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Kaum Kunden und zu hohe Kosten

Unternehmen in Fukushima kämpfen ums Überleben

Zwar bekommen Unternehmen in Fukushima staatliche Hilfe im Rahmen des Wiederbelebungsprojekts für die Region von der japanischen Regierung, allerdings kämpfen immer mehr ums Überleben.

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Gerade Gewerbekomplexe, die nach der Kernschmelze im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi im März 2011 neu gebaut wurden, haben Schwierigkeiten ihre Kosten zu decken.

Unternehmen können sich ohne Hilfe der Behörden kaum halten

Geschäftsbetreiber wenden sich daher oft an die Gemeinden, um finanzielle Hilfe zu erhalten, allerdings wird das die Situation nicht verbessern, da viele Einwohner der Regionen, die evakuiert wurden, nicht mehr zurückkehren.

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Daher stehen viele Unternehmen mittlerweile kurz davor, aufgeben zu müssen. So ergeht es zum Beispiel dem Gewerbekomplex Michi no Eki Madeikan in dem Dorf Iitate, das für rund 1,4 Milliarden Yen gebaut wurde und auch ein Lebensmittelgeschäft und Gemüsestand beherbergt.

Michi no Eki Madeikan bekam bereits 33 Millionen von den lokalen Behörden, aber selbst mit dieser Finanzspritze wurde bisher nur ein Jahresdefizit von mehreren Millionen Yen ausgewiesen. 2018 wurden daher noch einmal finanzielle Hilfen in Höhe von 35 Millionen Yen beantragt. Nachdem die Geschäftsstrategie überarbeitet wurde, gelang es, das Defizit im Geschäftsjahr 2019 auf 300.000 Yen zu senken. Mittlerweile erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 einen kleinen Gewinn ausweisen zu können.

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Mittlerweile gibt es 12 Gewerbekomplexe in 10 Städten, die nach der Atomkatastrophe als „No-Go-Area“ ausgewiesen wurden. Nachdem der Status aufgehoben wurde, wurde viel Geld investiert, um die Orte für die ehemaligen Einwohner wieder attraktiv zu machen. Allerdings geht es fast allen Unternehmen ähnlich wie Michi no Eki Madeikan.

Jahr für Jahr große Verluste

Zum Beispiel Sakura Mall Tomioka, das nur mit der Unterstützung der Stadt und Präfektur betrieben werden kann, da es jedes Jahr einen Verlust von ungefähr 22 Millionen Yen ausweist. Ein Mitarbeiter der Stadt warnt mittlerweile, dass die Stadt die Mieten erhöhen muss, nachdem das Subventionsprogramm der Präfektur mit dem Geschäftsjahr 2021 enden wird.

Zwar haben nicht alle Geschäfte in dem Komplex mit finanziellen Problemen zu kämpfen, aber viele Betreiber befürchten, dass Kunden durch die Mieterhöhung und die daraus resultierende Preiserhöhung dazu übergeben, bei der Konkurrenz außerhalb der Region einzukaufen.

Einwohner kaufen lieber woanders

Dies erlebt zurzeit die Kokonara Shopping Street, die 2018 in Naraha eröffnete. Zahlen zeigen, dass die Mitarbeiter in den 10 Geschäften im Geschäftsjahr gerade mal 570.000 Kunden bedienten. Viele Einwohner fahren lieber zu einer Mall, die in der Nachbarstadt liegt.

Viele Arbeiter für das staatliche Wiederaufbauprojekt besuchen den Laden nachmittags oder abends, um Essen zum Mitnehmen oder Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen. Aber wenn das Wiederaufbauprojekt beendet ist, werden auch diese Arbeiter verschwinden.

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