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Kaum Hilfe von Vermittlern und Unternehmen

Rund 20.000 Praktikanten sitzen in Japan fest

Fast 20.000 ausländische Praktikanten, von denen die meisten ihr Praktikum abgeschlossen haben, sitzen zurzeit in Japan fest. Die meisten können wegen der Reisebeschränkungen nicht zurück in ihre Heimat und haben kaum noch Geld zum Leben.

Viele, die gezwungen sind länger als geplant in Japan zu bleiben, sagen, dass ihre ehemaligen Arbeitgeber ihnen mit Gleichgültigkeit entgegenkommen.

Zahl der Praktikanten, die in Japan festsitzen, könnte noch deutlich steigen

Die japanische Einwanderungsbehörde schätzt, dass zurzeit 19.600 ausländische Praktikanten in Japan festsitzen. Etwa 410.000 Praktikanten halten sich zurzeit im Rahmen des neuen Visa-Programms in Japan auf.

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Die Zahl der Menschen, die in Japan festsitzen, könnte also in den nächsten Wochen noch deutlich anstiegen.

Technische Praktikanten werden über Vermittler an Unternehmen in Japan entsandt. Nach maximal fünf Jahren verlieren die Praktikanten ihren Visastatus und müssen in ihr Heimatland zurückkehren. Die Kosten für die Rückreise tragen die Vermittler.

Es ist jedoch unklar, wer die Lebenshaltungskosten zwischen dem Ende der Ausbildung und dem Zeitpunkt der Abreise aus Japan übernehmen soll.

Ehemalige Arbeitgeber und Vermittler helfen in nur wenigen Fällen

Einige Auszubildende haben sich an die Vermittler und ihre früheren Arbeitgeber gewandt, sagten jedoch, dass die Reaktionen nicht ausreichen, um ihre finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden.

Futaba Industrial, ein großes Unternehmen, einigte sich auf eine befristete Vereinbarung, um den ehemaligen Praktikanten zwei Monate lang jeweils 10.000 Yen als Lebenshaltungskosten zu zahlen.

Die Begründung des Unternehmens lautete, dass eine Person 150.000 Yen bräuchte, um zwei Monate lang zu überleben. Von dieser Summe wurden die 100.000 Yen für die Coronavirus-Zahlung der Regierung und 40.000 Yen für den Aufenthalt in einem Firmenwohnheim abgezogen.

Die Praktikanten erhielten ein monatliches Gehalt von 100.000 Yen bis 150.000 Yen, das sie mit nach Hause nehmen konnten.

Nachdem ihr Flug gestrichen wurde, kürzten einige von ihnen ihre Mahlzeiten auf zwei Mahlzeiten pro Tag, um sich durchzuschlagen.

Futaba Industrial stimmte zu, den Praktikanten als Geste des Mitgefühls eine nicht bekannt gegebene Summe zu zahlen.

Ein Sprecher von Futaba Industrial sagte, das Unternehmen habe ihre Lebenshaltungskosten und andere Ausgaben überprüft. Die ehemaligen Auszubildenden sollen alle im August nach China zurückkehren.

Programm für technische Praktikanten immer wieder in der Kritik

Andere Praktikanten, die bei kleineren Arbeitgebern arbeiteten, sind mit noch schlimmeren Bedingungen konfrontiert.

Das System der Aufnahme ausländischer technischer Praktikanten begann 1993. Das Programm sichert der japanischen Industrie, die von einem Arbeitskräftemangel geplagt ist, billige Arbeitskräfte aus Entwicklungsländern. Allerdings gibt es mit dem Programm immer wieder Probleme.

AS

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