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Frühjahrslohnverhandlungen

Lohnerhöhungen in Japan bleiben unter den Forderungen

Mehrere große Unternehmen haben angekündigt, dass sie bei den diesjährigen shunto (Frühjahrslohnverandlungen), die Forderungen der Gewerkschaften vollständig akzeptieren werden. Anders sieht es allerdings bei kleineren und mittelständischen Unternehmen aus. Insgesamt wird die Lohnerhöhung wohl unter den Forderungen der Politik und Gewerkschaften bleiben.

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Die Gewerkschaften haben in diesem Jahr die höchste Lohnerhöhung seit Jahren gefordert, damit die Beschäftigten in Japan den Anstieg der Verbraucherpreise bewältigen können.

Viele Unternehmen planen Lohnerhöhungen unter 3 Prozent

Es ist seit 1974 das erste Mal, dass die großen japanischen Unternehmen die Forderung der Gewerkschaften in vollem Umfang übernehmen. Toyota und Honda hatten bereits Ende Februar angekündigt, die Forderungen vollumfänglich nachkommen zu wollen.

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Laut einer aktuellen Umfrage bei den Mitgliedern der Japan Association of Corporate Executives wollen rund 70 Prozent die Gehälter erhöhen. 46,5 Prozent gaben an, dass sie die Löhne um weniger als 3 Prozent erhöhen werden, 20,4 Prozent gaben an, die Löhne zwischen 3 und höchstens um 4 Prozent erhöhen zu wollen. 19,7 Prozent der Befragten gaben an, die Löhne zwischen 4 und 5 Prozent erhöhen zu wollen und 13,4 Prozent planen eine Erhöhung von mehr als 5 Prozent.

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Auch etwa 60 Prozent kleinere und mittelständische Unternehmen gaben in einer Umfrage der japanischen Industrie- und Handelskammer an, dass sie ebenfalls eine Lohnerhöhung planen.

Bei dieser Umfrage gaben 40,1 Prozent der Unternehmen an, dass sie die Löhne um weniger als 3 Prozent erhöhen werden. Insbesondere für kleinere Unternehmen ist eine Lohnerhöhung schwierig, da sie die steigenden Kosten nicht durch eine Preiserhöhung auffangen können.

Forderung des Premierministers wird wohl nicht erfüllt

Japans Premierminister hatte vor den shunto dazu aufgefordert, dass die Löhne steigen sollen und die Erhöhung die Inflation übertreffen muss. Die Verbraucherpreise sind im Januar in Japan um 4,2 Prozent gestiegen.

Rund 30 Prozent der befragten Unternehmen gaben in beiden Umfragen an, dass sie die Löhne um rund 4 Prozent erhöhen wollen. Im Mittelpunkt steht daher die Frage, ob die Erhöhung ausreichen wird, um die Auswirkungen der Inflation abzumildern.

Laut der Bank of Japan lag die Inflation 2022 bei 3 Prozent, die Zentralbank prognostiziert für das aktuelle Jahr eine Inflation von 1,6 Prozent und für 2024 1,8 Prozent.

Wenn die Lohnerhöhungen nicht mit der Inflation mithalten, könnte dies die persönlichen Ausgaben bremsen und so die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie abbremsen.

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