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Home News Wirtschaft Kodansha: Deutschland macht 8 Prozent des Überseemarktes bei Manga-Verkäufen aus

Raubkopien sind ein ernstes Problem

Kodansha: Deutschland macht 8 Prozent des Überseemarktes bei Manga-Verkäufen aus

Kodansha ist einer der größten Verlage in Japan und hat viele weltweit beliebte Manga im Programm. In einem Interview äußerten sich Tatsuya Morimoto und Rika Kato kürzlich über den Manga-Markt im Ausland.

Tatsuya Morimoto ist für die Lizenzgeschäfte beim Verlag zuständig und Rika Kato arbeitet bei Kodansha in der Abteilung für internationale Rechte.

Manga-Markt im Ausland hat ein Volumen von ca. 100 Milliarden Yen

Laut Morimoto beträgt das Marktvolumen für Manga in Japan ungefähr 440 Billionen Yen, im Ausland sind es etwas weniger als 100  Milliarden Yen (ca. 816 Millionen Euro). Der Markt im Ausland hat sich in den letzten acht Jahren allerdings mehr als verdreifacht und laut Morimoto liegt Deutschland bei acht Prozent des Gesamtumsatzes von Kodansha im Ausland.

Die Grafik zeigt Europa (Orange), die USA (Blau) und Japan (Grau).

Manga Markt im Ausland

Ein Grund für das Wachstum, besonders in den letzten Jahren, sieht Morimoto darin, dass Anime immer beliebter werden. Besonders dank Netflix und Amazon erreichen sie ein größeres Publikum als zuvor. Das hat zur Folge, dass auch immer mehr Menschen anfangen Manga zu lesen.

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Special: 111 Gründe, Manga zu lieben mit Hoang Lan Dinh

„Fairy Tail“ gehört dabei zu den beliebtesten Manga im Ausland. 2018 wurde der Titel über 60 Millionen Mal verkauft, besonders viele davon in Frankreich. „Attack on Titan“ folgt dahinter mit 12 Millionen verkauften Exemplaren in 22 Ländern.

Die beliebtesten Manga im Ausland
Die beliebtesten Manga im Ausland

Raubkopien ein sehr großes Problem

Raubkopien sind laut Morimoto im Ausland hingegen ein sehr großes Problem. „Es ist nicht erlaubt, Comics illegal zu verbreiten.“, wie er erklärte. Für Morimoto liegt das Problem vor allem darin, dass viele Manga zuerst in Japan erscheinen, auch wenn sie bereits im Ausland lizenziert wurden.

Um das Problem anzugehen, konzentriert sich Kodansha aktuell darauf, mit verschiedenen E-Book-Diensten zusammenzuarbeiten, um den Lesern die Manga schneller zur Verfügung zu stellen. So wollen sie verhindern, dass Fans lieber zu den illegalen Versionen greifen.

Da in den letzten Jahren Abonnement-Flatrate-Dienste in der Musik- und Videodistribution sehr populär geworden sind, wird sich das wohl auch auf die Veröffentlichung von Manga auswirken. Wenn man es schafft, Raubkopien in Verkäufe umzuwandeln, würde insbesondere der ausländische Markt ein viel größeres Wachstumspotenzial haben, als es zurzeit der Fall ist.

Präsenz im Ausland zeigen

Da Manga im Ausland immer beliebter werden, ist es wichtig, dass man ebenfalls Präsenz zeigt. Als Beispiel brachte Morimoto „Fairy Tail“ an. Da das Franchise in Frankreich ein Riesenerfolg ist, war es wichtig, dass Hiro Mashima dort bei großen Veranstaltungen wie der JAPAN EXPO zu Gast ist. Aber auch in Deutschland war der Mangaka dieses Jahr zu Besuch auf der Leipziger Buchmesse.

Trotz des Wachstums ist Morimoto jedoch nicht der Meinung, dass Manga jemals „Mainstream“ wird. Dafür müsste man die gleichen Werbekosten aufbringen, wie sie für Hollywood-Filme aufgewendet werden und das ist Momentan noch nicht der Fall.

Das gesamte Interview könnt ihr hier lesen (auf Japanisch).

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4 Kommentare

  1. Weil ich es gerade im Comicforum gelesen hab: Ihr habt Übersetzungsfehler im Artikel. An allen Stellen, wo ihr von Billionen redet, ist im japanischen Text von Milliarden die Rede. Anscheinend habt ihr das US-amerikanische billion falsch auf Deutsch übersetzt.

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