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HomeNachrichten aus JapanWirtschaftMindestlohnerhöhung führt in Japan zu mehr festangestellten Arbeitnehmern

Größere Unternehmen ändern ihre Einstellungsstrategie

Mindestlohnerhöhung führt in Japan zu mehr festangestellten Arbeitnehmern

Jiji: Laut einer Umfrage von Tokyo Shoko Research TSR) führt die kommende Mindestlohnerhöhung in Japan dazu, dass sich immer mehr Unternehmen dazu entscheiden, Arbeitnehmer fest anzustellen, anstelle auf Teilzeitarbeitskräfte zu setzen.

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Der Mindestlohn soll im Oktober um 28 Yen (0,22 Euro) auf durchschnittlich 930 Yen (ca. 7,16 Euro) steigen. Für viele Arbeitgeber ist es daher zu teuer, auf Teilzeitarbeitskräfte zu setzten, die auf Stundenbasis bezahlt werden.

Mindestlohnerhöhung ändert Einstellungsstrategie besonders bei größeren Unternehmen

TSR befragte 9.278 Unternehmen, 914 gaben an, dass sie planen, Vollzeitstellen auszubauen, wenn die Mindestlohnerhöhung in Kraft tritt.

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7.745 Unternehmen gaben an, dass die Erhöhung noch keine Auswirkungen auf die Einstellungsstrategie haben wird, einige Unternehmen schlossen dies allerdings nicht kategorisch aus.

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Zudem zeigt die Umfrage, dass größere Unternehmen eher bereit sind, mehr Menschen als Vollzeitkräfte einzustellen, als kleinere und mittlere Unternehmen.

Die Erhöhung des Mindestlohns wird von Unternehmerseite scharf kritisiert, da man befürchtet, dass die Folgen zu einer weiteren Verschärfung der wirtschaftlichen Situation führen wird, die bereits durch die Pandemie schwer getroffen wurde.

Ein Sprecher von Tokyo Shoko Research sagte, dass Unternehmen mit guten Geschäftsergebnissen möglicherweise dazu übergehen, mehr Vollzeit einzustellen, anstatt auf stundenweise Mitarbeiter wie Zeitarbeiter und Teilzeitkräfte zu setzten, und verwies auf Japans langjährigen Arbeitskräftemangel in Verbindung mit der schnell alternden Bevölkerung.

Japans Mindestlohn liegt auf Platz 5 der G7-Länder

„Das Ergebnis deutet darauf hin, dass mehr Unternehmen ihre Meinung ändern und versuchen, die Produktivität pro Arbeitnehmer bei langfristiger und stabiler Festanstellung zu verbessern, was durch die Mindestlohnerhöhung angeregt wurde“, so Hisashi Yamada, stellvertretender Vorsitzender des Think Tank Japan Research Institute.

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„Grundsätzlich sind viele mittlere und kleine Unternehmen finanziell instabil und anfälliger für die Folgen einer Lohnerhöhung, so dass unter Berücksichtigung der aktuellen Situation eine Art von Unterstützungsmaßnahmen erforderlich ist“, so Yamada. Laut Yamata sollte es Ausnahmen von der Lohnerhöhung für pandemiegefährdete Branchen wie Dienstleister geben.

Japans Mindestlohn liegt nach den OECD-Daten für 2020 an fünfter Stelle unter den G7-Ländern, nach Frankreich mit 12,20 Dollar, Deutschland mit 12,00 Dollar, Großbritannien mit 11,10 Dollar und Kanada mit 10,50 Dollar. Die Vereinigten Staaten liegen mit 7,3 Dollar am niedrigsten, Italien hat keinen Mindestlohn.

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