im April nicht mehr spürbar, weswegen sie die Preissteigerung nicht mehr ausgleichen konnten. Experten gehen davon aus, dass der Verbraucherpreisindex in naher Zukunft weiter ansteigen wird.

Die steigenden Materialkosten haben einige Unternehmen im vergangenen Jahr gezwungen, die Preise ihrer Produkte wiederholt anzuheben. So hat J-Oil Mills zum Beispiel die Preise für seine Speiseöle seit April 2021 fünfmal erhöht.

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Die Rohstoffe  wurden aufgrund schlechter Ernten und einer höheren Nachfrage nach ihrer Verwendung in Biokraftstoffen teurer.

Lebensmittelverarbeitungsunternehmen, die Speiseöl in ihren Produkten verwenden, waren ihrerseits gezwungen, ihre Produktpreise ebenfalls zu erhöhen. Ein ähnliches Muster ist bei Mehlherstellern und Unternehmen, die Mehl in ihren Lebensmitteln verwenden, zu beobachten.

Russlands Invasion und schwacher Yen sorgen für steigende Preise

Ein weiterer Kostenanstieg wurde durch die russische Invasion der Ukraine im Februar ausgelöst. Auch der schwächere Yen hat importierte Rohstoffe erheblich verteuert.

Dies führte auch dazu, dass Unternehmen, die sogenannte „Ein-Münzen-Angebote“ haben, dieses aufgeben mussten.

Die Tempura Restaurantkette Tenya erhöhte 2018 den Preis von 500 Yen auf 540 Yen, senkte ihn aber 2020 wieder auf 500 Yen, nachdem die Verkaufszahlen zurückgegangen waren.

Die Kette plant jedoch erneut, den Preis über die 500-Yen-Marke auf 530 Yen anzuheben.

Die Fließband-Sushi-Kette Sushiro wird den Preis von 100 Yen für einen Teller abschaffen, der seit Anfang 1984 unverändert blieb.

Sprecher verschiedener Unternehmen erklärten, dass die Preiserhöhungen aufgrund der unsicheren Lage in der Ukraine und des Yen wahrscheinlich weitergehen werden.

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