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Tieferer Wirtschaftseinbruch erwartet

Japans Wirtschaft rutscht in eine Rezession

Japans Wirtschaft ist im vergangenen Quartal in eine Rezession gerutscht, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach noch verschlimmern wird, da die Menschen ihre Ausgaben auf das Wesentliche beschränken.

Auch Unternehmen werden Investitionen, Produktion und Einstellung reduzieren.

Pandemie belastet die Verbraucherausgaben

Japans Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im letzten Quartal um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Durch die Pandemie gingen die Exporte zurück und die soziale Distanzierung belastete die Verbraucherausgaben, wie aktuelle Daten der japanischen Regierung zeigen.

Das Ergebnis ist besser, als der von Analysten erwartete Rückgang um 4,5 Prozent. Allerdings rechnen Ökonomen und Politiker damit, dass das aktuelle Quartal ein deutlich schlechteres Ergebnis bringen wird.

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„Es besteht kein Zweifel, dass sich dieses Quartal erheblich verschlechtern wird.“, sagte der Ökonom Takeshi Minami vom Norinchukin Research Institute. „Die Unternehmen haben Probleme, die Finanzierung sicherzustellen und dies deutet darauf hin, dass die Unternehmensinvestitionen schwach bleiben und viele Arbeitnehmer sich Sorgen um ihre Löhne machen.“

Neues Hilfspaket für die Wirtschaft

Japans Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura sagte am Montag nach dem die Regierung die Daten veröffentlichte, dass man beabsichtige, schnell ein zweites zusätzliches Budget zu verabschieden, um mehr Hilfe für die Wirtschaft bereitzustellen.

Die Bank of Japan hat im vergangenen Monat ihre Obergrenze für den Kauf von Staatsanleihen angehoben, da die Regierung ihre Ausgaben erhöht. Die BOJ wird voraussichtlich auch ein weiteres Kreditprogramm für kleine Unternehmen bei einem Notfalltreffen vorstellen, das Anfang dieser Woche stattfinden soll.

Laut dem Ökonomen Taro Saito vom NLI Research Institute können die politischen Entscheidungsträger das Wachstum nicht vorantreiben, bis die Anfragen nach einem Aufenthalt zu Hause aufgehoben werden, unabhängig davon, wie viel Geld ausgegeben wird.

„Im Moment müssen sie Geld ausgeben, um Arbeitsplatzverluste und Insolvenzen zu verhindern.“, sagte Saito. „Wir befinden uns nicht in einem Stadium, in dem die Bank of Japan die Nachfrage durch geldpolitische Lockerung steigern kann und die BOJ wird sich vorerst auf die Unternehmensfinanzierung konzentrieren.“

Der Bericht vom Montag zeigte, dass die Exporte im letzten Quartal auf nicht annualisierter Basis um 6 Prozent zurückgegangen sind, aber die Gewinnprognosen von Autoherstellern und anderen Herstellern deuten darauf hin, dass sich der Rückgang wahrscheinlich noch verstärken wird. Toyota Motor Corp., das größte Unternehmen in Japan, sieht einen Gewinnrückgang von 80 Prozent in diesem Geschäftsjahr.

Im letzten Quartal ging der private Konsum um 0,7 Prozent zurück, Analysten rechnen damit, dass er noch weiter sinken wird.

Tourismus ist ein weiteres Sorgenkind

Eine weitere große Sorge ist die rückläufige Zahl der Touristen, deren Ausgaben in den letzten Jahren eine wichtige Stütze des Wachstums waren. Nach Angaben der japanischen Tourismusbehörde gingen die Ausgaben der Besucher im letzten Quartal um 42 Prozent zurück und der Rückgang dürfte sich seitdem noch verschärft haben.

Auf nicht annualisierter Basis schrumpfte die Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um 0,9 Prozent.

Trotz der schlechten Zahlen scheint es Japan bisher weniger schlecht zu gehen als anderen großen Volkswirtschaften. Die Wirtschaft in den USA und Kanada wird voraussichtlich in diesem Quartal um mehr als 25 Prozent schrumpfen.

TJT

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