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Kein Kontakt mehr zu den Angestellten

Kaiten-Zushi Restaurants setzen durch die Pandemie in Japan immer mehr auf Automatismus

Kaiten-Zushi Restaurants (auch Mawari-Zushi oder Running Sushi genannt) dürfte jeder Japan-Fan kennen, dabei handelt es sich um Sushi-Restaurant, in dem die leckeren Häppchen per Laufband an einem vorbeifahren und man sich einfach nur bedienen muss.

Die Pandemie führt in Japan dazu, dass immer mehr Restaurantbetreiber dieses Laufband bei sich einführen.

Kaiten-Zushi versuchen mit Kameras und Automaten den Kundenkontakt vermeiden

Eigentlich gehört zum Sushi auch die Atmosphäre von dem Moment an, an dem man das Restaurant betritt. Das Personal begrüßt einen mit einem „irasshaimase“ und auch die gelegentlichen Scherze der Köche gehören dazu. Ganz wichtig auch, dass der Sushi-Meister sieht, was man gerne mag und dementsprechend auf den Kunden eingeht. Allerdings hat dieser Service natürlich seinen Preis, weswegen viele Menschen gerne auf die Kaiten-Zushi ausweichen, da sie deutlich günstiger sind.

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Bereits bevor die Pandemie sich in Japan ausbreitete haben viele Sushi-Restaurantketten-Betreiber durch den Arbeitskräftemangel auf die Automatisierung gesetzt. So gibt es in Kaiten-Zushi nicht nur ein Laufband, auf dem das Sushi an einem vorbeifährt, in der Küche werkeln auch viele Automaten vor sich hin, formen den Reis oder belegen die Reisbrocken mit Fisch.

Pandemie beschleunigt die Automatisierung

Kura Sushi Inc. richtete in seinem Geschäft in Namba Nipponbashi, das Ende Juli im Zentrum von Osaka eröffnet wurde, ein neues automatisiertes Servicesystem ein. Es verwendet Software mit künstlicher Intelligenz, um die Anzahl und Art der Gerichte zu zählen, die die Kunden konsumieren.

Eine winzige Kamera, die über dem Sushi-Förderband installiert ist, zählt die Gerichte, wenn die Kunden die Schutzhüllen der Sushi-Teller öffnen. Sie scannt auch QR-Codes, um die Art des Sushi zu identifizieren.

Nachdem die Kunden ihre Mahlzeit beendet haben, benutzen sie den Touchscreen an ihren Sitzen, um ihre Rechnung zu sehen.

Ein Automat empfängt die Besucher und weist ihnen ihre Plätze zu, sodass die Kunden nur beim Auschecken mit einem Mitarbeiter in Kontakt kommen.

Kura Sushi hat das kontaktlose System im vergangenen Frühjahr getestet und setzt es nun in etwa 50 Verkaufsstellen ein.

Geplant ist auch, den Bezahlvorgang ab Oktober durch einen automatisierten Kassenschalter zu ersetzen. Bald werden die Gäste Sushi essen gehen können, ohne mit dem Personal in Kontakt zu treten.

Das Unternehmen ging ursprünglich davon aus, dass die Umstellung auf mehr Automatisierung über einen Zeitraum von fünf Jahren erfolgen würde. Aufgrund der Pandemie wurde der Zeitplan jedoch vorverlegt. Jetzt soll es bis Oktober nächsten Jahres in allen Kura-Sushi-Lokalen eingeführt werden.

Kura Sushi erwägt auch, Maßnahmen zu ergreifen, um den Kontakt mit Geräten zu unterbinden.

Hologramm begrüßt die Kunden

Eine ihrer Verkaufsstellen in Osaka begann im Juli versuchsweise mit einem Empfangsgerät, das ein Hologramm projiziert. Die Kunden interagieren mit ihm, indem sie ihre Finger benutzen, ohne jemals eine Oberfläche physisch berühren zu müssen.

Auch Akindo Sushiro Co. versucht den Kontakt mit Angestellten zu reduzieren und hat die Einrichtung von Selbstbedienungskassen in all ihren Restaurants im Juni dieses Jahres abgeschlossen. Im vergangenen Jahr startete das Unternehmen auch einen Service, bei dem Kunden ihr Essen zum Mitnehmen aus Schließfächern abholen können.

Während die neuen Systeme ursprünglich entwickelt wurden, um mit einem Personalmangel fertig zu werden, sagt der Pressesprecher des Unternehmens, dass sich der Wegfall des persönlichen Kontakts als hilfreich erweisen wird, um den Rückgang der Besucherzahlen zu bekämpfen, auch inmitten der Pandemie.

Hamazushi Co. richtete zwischen 2016 und 2017 in all seinen Geschäften einen humanoiden Roboter namens Pepper ein, um Tische zuzuweisen und den Service zu beschleunigen.

Seit März erlaubt das Restaurant als Hygienemaßnahme nur noch die Auslieferung von Mahlzeiten, die von den Kunden über Touchscreens bestellt wurden, auf dem Förderband.

Der Pressesprecher des Unternehmens sagte, dass der Verzicht auf Kontakt mit dem Personal während der Pandemie bei den Gästen ein Gefühl der Sicherheit schaffen sollt.

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