Stats

Anzeige
Home News Wirtschaft Onlineangebote sollen Kaufhäuser in Japan retten

Pandemie sorgt für Änderung der Strategie

Onlineangebote sollen Kaufhäuser in Japan retten

Die Pandemie trifft weltweit viele Unternehmen, das spüren auch die Kaufhäuser in Japan. Die Branche leidet allerdings bereits seit einigen Jahren an sinkenden Einnahmen und bemühen sich daher ihr Angebot im Internet auszubauen.

Allerdings ähnlich wie in Deutschland haben die Anbieter es lange Zeit verschlafen, auf das veränderte Verkaufsverhalten zu reagieren und einige Unternehmen sind dieser Engstirnigkeit bereits zum Opfer gefallen.

Umsatz der Kaufhäuser fällt immer weiter

Vergleicht man die Zahlen in den letzten Jahren, sind die Umsätze der Kaufhäuser mittlerweile um die Hälfte gesunken. Eine ganze Reihe von Unternehmen haben in den letzten Jahren geschlossen. Laut der Japan Department Stores Association lag der Umsatz 2020 bei etwa 4,22 Billionen Yen und damit deutlich unter dem Rekordjahr 1991.

Allein die vier größten Betreiber meldeten einen Einbruch von 30 bis 40 Prozent für den Zeitraum April bis November 2020.

LESEN SIE AUCH:  Geschäft mit Walbeobachtungen ist in Japan viel größer als der Walfang

Die Unternehmen kämpfen gleich mit mehreren Problemen. Zum einen hat das Interesse der jungen Menschen an ihren Angeboten nachgelassen und das Onlineshopping wird immer beliebter.

Gerade im Bereich Onlineshopping müssen die Kaufhäuser sich allerdings gegen die Platzhirsche Amazon und Rakuten durchsetzten, die neben einem großen Angebot auch einigen Service bieten.

Durch die Pandemie hat sich ein weiteres Problem entwickelt, denn da auch die Touristen ausbleiben, sinkt der Umsatz immer weiter. Gerade Kunden aus China haben jedes Jahr für stabile Einnahmen gesorgt.

Abheben von Amazon und Co.

Die Strategie gegen den Kundenschwund ist für die Kaufhäuser ganz klar der Ausbau ihres Onlineangebots und dabei etwas zu bieten, dass Amazon und Rakuten nicht haben.

Im letzten Sommer begann Sogo & Seibu Co. eine Tochtergesellschaft von Seven & I Holdings Co. damit, wichtige Kunden über Zoom zu beraten und erzielte damit einen Umsatz von über 32 Millionen Yen. Der Umsatz mit Schmuck ist nach Angaben des Unternehmens solide.

LESEN SIE AUCH:  Das Kaufhaus Shibuya Parco wird wieder zu einem Zentrum der japanischen Popkultur

Im März führte das Flaggschiff der Isetan Mitsukoshi Holdings Ltd. im Tokyoter Stadtteil Shinjuku einen Virtual-Reality-Service über eine Smartphone-App ein, der es den Kunden ermöglicht, sich mit einem Avatar in den Geschäften der Filiale umzusehen und Produkte online zu kaufen.

Kekse und andere gebackene Süßigkeiten, die in der Lebensmittelabteilung im Untergeschoss des Kaufhauses verkauft werden, sind seit Mittwoch für den Online-Verkauf verfügbar. Das Unternehmen will die Produktpalette schrittweise erweitern.

Immer mehr Unternehmen setzten auf Onlineangebote

Die beiden Unternehmen stehen damit nicht allein, denn überall in Japan setzten Kaufhäuser auf den Ausbau ihrer Onlineangebote und versuchen sich von den großen Platzhirschen abzusetzen.

Eine Filiale von Tenmaya Co. in Fukuyama hat im Februar damit begonnen, Kunden online zu beraten. Der Kaufhausbetreiber, der hauptsächlich in der Region Chugoku tätig ist, plant den Online-Dienst in allen Filialen anzubieten.

Lokal hergestellte Töpferwaren und Luxuskleidung für Frauen verkaufen sich nach Angaben des Unternehmens gut.

 

Anzeige
Anzeige