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Große Unsicherheit

Sponsoren der Olympischen Spiele verzichten wegen schlechter Stimmung auf Werbung

Die Olympischen Spiele stehen von allen Seiten unter Kritik und nur das IOC und die japanische Regierung halten noch an der Veranstaltung fest. Das führt nun allerdings dazu, dass immer mehr Sponsoren ihre Werbekampagnen und Events für die diesjährigen Spiele zurückfahren.

Viele Unternehmen sind besorgt, dass die schlechte Stimmung sich durch den Anstieg der Corona-Infektionen noch weiter verschlechtern könnte. Außerdem halten viele es für möglich, dass die Spiele doch noch abgesagt oder verschoben werden und dass sie nicht wissen, ob es für diese Szenarien Notfallpläne gibt.

Keine Gewissheit für Sponsoren

Diese Ungewissheit ist für viele japanischen Sponsoren ein erneuter Schlag, denn alleine Canon und Japan Airlines haben mehr als 3 Milliarden Yen zu den Olympischen Spielen beigesteuert.

Zusicherungen sowohl der japanischen Regierung als auch des Internationalen Olympischen Komitees in diesem Monat, dass die Spiele wie geplant am 23. Juli beginnen würden, konnten die Bedenken nicht zerstreuen.

In Interviews äußerten sich zwei Dutzend Sponsoren, Organisatoren und Offizielle eine sich vertiefende Unsicherheit und Frustration, nachdem die nationalen Infektionszahlen im Januar Rekordhöhen erreichten und die öffentliche Stimmung gegen die Veranstaltung gekippt ist.

80 Prozent der Menschen sind gegen die Olympischen Spiele im Sommer

Laut einer Umfrage von Kyodo News sind 80 Prozent der Japaner der Meinung, dass die Spiele abgesagt oder verschoben werden sollten.

Der Finanzchef von Canon, Toshizo Tanaka, sagte Reportern am Donnerstag, dass das Unternehmen unter der Annahme arbeite, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinden werde. „Aber wir überlegen intern, wie wir reagieren, falls die Veranstaltung nicht stattfinden kann.“

Für einige lokale Sponsoren sind die Vorteile der Unterstützung der Olympischen Spiele in Tokyo schon lange verpufft. Sechs Sponsorenfirmen sagten, dass sie immer noch auf Details von den Organisatoren warten, damit sie die Vorbereitungen abschließen und Werbekampagnen starten können. Einige sagten, sie hätten sich aus Angst, die Öffentlichkeit zu verprellen, zurückgehalten.

„Es ist ein bisschen schwierig zu sagen, dass wir Tokyo 2021 unterstützen, wenn die Regierung unter so viel Kritik steht.,“ sagte Sprecher eines Finanzinstitutes arbeitet, das auch ein Sponsor der Spiele ist.

Obwohl Japan die Ausbreitung des Coronavirus besser als viele andere Länder eingedämmt hat, werden die Krankenhäuser immer noch von Patienten überrannt und der Öffentlichkeit wurde geraten, so viel wie möglich in den Häusern zu bleiben.

Japans Premierminister Yoshihide Suga, der sich verpflichtet hat, die Olympischen Spiele in diesem Jahr auszurichten, hat in den letzten Wochen wegen des Umgangs mit der Pandemie öffentliche Unterstützung verloren.

Die Asahi Group Holdings, die Holdinggesellschaft der Asahi Breweries, ebenfalls Olympia-Sponsor, verschob einige der Werbespots, die sie letztes Jahr ausstrahlen wollte, nachdem die Spiele verschoben worden waren. Ein Firmenvertreter sagte, dass auf mehr Klarheit über den Zeitplan warten.

Ein Sprecher von Asahi bestätigte, dass es einige seiner Anzeigen verschoben hat, nachdem die Spiele verschoben wurden.

Ungewissheit auch zum Fackellauf

Die Ungewissheit erstreckt sich auch auf den olympischen Fackellauf, der für den 25. März geplant ist und die Feierlichkeiten vor der Eröffnung einläuten soll. Aber anstatt Partys für Kunden zu planen, treten die Sponsoren auf der Stelle, weil sie nicht wissen, ob Zuschauer erlaubt sein werden.

„Wir haben noch nicht offiziell gehört, wie ‚zurückhaltend‘ die Veranstaltung dieses Jahr sein wird.“, sagte ein Sprecher, der für einen Sponsor arbeitet und fügte hinzu, dass die Vorbereitungen bereits letztes Jahr um diese Zeit liefen.

Seine Firma habe im letzten Jahr die Pläne, die Staffellaufstrecke mit Firmenständen und Logos zu säumen, stillschweigend fallen gelassen, zum Teil wegen der sich verschlechternden Einnahmen während der Pandemie.

Eine Person, die dem Organisationskomitee angehörte, befürchtet, dass die Fackelträger einsam aussehen würden, wenn sie die nicht gesäumten Straßen entlanglaufen, was ein schlechtes Bild für die Medien abgeben würde.

„Es ist ein trauriges Bild und es sieht überhaupt nicht aufregend aus.“, so die Person.

In einer Erklärung sagte das Organisationskomitee in Tokyo, dass es darüber nachdenkt, welche Gegenmaßnahmen gegen das Coronavirus während der Veranstaltung ergriffen werden sollen, aber dass der Staffellauf am geplanten Datum beginnen wird.

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