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Stattdessen Produktion in Thailand

Nikon stellt Produktion von Spiegelreflexkameras in Japan ein

Fast jeder kennt die Spiegelreflexkameras von Nikon Corp, nun will das Unternehmen die Produktion im Inland noch in diesem Jahr einstellen.

Spiegelreflexkameras wussten vor allem durch ihre robusten Kameragehäuse zu überzeugen und konnten auch von Kriegsfotografen eingesetzt werden. Besonders beliebt waren sie in der Zeit des Vietnamkrieges.

Spiegelreflexkameras werden in Thailand hergestellt

Nikon ist neben Canon einer der beiden führenden Hersteller im Bereich der Spiegelreflexkameras. Allerdings hat die Nachfrage in den vergangenen Jahren stark nachgelassen und die Anfragen für Smartphones oder Kompaktkameras nahmen zu.

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Die Produktion wird aber nicht lahmgelegt, sondern ins Ausland verlagert. Nikon sagte, dass die Produktion des letzten im Inland hergestellten Modells, der D6-Serie, die für professionelle Fotografen gedacht ist, von der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans in die Hauptproduktionsbasis des Unternehmens in Thailand verlagert wird.

„Wir haben ein System, um außergewöhnliche Qualität zu gewährleisten, egal wo unsere Produkte hergestellt werden“, sagte ein Nikon-Vertreter.

Canon mit dem größten Marktanteil

Der Umzug bedeutet allerdings das Ende der Kameragehäuse-Produktion in Japan, die 1948 begann. Die Herstellung von Ersatzteilen und Ersatzobjektiven wird jedoch in Japan fortgesetzt.

„Nikon hatte keine andere Wahl, als die Produktion nach Thailand zu verlagern, um die Kosten zu senken, da der inländische Marktanteil immer weiter sinkt“, sagte Ichiro Michikoshi, Chef-Analytiker beim Forschungsunternehmen BCN Inc.

Eine BCN-Studie zeigt, dass Canon im Jahr 2020 mit einem Anteil von 36,8 Prozent die dominierende Position auf dem japanischen Digitalkameramarkt innehatte, gefolgt von Sony Corp. und Nikon mit 19,5 Prozent bzw. 12,6 Prozent

Nikon fällt hinter Sony zurück

Michikoshi merkte auch an, dass Nikon im Bereich der spiegellosen Kameras hinter Sony zurückbleibt, obwohl das Unternehmen zusammen mit Canon lange Zeit die beiden führenden Anbieter von Hochleistungsmodellen auf der ganzen Welt waren.

„Sony hat seine Präsenz mit Produkten, die mit großen Bildsensoren ausgestattet sind, schnell erhöht, aber die ersten Modelle, die von Nikon und Canon herausgebracht wurden, waren hauptsächlich Produkte, die sich an Einsteiger-Fotografen richten“, sagte er.

„Mein Eindruck ist, dass Nikon schrecklich zurückfiel“, fügte Michikoshi hinzu. „Das Unternehmen verwendete weiterhin den ursprünglichen Objektivanschluss, den es zuerst für das F-Modell eingeführt hatte, aber weniger Digitalkamerakäufer als erwartet nutzten weiterhin die gleichen Objektive, was das Unternehmen zwang, 2018 den Kurs zu ändern.“

Das Festhalten am Objektivanschluss hat Nikon seiner Ansicht nach wahrscheinlich davon abgehalten, sich auf die Entwicklung spiegelloser Modelle in der Anfangsphase zu konzentrieren.

Schlechte Zeiten für Kamerabranche

Kameras werden allgemein weniger verkauft. Spiegelreflexkameras sind vielen zu groß und sperrig, um spontan Fotos knipsen zu können. Aber auch der Verkauf von Digitalkameras sinkt immer weiter.

Laut der Camera & Imaging Products Association sanken die Verkäufe innerhalb und außerhalb Japans von 1,4681 Billionen Yen (etwa 11 Milliarden Euro) im Jahr 2012 auf 420,1 Milliarden Yen (etwa 3,2 Milliarden Euro) im Jahr 2020.

Grund dafür sind vor allem Smartphones und die immer weiter voranschreitende Kameratechnologie, die in ihnen verbaut wird.

„Die Leistung von Kameras, die in Smartphones integriert sind, hat sich dramatisch verbessert, sodass sich die Verbraucher nicht mehr die Mühe machen müssen, immer eine Kamera mitzunehmen“, sagte er.

Coronavirus hat Einfluss auf Geschäftszahlen

Auch die neue Coronavirus-Pandemie hat der Kamerabranche nicht gutgetan. Nikon meldete für das im März 2021 endende Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 23,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bei einem Jahresumsatz von 450 Milliarden Yen (etwa 3,4 Milliarden Euro).

Der Betriebsverlust belief sich auf 65 Milliarden (497 Millionen Euro) Yen, während im Vorjahr ein Betriebsgewinn von 6,7 Milliarden Yen (etwa 51 Millionen Euro) erzielt wurde.

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