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Stärkster Anstieg seit 40 Jahren

Verbraucherpreise in Tokyo stiegen im Dezember um 4 Prozent

Die Verbraucherpreise in Tokyo sind im Dezember um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen, so schnell wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Bereits im November kletterten die Preise um 3,6 Prozent in die Höhe.

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Tokyo gilt als Indikator für die landesweite Inflation. Die Daten der japanischen Regierung zeigen, dass die Preise in Japan weiter steigen werden, was den Druck auf die Bank of Japan erhöht, ihre lockere Zinspolitik zu ändern.

Kerninflation um 2,2 Prozent gestiegen

2022 beschleunigte sich die Kerninflation um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und überschritt damit zum ersten Mal seit 2014 die 2-Prozent-Marke.

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Ohne Berücksichtigung der preissteigernden Auswirkungen früherer Verbrauchssteuererhöhungen war dies nach Angaben des Ministeriums für innere Angelegenheiten und Kommunikation der stärkste Anstieg seit 1992, als ein Plus von 2,4 Prozent verzeichnet wurde.

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Eine wachsende Zahl von Unternehmen in Japan hat in den vergangenen Monaten die höheren Energie- und Rohstoffkosten an die Verbraucher weitergegeben, sodass der Verbraucherpreisindex in Tokyo den 16. Monate in Folge gestiegen ist.

In Japan stiegen zunächst die Treibstoffpreise als direkte Auswirkung der russischen Invasion der Ukraine. Die Regierung versuchte, mit Subventionen gegenzusteuern, um die Preise für Benzin und Kerosin zu senken.

Der Preisanstieg hat sich seitdem auch auf andere Produkte, insbesondere Lebensmittel, ausgeweitet und trifft die Verbraucher in einer Zeit, in der das Lohnwachstum nicht mit der sich beschleunigenden Inflation Schritt hält.

Im Dezember stiegen die Preise für nicht verderbliche Lebensmittel um 7,5 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Jahr. Die Kraftstoffkosten blieben hoch: Gas war 36,9 Prozent und Strom 26,0 Prozent teurer.

BOJ setzt auf Lohnwachstum

Das schwache Lohnwachstum ist einer der Hauptgründe dafür, dass die Bank of Japan an ihrer ultraniedrigen Zinspolitik festhält, da sie höhere Löhne für entscheidend hält, damit die Wirtschaft dem Inflationsdruck standhalten kann.

Die Spekulationen halten an, dass die japanische Zentralbank zu einer strafferen Geldpolitik übergehen wird, nachdem sie im vergangenen Monat überraschend beschlossen hatte, die Handelsspanne für die Renditen zehnjähriger japanischer Staatsanleihen auszuweiten – ein Schritt, der als faktische Zinserhöhung interpretiert wurde.

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