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Export steigt deutlich an

Sake findet eine neue Heimat außerhalb von Japan

Sake, der traditionelle japanische Spirituose, ist im eigenen Land nicht mehr so beliebt, Hersteller haben bereits damit begonnen, den Reiswein für das Ausland zu produzieren.

Aber auch in anderen Ländern wird Sake immer beliebter. So zum Beispiel in Frankreich, wo Sake zu immer mehr Gerichten, die nicht von der japanischen Küche inspiriert sind, angeboten wird.

Sake mittlerweile in Frankreich angekommen

Frankreich ist aber nicht das einzige Land, das in den letzten Jahren mehr Sake aus Japan importiert hat. Nach Angaben der Japan Sake and Shochu Makers Association sind die Verkäufe von exportiertem Sake in den letzten zehn Jahren jeweils gestiegen und haben sich von 7,2 Milliarden Yen im Jahr 2009 auf 23,4 Milliarden Yen im Jahr 2019 mehr als verdreifacht.

Der größte Exportmarkt sind die Vereinigten Staaten, die 2019 Sake im Wert von 6,76 Milliarden Yen kauften, gefolgt von China mit  5 Milliarden Yen und Hongkong mit 3,94 Milliarden Yen.

Mehr zum Thema:  Japan möchte mit 14 Millionen Euro Sake fördern

Immer mehr Verbraucher in Übersee beginnen zu entdecken, dass Sake ein vielseitiges Getränk ist, das zu vielen verschiedenen Arten von Lebensmitteln passt. Die eigentliche treibende Kraft hinter seiner wachsenden globalen Attraktivität ist jedoch die wachsende Reichweite der japanischen Küche.

Laut einer Umfrage des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei, die im Dezember letzten Jahres veröffentlicht wurde, stieg die Zahl der Restaurants, die japanische Gerichte im Ausland servieren, in nur zwei Jahren zwischen 2017 und 2019 um rund 30 Prozent, allein in Asien um 50 Prozent.

Im Jahr 2019 gab es rund 156.000 Restaurants, die japanische Lebensmittel außerhalb Japans servierten, im Vergleich zu nur 24.000 im Jahr 2006.

In dem Maße, wie der Hunger der Welt nach japanischem Essen wächst, wächst auch der Durst nach Sake. Da die Verbraucher in vielen Ländern noch vergleichsweise wenig mit dem Getränk vertraut sind, gibt es jedoch noch immer Hindernisse zu überwinden, bevor Reiswein auf den ausländischen Märkten Fuß fassen kann.

Sake wird immer öfters im Ausland hergestellt

In den letzten Jahren ist eine wachsende Zahl kleiner handwerklicher Brauereien in so unterschiedlichen Ländern wie Norwegen, Mexiko und Spanien entstanden und ihre Qualität wird von den Sake-Herstellern in Japan anerkannt.

Der Verband der japanischen Sake- und Shochu-Hersteller sagt, er unterstütze die Bemühungen der Sake-Brauereien im Ausland und sehe sie als Verbündete, die dazu beitragen, das Getränk zu verbreiten und nicht als Konkurrenten der japanischen Hersteller.

Während der Sake-Absatz auf der ganzen Welt in Schwung kommt, sieht das Bild zu Hause jedoch ganz anders aus.

Der inländische Sake-Absatz ist seit den 1970er-Jahren rückläufig, und obwohl sich der Rückgang seit Anfang der 2010er-Jahre weitgehend stabilisiert hat, ist der heutige Markt etwa ein Drittel so groß wie vor 50 Jahren.

Hitoshi Utsunomiya, Direktorin der Japan Sake and Shochu Makers Association, weist auf eine Reihe von Faktoren hin, wobei die wachsende Popularität von shōchū, der allgemeine Rückgang des Alkoholverkaufs und eine alternde Bevölkerung allesamt zu dem schwindenden von Sake beitragen.

Der Absatzrückgang wird dadurch gemildert, dass der Markt für Premium-Sake in den letzten Jahren gewachsen ist und der Durchschnittspreis für Sake seit 2012 stark angestiegen ist. Besonders bei der jüngeren Generation.

Sake-Festivals wie Nakatas Craft Sake Week versuchen, dieses wachsende Interesse der jüngeren Generation zu nutzen. Die Veranstaltung, die erstmals 2016 in Tokyo in den Roppongi Hills stattfindet, bringt Köche, Designer und DJs zusammen, um einen glamourösen Rahmen zu schaffen, in dem die Gäste Sake aus ausgewählten Brauereien probieren können. Im vergangenen Jahr zog das Festival rund 100.000 Menschen an.

Pandemie lässt Absatz in Japan einbrechen

Wie die meisten Veranstaltungen in Japan wurde auch die diesjährige Sake Week wegen COVID-19 abgesagt, und die Pandemie hat die Sake-Industrie auf viele andere Arten beeinflusst.

Utsunomiya sagt, dass die Hersteller von Premium-Sake, die hauptsächlich an Bars und Restaurants verkaufen, ihre Verkäufe Anfang des Jahres auf etwa die Hälfte des normalen Niveaus zurückgehen sahen, während die Hersteller von Sake für den allgemeinen Verbrauch, die hauptsächlich an Supermärkte verkaufen, nur geringfügig betroffen waren. Insgesamt, so Utsunomiya, sei der Absatz um etwa 20 Prozent zurückgegangen.

Die Pandemie hat auch die Bemühungen der Sake-Industrie beeinträchtigt, Japans Tourismusboom zu nutzen.

Besichtigungen von Sake-Brauereien wurden immer beliebter, und die Japan Sake and Shochu Makers Association war an der Organisation von Seminaren und Verkostungen für Besucher aus Ausland beteiligt.

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