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Erzwungenes Sparen belastet den Konsum

Langesames Lohnwachstum und Sparzwang belasten japanische Verbraucher

Das Lohnwachstum in Japan hat sich durch die Pandemie stark verlangsamt und die Menschen sind zum Sparen gezwungen, was zu einer immer größeren Belastung für viele wird.

Bei den Lohnverhandlungen im Frühjahr wurde sich auf eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 1,82 Prozent geeinigt, das erste Mal seit 2013 unter 2 Prozent.

Geringes Lohnwachstum führt zu erzwungenem Sparen

Durch das geringe Lohnwachstum sind Verbraucher wiederum gezwungen zu sparen, was den Konsum belastet, der einen Großteil der Wirtschaft Japans ausmacht. Insbesondere bei den Urlaubsplänen und Kosten für Freizeitaktivitäten wird besonders gespart. Die Bank of Japan schätzt diese erzwungenen Einsparungen auf 20 Billionen Yen im vergangenen Jahr.

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Ein Teil des verfügbaren Einkommens, das ohne die Pandemie für Freizeit oder andere Aktivitäten hätte ausgegeben werden können, wurde eher für andere Dinge wie langlebige Güter ausgegeben.

Da die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen, waren die Verkäufe von langlebigen Gütern robust und hoben die Auslieferungen von weißer Ware im Geschäftsjahr 2020 auf 2,61 Billionen Yen (ca. 19,5 Milliarden Euro), den höchsten Stand seit einem Vierteljahrhundert. Dennoch rechnen Ökonomen damit, dass die Unsicherheit, die durch die Pandemie entstanden ist, dafür sorgt, dass Verbraucher immer mehr sparen werden.

Alles hängt von der Impfkampagne ab

Die Pandemie hat E-Commerce und Kaufgemeinschaften, die größere Mengen kaufen, um zu sparen in Japan gefördert. Durch den dritten Ausnahmezustand könnte Japans Wirtschaft im Zeitraum April bis Juni erneut in eine Rezession fallen, zum zweiten Mal in Folge.

Vieles hängt von der Geschwindigkeit der Impfkampagne ab. Laut einer Prognose der Bank of Japan würde eine Entspannung der Pandemie dazu führen, dass der private Konsum angekurbelt wird, weil die Verbraucher damit beginnen, ihr Erspartes wieder auszugeben. Sollte das Land allerdings beim Impfen zu lange brauchen, gefährdet dies die Wirtschaft.

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