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Tourismus ein wichtiger Faktor

Wie Okinawa seine Wirtschaft ankurbeln will

Ein halbes Jahrhundert nach dem die Okinawa an Japan zurückgegeben wurde, leidet Präfektur unter einer schwachen Wirtschaft. Zwar wurden Infrastrukturprojekte realisiert, die von der japanischen Regierung finanziert wurden, um den Tourismus und Unternehmen zu fördern, aber die Auswirkungen sind insbesondere durch die Pandemie verpufft.

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Die Präfekturverwaltung drängt daher darauf, dass die Präfektur in dem nächsten Jahrzehnt wirtschaftlich unabhängiger wird und hofft, dass eine Verringerung der US-Streitkräfte dazu beitragen wird.

Japans Regierung legt Plan zur Ankurbelung der Wirtschaft vor

Bei seiner Rede zur Feier des 50. Jahrestags der Rückgabe von Okinawa legte der japanische Premierminister Fumio Kishida einen Wirtschaftsplan vor, mit dem die Wirtschaft der Region angekurbelt werden soll.

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Der Plan sieht vor, das Bruttoinlandsprodukt der Präfektur von 4,1 Billionen Yen (ca. 30 Milliarden Euro) im Geschäftsjahr 2020, das im März 2021 endete, auf 5,7 Billionen Yen (ca. 42 Milliarden Euro) im Geschäftsjahr 2021 zu erhöhen. Die Arbeitslosenquote soll von 3,6 Prozent im Geschäftsjahr 2020 auf 2,5 Prozent im Geschäftsjahr 2021 gesenkt werden.

Außerdem soll das Pro-Kopf-Einkommen von 2,14 Millionen Yen (ca. 15.906 Euro) auf 2,91 Millionen Yen (ca. 21.633 Euro) steigen.

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Laut Gouverneur Denny Tamaki beträgt das Pro-Kopf-Einkommen der Präfektur fünf Jahrzehnte nach der Rückgabe nur etwa 70 Prozent des nationalen Niveaus.

„Unser Ziel ist es, eine freundliche Gesellschaft im Stile Okinawas aufzubauen, die niemanden zurücklässt“, erklärte Tamaki am Samstag.

US-Militärpräsenz muss abgebaut werden

Um dieses Ziel zu erreichen, muss nach Ansicht des Gouverneurs die Präsenz der US-Militärbasen auf Okinawa reduziert werden. Auf Okinawa, das weniger als 1 Prozent der Gesamtfläche Japans ausmacht, befinden sich 70,3 Prozent der von den US-Militärstützpunkten des Landes benutzten Fläche.

1972, als die Präfektur an Japan zurückgegeben wurde, betrug die Menge 58,8 Prozent.

„Im Jahr 2018 machten die Einnahmen aus den US-Militärbasen etwa 250 Milliarden Yen oder 5,1 Prozent der Gesamteinnahmen der Präfekturen aus“, so Tamaki auf einer Pressekonferenz im Foreign Correspondents‘ Club of Japan. „Einige argumentieren, dass dieses Einkommen bei einer Abschaffung der Stützpunkte verloren ginge und Okinawa nicht überlebensfähig wäre. Die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen der Entwicklung und Nutzung der derzeitigen Stützpunkte, falls sie zurückgegeben werden, jedoch auf 890 Milliarden Yen geschätzt, mehr als das Dreifache der 250 Milliarden Yen.“

Konzentration auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Präfektur

Der 10-Jahres-Plan von Okinawa konzentriert sich auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung insgesamt und ist der sechste, der von der Präfektur seit ihrer Rückgabe an Japan ausgearbeitet wurde.

Mit der Hilfe einer Finanzierung der japanischen Regierung hat Okinawa in zwei große Verkehrsprojekte investiert, von denen es sich erhofft, dass sie sowohl Investitionen ankurbeln, als auch mehr Besucher anlocken.

Das erste Projekt war die Einschienenbahn. Die erste Strecke der 1975 konzipierten Einschienenbahn wurde im Jahr 2003 eröffnet. Heute verbindet die Strecke mit 19 Stationen den Flughafen Naha mit der Stadt Urasoe in etwa 37 Minuten und kostet 370 Yen (ca. 2,75 Euro). Da es in Okinawa weder eine U-Bahn noch ein Zugsystem gibt, sind Einwohner und Touristen auf die Einschienenbahn, Busse und Taxis als öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

Das andere große Projekt zur Förderung der Wirtschaft Okinawas und zur Stärkung seiner Position als regionales Drehkreuz, war eine zweite Start-und-Lande-Bahn am Flughafen Naha, die im März 2020 fertiggestellt wurde, gerade als die Coronavirus-Pandemie ausbrach. Die 2.700 Meter lange Bahn kostete 200 Milliarden Yen (ca. 1,48 Milliarden Euro) und erhöhte die maximale Anzahl der jährlichen Starts und Landungen auf dem Flughafen auf 240.000.

Tourismus für Okinawa besonders wichtig

Für Touristen ist Okinawa ein lohnendes Reiseziel, immerhin ist die Präfektur für seinen Strand und sein klares Wasser bekannt. Gouverneur Tamaki will daher auch daran arbeiten, den Tourismus auszubauen.

Die Präfektur hofft, dass ein Großteil des Beschäftigungszuwachses auf die Tourismusbranche entfällt. Die wirtschaftliche Zukunft Okinawas als touristisches Zentrum wird jedoch davon abhängen, welche Art von Wirtschafts- und Marketingstrategien verfolgt werden.

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