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Produktionsassistenten berichten über Arbeitsbedingungen in der Anime-Industrie

In einer von Sakuga-Blog geführten anonymen Umfrage unter Produktionsassistenten berichten diese über Vorkommnisse, die sie während ihrer Arbeit erlebt haben.

Sakuga-Blog ist eine von Fans betriebene Seite, die sich dem Blick hinter den Kulissen verschworen hat. Neben Backround-Informationen bei einzelnen Anime haben sie auch eine Umfrage veranlasst, in dem Anime-Produktionsassistenten über den Arbeitsalltag berichten.

Folgende Dinge wurden nun publik:

Geleistete Überstunden bei der Anime-Produktion

Unbezahlte Überstunden
Bild: Sakugablog

Laut der Umfrage haben 96 Prozent der befragten Personen schon Überstunden gearbeitet. 72 Prozent gaben an, „schon immer“ Überstunden zu leisten. Lediglich 20 Prozent sagten, dass sie nicht an Wochenenden oder Feiertagen arbeiten würden. Zusätzlich hatten 76 Prozent der Befragten noch mehrere unbezahlte Überstunden angesammelt.

So gaben 44 Prozent an, dass sie gelegentlich Überstunden nahmen, während weitere 32 Prozent erklärten, dass sie die Überstunden immer nehmen. Außerdem sprachen die Befragten davon, dass von ihnen immer erwartet wurde auf Abruf bereit zu sein. „Man kann nicht einfach in den Urlaub fahren. Falls etwas passiert, muss man immer einspringen können oder bei anderen Episoden aushelfen“.

Machtmissbrauch der Vorgesetzten

Machtmissbrauch Studio
Bild: Sakugablog

Darüber hinaus gaben 76 Prozent der Befragten an, dass sie von ihrem Vorgesetzten bei der Arbeit belästigt worden sind – sprich psychischer oder physischer Missbrauch. 56 Prozent sagten aus, dass so etwas gelegentlich passiert ist, während 20 Prozent das durchgehend erlebt haben.

So erzählte ein Bericht folgendes: „Ich habe aufgehört in einem bestimmten Animestudio zu arbeiten – nicht nur wegen der unbezahlten Überstunden, sondern auch wegen fehlenden Beiträgen meines regulären Gehalts. So fehlten mir am Ende noch 100.000 Yen (ca. 800 Euro) Gehalt. Es gab auch mehrere Fälle, in denen man mit Berufsanfängern arbeiten musste, die danach völlig ausgelaugt waren und dann ohne Mitspracherecht einfach gefeuert wurden. Im ersten Studio in dem ich arbeitete, hörte ich wie einmal jemand Selbstmord beging. In dem Studio war es dann so, dass es Zeitstempelkarten gab, die einen bis hin zu 500 Überstunden zählen hat lassen. Auch gab es in dem Studio Vorfälle, bei der uns mit Gewalt gedroht wurde.“

Mehr zum Thema:
Studio Madhouse unter Verdacht, Überstunden seiner Mitarbeiter nicht zu vergüten

Akzeptanzsignale innerhalb der Industrie

Sakuga-Blog stellte dabei fest, dass diese Beichten innerhalb der Anime-Industrie auf Sympathie stoßen. So bekam der Blog mehrere Mails zugeschickt, dass man Verständnis für die unglücklichen Mitarbeiter habe. Diese schrieben aber auch: „[…] das Thema der Überstunden kommt oft vor – keine Frage – allerdings ist diese Mehrarbeit nicht so schlimm, wie manche behaupten. Auch, wenn es schrecklich klingen mag – meiner Erfahrung nach gleicht das Geschriebene nicht den tatsächlichen Umständen. Natürlich bin ich nicht der Meinung, dass Menschen, die ihre Freizeit zu schätzen wissen, zu Extra-Arbeit gezwungen werden sollen. Es kommt darauf an, wie du dich entscheidest, dein Leben zu leben.“

Desweiteren berichtete ein anderer Produktionsassistent, dass es in dem Studio, in dem er arbeitete, freie Tage für die Mitarbeiter gab, um die Überstunden zu reduzieren. „Die Art, wie ein Anime produziert werden soll, hat sich allerdings nicht verändert. Bekommen wir also einen Auftrag zugeteilt, bei dem eine schlechte Zeitplanung existiert, fallen diese freien Tage ebend weg. Ich bin glücklicherweise in der Situation, in der das Animestudio von sich aus seine Richtlinien verbessert hat. Die Art und Weise, wie ein Anime produziert wird, konnte man bislang noch nicht verändern“.

Arbeitsbedingungen nicht überall gleich

Produktionsassistenten Tabelle
Bild: Sakugablog

Die Umfrage verdeutlichte außerdem, inwieweit die Assistenten angestellt sind. So gaben 92 Prozent an, dass sie entweder als Vollzeit oder zeitlich befristet angestellt (für die Dauer der Anime-Produktion) sind. Auch gaben 92 Prozent an, dass sie bezüglich der Reisekostenerstattung zum Arbeitsplatz entweder komplett entlastet wurden oder wenigstens teilweise. Die Hälfte der Befragten gab an, Boni oder Gehaltserhöhungen zu bekommen. Gerade das steht im vollen Kontrast, wenn man bedenkt, dass Animatoren keinen richtigen Mitarbeiterstatus in der Firma haben.

Sakuga-Blog gab außerdem an, das dass das nur die Spitze des Eisberges sei und man es aufgrund von wenigen Erfahrungsberichten nicht als komplett repräsentativ darstellen sollte.

Quelle: Sakuga-Blog

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