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Unternehmen reduzieren ihre Belegschaft

Vorruhestand ist eine neue Sorge für Japans Arbeitnehmer

Um Personal abzubauen, greifen immer mehr Unternehmen in Japan zum Vorruhestand, um so Geld zu sparen und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern.

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2021 haben mindestens 80 börsennotierte Unternehmen Vorruhestandsprogramme angeboten, um ihre Belegschaft zu reduzieren. 2020 waren es 93 Unternehmen.

Pandemie ist nicht der Hauptgrund für den Vorruhestand

Es ist allerdings nicht nur die Pandemie, die Unternehmen dazu bringt, auf den Vorruhestand zurückzugreifen, um die Zahl der Angestellten zu reduzieren, auch globale Trends spielen dabei eine Rolle.

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Honda hat zum Beispiel im Geschäftsjahr eine 40-prozentige Steigerung des Nettogewinns verzeichnet, trotzdem führt das Unternehmen im Frühjahr ein Vorruhestandsprogramm ein, für das sich 2.000 Mitarbeiter meldeten.

Grund für den Stellenabbau bei Honda ist die Entscheidung, bis 2040 nur noch Elektro- oder Brennstoffzellenfahrzeuge herstellen zu wollen.

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Die Automobil- und die petrochemische Industrie gehören zu den Wirtschaftszweigen, die angesichts des weltweiten Trends, dass Unternehmen ihren Kohlenstoff-Fußabdruck reduzieren müssen, um die katastrophalen Folgen der globalen Erwärmung abzuwenden, ihre Strategien überdenken.

Nach Angaben von Tokyo Shoko Research werden sich im Jahr 2021 in ganz Japan rund 15.000 Menschen für den Vorruhestand entscheiden. Im Jahr 2020 waren es noch 18.635.

Es war das erste Mal seit 2002 und 2003, dass mehr als 15.000 Arbeitnehmer in zwei aufeinanderfolgenden Jahren in den Vorruhestand gingen.

Die tatsächliche Zahl ist jedoch weitaus höher, da in der Studie von Tokyo Shoko Research kleine Unternehmen und andere nicht börsennotierte Unternehmen nicht berücksichtigt wurden.

Immer mehr Unternehmen reduzieren ihre Belegschaft

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Honda gehörte zu den fünf großen Unternehmen, die im Jahr 2021 mindestens 1.000 vorzeitige Entlassungen anstrebten. Ein weiteres Unternehmen war 2021 Japan Tobacco obwohl es für das im Dezember abgelaufene Geschäftsjahr steigende Umsätze und Gewinne erwartet.

Die Nachfrage in Japan nach Zigaretten sinkt allerdings und Japan Tobacco möchte sich neu aufstellen. Dazu gehört auch 3.000 Stellen abzubauen. Zudem sollen zwei Werke abgebaut werden, was noch einmal den Abbau von 400 Arbeitsplätzen bedeutet.

Auch die Bekleidungsbranche setzt ihre Programme für den Vorruhestand weiter, zusätzlich haben neun Hersteller von Elektrogeräten und sieben Unternehmen der Dienstleistungsbranche ein Programm angekündigt.

Die Pandemie hat dem Arbeitsmarkt in Japan allgemein geschadet, wie man Anhang der Statistiken des Arbeitsministeriums sehen kann.

Zwischen Februar 2020 und Dezember 2021 haben laut den Daten rund 123.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. Viele davon sind Teilzeitarbeitnehmer, doch die Zahlen zeigen, dass fast die Hälfte der Menschen regulär in einem Unternehmen beschäftigt waren.

Die Tourismusbranche ist zum Beispiel eine Branche, die durch die Pandemie gar keine weiteren Möglichkeiten hat, Kosten einzusparen.

KNT-CT, zu denen auch Kinki Nippon Tourist gehört, will bis Ende März 2025 seine Belegschaft um rund 2335 Mitarbeiter zu reduzieren. Dafür sorgen soll ein Einstellungsstopp und ein Programm für den Vorruhestand.

JTB ist ein weiteres Unternehmen in der Branche, das Stellen abbauen will.

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