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Preise fallen, Qualität leidet

Popularität von Matcha verschärft den Konkurrenzkampf der Erzeuger in Japan

Die wachsende Popularität von Matcha, insbesondere in Süßigkeiten und Getränken verarbeitet, führt dazu, dass sich der Konkurrenzkampf der Erzeuger in Japan verschärft.

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Die Erzeuger von Tencha, den grünen Teeblättern, die zu fein gemahlenem Teepulver verarbeitet werden, haben ihre Produktion verstärkt, um mit der steigenden Nachfrage schritthalten zu können.

Matcha wird Massenprodukt

Präfekturen wie Kagoshima und Shizuoka, in denen traditionell Teesorten für Japans beliebtesten Grüntee, den Sencha, in Massenproduktion hergestellt werden, haben ihre Produktion ausgeweitet. Die Erzeuger in Kyoto, das für seine Matcha-Marke „Uji-Tee“ bekannt ist, haben damit begonnen, neue Matcha-Sorten in größerem Umfang zu vertreiben.

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Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei ist die Jahresproduktion von grünem Tee in Japan in den letzten Jahren von über 100.000 Tonnen im Jahr 2004 auf 70.000 bis 80.000 Tonnen gesunken.

Im Gegensatz dazu hat sich die Produktion von Tencha im Vergleich der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt und erreichte 2019 mit 3 500 Tonnen ihren Höchststand, was auf den zunehmenden Konsum von Matcha im In- und Ausland zurückzuführen ist.

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Die Nachfrage nach Tencha bleibt auf hohem Niveau, da große Lebensmittel- und Getränkehersteller neue Produkte wie Matcha-Latte in Flaschen auf den Markt bringen.

Uji, ein führendes Teeanbaugebiet in Kyoto, und Nishio in der Präfektur Aichi waren bis vor etwa einem Jahrzehnt die wichtigsten Anbaugebiete für Tencha.

Im Jahr 2012 entfielen fast 80 Prozent der Produktion auf Kyoto und Aichi, doch aufgrund von Produktionssteigerungen in anderen Grüntee-Anbaugebieten sank dieser Anteil bis 2020 auf etwa 40 Prozent.

Die Präfekturen Kagoshima und Shizuoka, die führenden Erzeuger von Sencha-Grüntee,  haben beispielsweise in den letzten fünf Jahren die regionalen Erzeuger ermutigt, ihre Produktion hin zu Tencha umzustellen.

Preise für Tencha fallen

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Nach Angaben der Präfekturverwaltung von Kyoto hat die Zunahme des Angebots dazu geführt, dass der Preis für Tencha um die Hälfte gesunken ist.

Etwa 70 Prozent des landesweit verwendeten Tencha stammen von Blättern der mittleren Sorte Yabukita und sind daher für Sencha geeignet. Durch Änderungen in der Anbaumethode, wie z. B. das Abdecken der aufkeimenden Knospen, um das Sonnenlicht zu blockieren, können sie jedoch auch für Matcha verwendet werden. Dieses Verfahren verstärkt das Umami und die Süße der Teeblätter.

Die Verwaltung der Präfektur Kyoto versucht, die regionalen Erzeuger zu ermutigen, auf die Produktion von rund zehn einzigartigen Tencha-Sorten umzusteigen, die für Matcha geeignet sind und deren Preise mehr als das 1–1/2-fache der Yabukita-Blätter betragen. Außerdem werden die Erzeuger von Setzlingen für diese Tencha-Sorten finanziell unterstützt.

Die Erzeuger eines Teeverbands in Nishio weisen jedoch darauf hin, dass sich ihr Markt aufgrund einer Produktionsstrategie, die sich auf hochpreisigen Tencha konzentriert, verengt hat.

Der Verband forderte daher im Februar letzten Jahres das Landwirtschaftsministerium auf, die Bezeichnung „Matcha made in Nishio“ von der geografischen Angabe zu streichen, mit der hochwertige regionale Agrar- und Lebensmittelprodukte geschützt werden sollen.

Die Bezeichnung führt dazu, dass die Erzeuger einige Anforderungen beachten müssen, um die Auszeichnung zu erhalten. Um mit den gestiegenen Anforderungen des Marktes mithalten zu können, können diese Anforderungen allerdings nicht eingehalten werden.

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