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Unternehmensstimmung fällt

Schwacher Yen und steigende Rohstoffkosten bedrohen Japans wirtschaftliche Erholung

Japans Wirtschaft versucht sich von der Pandemie zu erholen, doch ein schwacher Yen und die steigenden Rohstoffkosten bremsen die Erholung immer stärker ab.

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Immer mehr Unternehmen geben die gestiegenen Preise an die Verbraucher weiter, auch wenn es laut der Tankan-Umfrage der Bank of Japan manchen Firmen schwerfällt, diesen Schritt zu gehen.

Krieg in der Ukraine sorgt für weitere Unsicherheit

Zu dem schwachen Yen und den steigenden Rohstoffpreisen gesellt sich zudem die Unsicherheit, die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst wurde. Außerdem erhöht auch die Pandemiesituation in China, dem wichtigsten Handelspartner, den Druck auf Japans Wirtschaft.

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Als Reaktion hat Japans Premierminister die Ausarbeitung eines neuen Wirtschaftspakets angeordnet, aber ob das helfen wird, ist fraglich.

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Einer der wichtigsten Punkte dieses Pakets ist es, Anreize für Unternehmen zu schaffen, die aufgrund befürchteter Einnahmeverluste ihre Preise nicht erhöhen und versuchen, die gestiegenen Kosten aus eigener Kraft aufzufangen.

Um die Verbraucher von den steigenden Energiekosten zu entlasten, hat die japanische Regierung den Ölgroßhändlern Subventionen gewährt, um die Einzelhandelspreise zu senken.

Das hilft zwar den Verbrauchern, aber sorgt nicht dafür, dass die Energienachfrage und die Importe verringert werden, was wiederum die Handelsbilanz verschlechtert, ein Faktor, der den Yen weiter abschwächt.

Dementsprechend zeigt die Tankan-Umfrage auch, dass sich die Stimmung bei Unternehmen verschlechtert und dass sie einen Preisanstieg von 1,8 Prozent erwarten.

Da Japan jahrelang eine Deflation durchlebte, reagieren die Menschen empfindlich auf Preiserhöhungen.

Schwacher Yen sorgt für Druck

In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der japanischen Regierung wurden Japans Finanzlage, die Wirtschaft und die Preissituation als die drei Bereiche genannt, in denen sich die Lage der Menschen in Japan am meisten verschlechtert. Die Daten wurden erhoben, bevor Russland in die Ukraine einmarschierte, was die Rohöl- und Rohstoffpreise in die Höhe schnellen ließ und den Yen rapide abwertete.

Für Exporteure ist ein schwacher Yen zwar gut, aber die Dienstleistungsbranche macht 70 Prozent des japanischen Bruttoinlandsproduktes aus.

Für das im März zu Ende gegangene Geschäftsjahr erwarten die großen japanischen Automobilhersteller Toyota Motor, Honda Motor und Nissan Motor einen Dollar-Yen-Kurs von 111 Yen (etwa 0,82 Euro).

Bank of Japan sieht nicht die langfristigen Auswirkungen

Der Tankan-Umfrage zufolge liegt der durchschnittliche angenommene Dollar-Yen-Kurs für das Jahr ab April bei 111,93 Yen und damit niedriger als die 122 Yen, mit denen er am Freitag gehandelt wurde, was offenbar darauf zurückzuführen ist, dass die Unternehmen eher konservative Annahmen treffen. „Dies spiegelt auch die Ansicht (der befragten Unternehmen) wider, dass die jüngste Yen-Schwäche nicht von Dauer sein wird“, sagte ein BOJ-Beamter.

Und der Gouverneur der Bank of Japan vertritt die Ansicht, dass ein schwacher Yen positiv für die japanische Wirtschaft ist, eine Ansicht, der viele Ökonomen widersprechen und für die das zu kurz gedacht ist.

Die Bank of Japan sieht offensichtlich nur den kurzfristigen wirtschaftsfördernden Effekt eines schwachen Yen, nicht aber die langfristigen Auswirkungen.

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