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Inflation in Japan

Verbraucherpreise in Tokyo steigen immer schneller an

Die Verbraucherpreise in Tokyo sind im November im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent gestiegen – der stärkste Anstieg seit 1982. Laut Daten der japanischen Regierung belasten insbesondere steigende Energie- und Lebensmittelkosten die Haushalte in der japanischen Hauptstadt.

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Nach Angaben des Ministeriums für innere Angelegenheiten und Kommunikation stieg der Kernverbraucherpreisindex den 15. Monat in Folge. Bereits im Oktober stieg die Inflation in der japanischen Hauptstadt auf ein 40-Jahres-Hoch.

Verbraucherpreise in Tokyo, ein Indikator für das ganze Land

Die Verbraucherpreise in Tokyo gelten als Indikator für die landesweite Entwicklung und die Zahlen zeigen, dass die Menschen auch weiterhin mit einer steigenden Inflation zu kämpfen haben werden.

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Die Kerninflation in Japan erreichte im Oktober bereits 3,6 Prozent. Ökonomen gehen davon aus, dass sie zum Jahresende weiter ansteigen wird.

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Um die steigenden Lebenshaltungskosten einzudämmen, hat die Regierung ihre Maßnahmen für sozial schwächere Haushalte und für Unternehmen ausgearbeitet. Das Maßnahmenpaket soll ab Januar greifen und enthält unter anderem eine Strom- und Gaspreisbremse.

Die Energiepreise stiegen um 24,4 Prozent und verzeichneten damit auch in diesem Monat einen zweistelligen Zuwachs, da die Strom- und Gaspreise stark anstiegen. Die Preise für Nahrungsmittel (ausgenommen verderbliche Waren) stiegen um 6,7 Prozent.

Dank staatlicher Subventionen für die Ölgroßhändler sanken die Benzinpreise um 0,8 Prozent und damit zum ersten Mal seit Februar letzten Jahres. Der Anstieg der Kerosinpreise verlangsamte sich von 11,4 Prozent im Oktober auf 6,7 Prozent.

Dennoch nahmen die Preise für Stadtgas um 33,0 Prozent und die Strompreise um 26,0 Prozent zu.

Steigende Preise wirken sich auf den Konsum aus

Steigende Verbraucherpreise erschweren es der Bank of Japan (BOJ), an ihrer Zinspolitik festzuhalten, die als Hauptgrund für die Abwertung der japanischen Währung angesehen wird, wodurch sich wiederum die Importe verteuern.

Der Vorsitzende der BOJ, Haruhiko Kuroda, hat erklärt, dass der Anstieg der Preise sich im nächsten Jahr nicht fortsetzten wird, da dieser größtenteils auf höhere Rohstoff- und Importkosten zurückgeführt werden kann.

Dennoch dämpfen die höheren Kosten für Güter des täglichen Bedarfs bereits die Stimmung der Verbraucher, obwohl der private Konsum, eine wichtige Säule der japanischen Wirtschaft, bisher durch die Aufhebung der Coronamaßnahmen in Japan gestützt wurde.

Die japanische Regierung und die BOJ betonen die Notwendigkeit eines robusteren Lohnwachstums, das für die von Premierminister Fumio Kishida angestrebte Umverteilung des Wohlstands und für die Zentralbank entscheidend ist, um ihr Inflationsziel von 2 Prozent auf stabile und nachhaltige Weise zu erreichen.

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