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Menschen schauen weniger auf modische Trends

Pandemie bringt immer mehr Bekleidungsgeschäfte in Japan in Schwierigkeiten

Die Pandemie bringt Bekleidungsgeschäfte in Japan in immer größere Probleme und vergrößert die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern.

Menschen bevorzugen mittlerweile preisgünstige Funktionskleidung und wenden sich von der traditionellen Business-Kleidung ab. Die Zeiten, in denen mehr nach modischen Trends geschaut wurde, als nach Funktionalität, scheinen durch die Pandemie in Japan vorbei zu sein.

Bekleidungsgeschäfte, die praktische Kleidung verkaufen, boomen in Japan

1980 eröffnete „Workman“ sein erstes Geschäft, in dem Kleidung für Bauarbeiter verkauft wurde. Die Anzahl der Bekleidungsgeschäfte des Unternehmens in Japan kletterte Ende Januar auf 902, mehr als Uniqlo, die 809 Filialen in Japan betreiben.

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Für das laufende Geschäftsjahr, das im März endet, erwartet Workman das zehnte Jahr in Folge ein Wachstum des Umsatzes, der seit 2017 kontinuierlich ansteigt. Auch die Pandemie konnte das Wachstum nicht bremsen.

Workman eröffnete 2018 eine neue Ladenkette namens „Workman Plus„, um preisgünstige Sport- und Outdoor-Bekleidung zu verkaufen, nachdem die wasser- und kältebeständigen Regenmäntel des Unternehmens für Bauarbeiter bei Motorradfahrern für den Einsatz im Winter populär wurden.

Ökonomen sagen, dass Workman auf der Welle eines Booms der Outdoor-Aktivitäten in Japan aufgrund der Pandemie geritten ist.

Auch Fast Retailing ist ein weiterer Nutznießer der veränderten Vorliebe der Verbraucher für Alltagskleidung.

Da die Menschen im Allgemeinen nicht allzu pingelig darauf achten, wie sie aussehen, wenn sie von zu Hause aus arbeiten, hat Kleidung mit einer hohen Funktionalität in der Pandemie einen Verkaufsboom entwickelt.

Im Homeoffice ist es wichtiger, dass die Kleidung bequem ist, modische Trends interessieren da nicht
Im Homeoffice ist es wichtiger, dass die Kleidung bequem ist, modische Trends interessieren da nicht. Bild: Kyodo

Büroangestellte kleiden sich lässiger

Auf der anderen Seite kämpfen Bekleidungsgeschäfte, die Business-Kleidung für Herren und hochpreisige Kleidung anbieten, mit einem Umsatzrückgang.

Büroangestellte kleiden sich legerer, angestachelt durch die „Cool-Biz„-Kampagne, die die japanische Regierung 2005 gestartet hat, um den Energieverbrauch durch Klimaanlagen im Sommer zu senken.

Durch die "Cool Biz"Kampagne kleiden sich auch Büroangestellte lässiger.
Durch die „Cool Biz“Kampagne kleiden sich auch Büroangestellte lässiger. Bild: Kyodo

2020 meldete der 1902 gegründete japanische Luxuskleidungshersteller Renown Insolzenz an, da der Umsatz durch die Pandemie in den Keller abgerutscht ist.

Auch Aoyama Trading, die in Japan in 850 Bekleidungsgeschäfte betreibt, wurde von dem Trend nach praktischer Kleidung hart getroffen. Das Unternehmen kündigte an bis März 2022 160 Filialen zu schließen und bis März 2024 das Filialnetz auf 400 Geschäfte zu verkleinern.

Business Wear meldete, dass die Anzahl der verkauften Herrenanzüge in seinen Filialen bis Dezember um 33,9 Prozent gesunken ist.

Zwar werden nicht alle Bekleidungsgeschäfte, die hochpreisige Kleidung verkaufen, in Japan verschwinden, aber immer mehr Geschäfte werden aufgeben oder sich verkleiner, wenn der Trend bleibt, dass die Menschen in Land den Fokus auf Funktionalität und weg von modische Trends verlagern.

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