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HomeNachrichten aus JapanWirtschaftViele Unternehmen in Japan wollen Löhne ohne Steueranreize erhöhen

Arbeitskräftemangel sorgt für ein Umdenken

Viele Unternehmen in Japan wollen Löhne ohne Steueranreize erhöhen

Die japanische Regierung will Unternehmen mit Steuererleichterungen dazu bringen, die Löhne und Gehälter der Angestellten zu erhöhen. Dafür soll der Steuerabzug auf 40 Prozent steigen, wenn im Gegenzug die Gehälter steigen.

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Laut einer Umfrage von Teikoku Database sind allerdings fast 50 Prozent der Firmen in Japan bereit, die Löhne und Gehälter auch ohne diese steuerlichen Vorteile anzugeben.

Arbeitskräftemangel zwingt Unternehmen in Japan zu handeln

Grund dafür ist der Arbeitskräftemangel in Japan, der immer mehr Unternehmen in Schwierigkeiten bringt. Höhere Löhne und Gehälter soll neue Arbeitskräfte anlocken. Dabei spielen auch die wirtschaftlichen Aussichten der Pandemie keine Rolle.

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Die LDP und ihr Koalitionspartner wollen die Ausweitungen des Steuerabzuges im Rahmen eines Steuerreformpakets für das Fiskaljahr 2022 auf den Weg bringen. Ziel ist es, die politische Agenda von Premierminister Fumio Kishida umzusetzen, das Wohlstandgefälle im Land zu bekämpfen.

Laut der Umfrage von Teikoku Database gaben insgesamt 48,6 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie unabhängig von den Steuererleichterungen die Löhne und Gehälter erhöhen werden. Nahezu 90 Prozent der Befragten waren mittelgroße Unternehmen mit einem Kapital von bis zu 300 Millionen Yen (ca. 2,3 Millionen Euro) oder bis zu 300 Beschäftigten.

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Bei den Großunternehmen lag der Anteil bei 53,6 Prozent, bei den kleinen und mittleren Unternehmen bei 47,9 Prozent.

8,5 Prozent gaben an, dass sie die Löhne und Gehälter erhöhen werden, wenn die Steuererleuchtungen ausgeweitet werden und 22,3 Prozent gaben an, dass man noch überlegt.

8,1 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Löhne unabhängig vom Umfang der Steuervergünstigungen nicht erhöhen könnten, und 12,5 Prozent sind sich nicht sicher, was sie tun würden.

Aktuell 15 Prozent Steuerabzug

Derzeit erhalten große Unternehmen einen Körperschaftssteuerabzug in Höhe von 15 Prozent der Zahlungen, wenn die Gehaltszahlungen für neu eingestellte Arbeitnehmer um mehr als 2 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Steuerjahr erhöht werden.

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Kleine und mittlere Unternehmen erhalten ebenfalls einen Steuerabzug von 15 Prozent, wenn die Gehaltszahlungen für alle Beschäftigten um mehr als 1,5 Prozent erhöht werden.

Seit seinem Amtsantritt Anfang Oktober hat Kishida erklärt, er wolle durch steuerliche Anreize Lohnerhöhungen fördern. Ende letzten Monats sagte er, er hoffe, dass Unternehmen, die sich auf das Niveau vor der Pandemie erholt haben, die Löhne um mehr als 3 Prozent anheben werden.

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