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Skepsis bleibt auch 10 Jahre nach der Katastrophe

Bauern und Fischer in Fukushima kämpfen um das Vertrauen der Verbraucher

10 Jahre nach der Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kämpft die Landwirtschafts- und Fischereiproduktion der Präfektur immer noch um das Vertrauen der Verbraucher.

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Zwar ist die Skepsis der Verbraucher gegenüber Lebensmittel aus den drei am stärksten betroffenen Präfekturen gesunken, dies gilt aber nicht für Produkte aus Fukushima.

Nur wenige Bauern sind zurückgekommen

Nach der Katastrophe, die durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einen anschließenden Tsunami am 11. März 2011 ausgelöst wurde, wurden insgesamt 17.298 Hektar Ackerland rund um das Kraftwerk in der nordöstlichen Präfektur Japans aufgegeben.

Viele Bauern mussten ihr Land verlassen, das durch die Strahlung verseucht wurde, und einige kehrten nie mehr zurück.

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Bis März 2020 wurde nach Angaben der Präfekturverwaltung nur auf 32,2 Prozent der verlassenen Ackerflächen in 12 der von der Katastrophe schwer getroffenen Gemeinden der Anbau wieder aufgenommen.

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Reis ist nach wie vor das wichtigste Produkt in Fukushima und macht immer noch etwa 40 Prozent des landwirtschaftlichen Umsatzes aus, aber er ist nicht mehr so begehrt wie früher, da die Verbraucher bedenken wegen der Strahlung haben.

Der Preis für in Fukushima angebauten Reis lag im Geschäftsjahr 2014 bis zu 10 Prozent unter dem japanischen Durchschnitt. Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei blieb er im Geschäftsjahr 2018, den letzten verfügbaren Daten, 2,5 Prozent billiger als der nationale Durchschnitt.

In einem Versuch, den Ruf des Reis der Region erlitten hat, wiederherzustellen, will die Verwaltung der Präfektur Fukushima in diesem Herbst nach 14 Jahren Entwicklungszeit mit dem Verkauf einer neuen Sorte namens „Fuku, Laught“ beginnen. Die Präfekturverwaltung behauptet, dass die Sorte von hoher Qualität ist und einen verbesserten Geschmack aufweist.

Auch der Fischereiindustrie in Fukushima geht es nicht besser

Im Juni 2012 wurde der Fischfang vor der Küste der Präfektur versuchsweise in einem kleinen Meeresgebiet wieder aufgenommen.

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Der Präfekturverband der lokalen Fischereigenossenschaften überprüft die Fänge, um sicherzustellen, dass sie für den Verzehr unbedenklich sind. Mittlerweile wurde auch die letzten Einschränkungen für die Fischer aufgehoben.

Angesichts des mangelnden Vertrauens der Verbraucher, ist die jährliche Fangmenge im Jahr 2020 bei weniger als 20 Prozent der Menge im Jahr 2010, dem Jahr vor der Katastrophe.

Die Bedingungen für eine vollständige Wiederaufnahme des Fischfangs sollen in naher Zukunft erfüllt werden, aber es gibt Bedenken, dass ein plötzlicher Anstieg der Fangmenge die Fischpreise nach unten drücken könnte.

Entsorgung von kontaminiertem Wasser könnte Verbrauchervertrauen wieder einbrechen lassen

Ein weiteres Problem, das den lokalen Fischern Probleme macht, ist die Frage, wie das radioaktive Wasser entsorgt werden soll, das seit dem Unfall in Tanks auf dem Gelände der Anlage in Fukushima gelagert wird.

Das Wasser wurde verwendet, um die Reaktoren zu kühlen, allerdings wird die Lagerkapazität knapp und die Regierung überlegt nun, ob man es ins Meer ablassen sollte.

Sollte die japanische Regierung diesen Plan umsetzen, befürchten die Fischer in Fukushima, dass dies zu einem erneuten Verlust des Vertrauens der Verbraucher führen wird.

Auch Unternehmen in der Region, die in anderen Bereichen tätig sind, kämpfen weiter ums Überleben.

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