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Pandemie kostet immer mehr Menschen den Job

Pandemie führt zu mehr Arbeitslosigkeit in Japan

Wie aktuelle Daten der Regierung zeigen, ist Japans Arbeitsplatzverfügbarkeit im Juli auf ein Sechsjahrestief gefallen, auch die Arbeitslosigkeit ist angestiegen.

Die Rate der Arbeitsplatzverfügbarkeit fiel von 1,11 im Juni auf 1,08 und erreichte damit zum siebten Mal in Folge den niedrigsten Stand seit April 2014, teilte das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt mit. Das Verhältnis bedeutet, dass auf 100 Arbeitssuchende 108 Stellenangebote kommen.

Arbeitslosigkeit in Japan nimmt zu

Laut des das Ministerium für innere Angelegenheiten und Kommunikation ist die Arbeitslosenquote um 0,1 auf 2,9 Prozent (2,8 Prozent im Juni) gestiegen. Analysten erwarten, dass die Quote in den nächsten Monaten auf über 3 Prozent ansteigen wird.

Die Arbeitsplatzdaten zeichneten ein düsteres Bild einer Wirtschaft, die sich schwertut, aus der Rezession herauszukommen, nachdem der Ausbruch des Coronavirus zu einer Verlangsamung der Aktivitäten und einer Rekordkontraktion der Wirtschaft im Quartal April-Juni geführt hatte.

Mehr zum Thema:  Japans niedrige Arbeitslosenquote verschleiert die tatsächliche Situation

Trotz der Aufhebung des Ausnahmezustands im Mai hat die Wirtschaftstätigkeit Japans noch nicht wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht, was die Aussichten auf die Zukunft unsicher macht.

Der Dienstleistungssektor hat weiterhin zu kämpfen, wobei die jüngsten Daten zeigen, dass die neuen Stellenangebote im Hotel- und Gaststättengewerbe gegenüber dem Vorjahr vor der Saisonbereinigung um 44,0 Prozent zurückgegangen sind. Die Zahl der Angebote im verarbeitenden Gewerbe ging um 40,9 Prozent zurück.

Die Berichte zeigen, vor welcher Herausforderung der Nachfolger des scheidenden Premierministers Shinzo Abe steht, da die Beschäftigungsdaten ein nachlaufender Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit sind. Japans Regierung hat den Unternehmen Subventionen gewährt, um die Beschäftigten inmitten Pandemie zu halten.

„Wir werden in Zukunft wahrscheinlich einen größeren Einfluss auf die Beschäftigung sehen“, so Toru Suehiro, leitender Marktökonom bei Mizuho Securities Co. zur aktuellen Situation. „Es wird erwartet, dass sich Japans Wirtschaft im Zeitraum Juli-September erholen wird, aber es besteht die Möglichkeit, dass die Unternehmen immer noch zögern werden, Mitarbeiter einzustellen.“

Die Arbeitslosenquote ist in den letzten Jahren unter 3 Prozent geblieben, da das Land inmitten der rapiden Alterung der Bevölkerung mit einem gravierenden Arbeitskräftemangel zu kämpfen hatte.

Besonders Zeitarbeiter betroffen

Das Arbeitsministerium teilte in einem weiteren Bericht mit, dass die kumulierte Zahl der Personen, die entlassen wurden oder deren Arbeitsverträge voraussichtlich nicht verlängert werden, Ende August auf 50.326 gestiegen sei, rund 9.000 mehr als einen Monat zuvor.

Dieser Anstieg dürfte auf viele Zeitarbeiter zurückzuführen sein, deren Quartalsverträge nach dem laufenden Juli-September-Quartal nicht mehr verlängert würden und die einen Monat im Voraus gekündigt wurden.

Das Ministerium sammelt seit Februar Daten über Personen, die aufgrund der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben, und das Tempo des Anstiegs verlangsamte sich ab Juni, etwa zu der Zeit, als sich die japanische Wirtschaft allmählich wieder öffnete.

Allein im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 20.000 auf 1,96 Millionen.

Etwa 720.000 Menschen verließen freiwillig ihren Arbeitsplatz, was einem Rückgang um 20.000 entspricht, während 560.000 gezwungen wurden, ihren Arbeitsplatz zu verlassen, was einem Rückgang um 40.000 entspricht. Etwa 490.000 Menschen suchten nach Angaben des Innenministeriums nach einem Arbeitsplatz, das sind 20.000 mehr.

Die Arbeitslosenquote bei Männern sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent, während die Quote der Frauen um 0,2 Punkte auf 2,7 Prozent stieg.

Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen stieg um 110.000 auf 66,48 Millionen.

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