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Gewinn verdreifacht

Trotz starker Nachfrage nach der Switch schätzt Nintendo die Zukunft verhalten ein

Nintendo veröffentlichte die Zahlen für das letzte Quartal und gab gleichzeitig seine Prognose für die Geschäftsentwicklung ab, die dank der Pandemie eher düster ausfällt.

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Das Unternehmen verdreifachte seinen Betriebsgewinn auf 89,5 Milliarden Yen. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 21 Millionen Switch verkauft, mehr als die eigene Einschätzung und die Erwartungen von Analysten.

Nintendo schätzt das laufende Geschäftsjahr sehr vorsichtig ein

Das Spiel „Animal Crossing: New Horizons“ wurde in den ersten sechs Verkaufswochen 13,4 Millionen mal verkauft. Trotz des gestiegenen Betriebsgewinns ist Nintendo beim Ausblick auf das nächste Geschäftsjahr allerdings vorsichtig, insbesondere wegen der Unsicherheit, wie sich die Pandemie auf die Produktion auswirken wird.

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„Das Unternehmen kämpft weiterhin mit der Verknappung von Komponenten für seine Konsole, erwartet aber nun, dass die Probleme im Laufe des Sommers behoben sein werden“, so Präsident Shuntaro Furukawa.

„Wir gehen davon aus, dass die Auswirkungen von COVID-19 auf unsere Produktion bis zum Sommer nicht mehr zu spüren sein werden und unsere Prognose von 19 Millionen verkauften Konsolen basiert auf dieser Einschätzung. Wir werden die Prognose jedoch revidieren, falls die Auswirkungen des Virus länger anhalten sollten, als wir derzeit erwarten“, sagte Furukawa. „Es besteht das Risiko, dass wir die Veröffentlichung der Spiele, die wir für dieses Finanzjahr planen, verschieben müssen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt erwarten wir keine größeren Verzögerungen.“

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„Die Aktie fällt wegen Kommentaren des Managements, die auf Verzögerungen bei Veröffentlichungen von Spielen hinweisen“, sagte David Gibson, Chief Investment Adviser bei Astris Advisory Japan. „Ich schätze, dass sie nur einen AAA-Titel für das Finanzjahr veröffentlichen, plus Benutzer kaufen einen älteren Titel – das heißt zwei Spiele pro Switch-Besitzer.“

Vorerst reitet Nintendo auf der steigenden Popularität von „Animal Crossing: New Horizons“, das dazu beitrug, den Wert der Aktien des Unternehmens seit ihrem Tiefststand im März um 40 Prozent zu steigern und den Marktwert des japanischen Unternehmens um mehr als 16 Milliarden Dollar zu erhöhen.

In einer Zeit, in der die Menschen nach Möglichkeiten suchten, mit Freunden in Kontakt zu treten, während sie zu Hause bleiben, hat sich das Spiel, als Zufluchtsort vor der Pandemie erwiesen. Furukawa sagte, dass der Schwung des Spiels sogar Nintendo überrascht habe, da es bei den jüngeren Frauen, die sich schon früh dem Franchise verschrieben hatten, den ersten Platz einnahm, bevor es sich einem viel breiteren Publikum erschloss.

Produktion der Switch wird gesteigert

Die Popularität von Animal Crossing hat dazu geführt, dass die Nachfrage nach der Switch stark gestiegen ist. Das Unternehmen bat die Lieferanten, die Switch-Produktion für das laufende Geschäftsjahr auf etwa 22 Millionen Einheiten zu erhöhen, berichtete Bloomberg im April.

Die Konkurrenten Sony Corp. und Microsoft Corp. planen die Einführung neuer Konsolen für die Weihnachtszeit. Nintendo, das die erschwinglichere Switch Lite im September auf den Markt brachte, sagte Anfang dieses Jahres, dass das Unternehmen nicht plant, 2020 neue Hardware auf den Markt zu bringen. Nintendo hat in den vergangenen Jahren Mühe gehabt, den weltweiten Smartphone-Gaming-Boom voll auszunutzen und muss noch eine klare Strategie für den Wettbewerb im Online-Bereich kommunizieren.

Änderung in der Mobil-Strategie

Am Donnerstag signalisierte Furukawa, dass das Unternehmen sich auf die Entwicklung der Einnahmen aus bestehenden Handy-Spielen konzentrieren werde, anstatt zu versuchen, seine Pipeline immer wieder mit neuen Titeln aufzufüllen.

Dies bedeutet eine Verschiebung gegenüber den früheren Ankündigungen, dass Nintendo jedes Jahr zwei bis drei neue Handyspiele herausbringen werde. Nintendo sagte, dass die Einnahmen aus Handygames und Lizenzeinnahmen zusammen 51 Milliarden Yen im vergangenen Finanzjahr betrugen.

„Die Ergebnisse von Nintendo sind beeindruckend, aber das Management deutet an, dass nun der Höhepunkt erreicht wurde“, sagte Serkan Toto, CEO von Kantan Games Inc. „Was wirklich seltsam ist, ist, dass Nintendo trotz massiv gestiegener Switch-Verkäufe weniger Software-Verkäufe erwartet. Entweder ist Nintendo also zu konservativ oder sie erwarten, dass die Pandemie einen massiven Einfluss auf die Nachfrage oder ihre interne Software-Pipeline haben wird“.

MA

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