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Weiterer Schlag für die Gastronomie in Japan

Viele japanische Unternehmen wollen Neujahrspartys ausfallen lassen

Fast 90 Prozent der japanischen Unternehmen wollen laut einer Umfrage des Kreditforschungsunternehmen Tokyo Shoko Research Ltd. in diesem Jahr ihre Neujahrspartys ausfallen lassen.

Die Umfrage richtete sich an 10.059 Firmen in ganz Japan. Fast 90 Prozent antworteten, dass sie weder Jahresende noch Neujahrspartys planen.

Auch Mitarbeiter wollen nicht an Neujahrspartys teilnehmen

In einem Fragebogen der Japan Food Delivery Co., einer in Tokyo ansässigen Firma, die Lieferungen an Unternehmen ausführt, antworteten 61,5 Prozent der 852 Befragten, dass sie nicht an Neujahrspartys teilnehmen möchten.

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Ein Vertreter einer Lieferfirma kommentierte: „Fast 90 Prozent der Personen, die antworteten, dass sie nicht teilnehmen wollen, nannten als Grund Angst vor einer Infektion. Der Stil der Jahresabschlussfeiern hat sich geändert.“ Das Gaststättengewerbe hat durch den Ausbruch der Pandemie mit schweren wirtschaftlichen Einbußen zu kämpfen.

Die Sapporo Lion Co., die die Bierhallenkette Ginza Lion betreibt, sagte, dass, obwohl große Säle, die etwa 100 Personen Platz bieten, normalerweise ab etwa November ausgebucht sind, in diesem Jahr keine Reservierungen erhalten haben. Das Unternehmen habe vor allem Kunden bedient, die Trinkgelage in kleiner Zahl veranstalten, da Jahresabschlussfeiern großer Firmen und Schultreffen abgesagt worden seien.

Seit Mai bietet der Sapporo Lion Essen auf einzelnen Tellern, statt auf gemeinsamen Tellern an. Außerdem führte das Unternehmen einen neuen 90-minütigen Partyplan ein, der kürzer ist als die regulären Partys, die zwei oder 2,5 Stunden dauern.

Trotz solcher Maßnahmen wurden bereits 10 Kneipen der Kette geschlossen. Ein Vertreter sagte: „Obwohl wir Anzeichen einer Erholung in der Herbstsaison gesehen haben, sind die Aussichten angesichts des erneuten Anstiegs von Infektionen schlecht geworden. Das Einzige, was wir tun können, ist die Gegenmaßnahmen gegen das Coronavirus weiter zu verstärken.“

Viele Konkurse wegen ausbleibender Aufträge

Laut dem Kreditforschungsunternehmen Teikoku Databank Ltd. haben bis zum 20. November 723 wegen der Pandemie Konkurs angemeldet.  Darunter entfiel mit 110 die größte Zahl auf Gaststätten. Dies war etwa das 1,7-fache der Zahl der bankrotten Hotels und Gasthäuser – die mit am größten betroffene Branche.

Das Unternehmen sagte zur Statistik: „Die Unternehmen haben es in den letzten sechs Monaten dank Notfallkrediten und der Hilfe der Regierung geschafft, diese Situation zu überstehen. Wenn ein Abschwung bei den Jahresendverkäufen zu beobachten ist, ist es nur natürlich, dass die Geschäftsinhaber die Hoffnung verlieren. Es ist möglich, dass es einen starken Anstieg der Konkurse geben wird.“

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