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Zeitsparende High-Tech-Haushaltsgeräte sorgen für ein Verkaufboom in Japan

Besonders beliebt sind automatische Kochtöpfe

In Japan haben High-Tech-Haushaltsgeräte, die mit einer KI- und Internet-of-Things-Technologie (IoT) ausgestattet sind, einen Verkaufsboom ausgelöst.

Diese Geräte sind besonders bei Familien beliebt, in denen beide Elternteile arbeiten gehen, da sie eine Zeitersparnis versprechen.

2019 stiegt der Gesamtwert der Verkäufe von Kühlschränken, Waschmaschinen und anderen Haushaltsgeräten in Japan zum ersten Mal seit 23 Jahren über 2,5 Billionen Yen (ca. 21 Milliarden Euro).

Immer mehr Hersteller setzten auf High-Tech-Haushaltsgeräte

Und immer mehr Hersteller schließen sich den Trend an und bringen immer mehr neue High-Tech-Geräte auf den Markt, die noch mehr Zeit einsparen sollen.

Mittlerweile findet man in den Haushaltswarengeschäften kein Gerät mehr, dass nicht irgendwie eine Zeitersparnis bringen soll. Ein Geschirrspüler mit Trockner, ein Staubsauger-Roboter und ein Wäschetrockner mit Kipptrommel werden zurzeit als die „neuen drei heiligen Schätze“ beworben, womit sich auf ein TV-, Kühl- und Waschmaschinen-Trio bezogen wird, für die in den späten 1950er-Jahren in Japan geworben wurde.

Mehr zum Thema:  Verkauf von Haushaltsgeräten erreicht in Japan 2018 wieder Rekordwert

Insbesondere Kühlschranke mit einem Fassungsvermögen von 500 oder mehr Litern werden gerade besonders stark beworben, auch Gefrierschränke, die den frischen Geschmack von Lebensmitteln bewahren sollen, sind überall zu sehen.

Ein weiterer Trend geht zu hochpreisigen High-End-Geräten, die deutlich energieeffizienter sind, als günstige Geräte.

Laut der japanischen Elektrohersteller-Vereinigung (JEMA) lieferten Firmen im vergangenen Jahr Haushaltsgeräte im Wert von etwas mehr als 2,51 Billionen Yen für den japanischen Markt aus, was einem Anstieg von 2,7 Prozent ab 2018 und dem vierten jährlichen Anstieg in Folge entspricht.

Der Anstieg der Lieferwerte für Waschmaschinen um 10,1 Prozent und für Kühlschränke um 3,3 Prozent wurde durch die Nachfrage nach Großraummodellen angetrieben, die es den Käufern ermöglichen, eine große Menge Wäsche zu waschen oder viele Lebensmittel auf einmal zu kaufen. Darüber hinaus stiegen die Lieferwerte von Waschmaschinen und Trocknern im Jahr 2019 um 17,7 Prozent gegenüber 2018.

Veränderter Lebensstil der Japaner führt zum Boom bei teuren Haushaltsgeräten

Ein wichtiger Faktor bei der Verlagerung auf teurere Haushaltsgeräte ist der veränderte Lebensstil der Japaner.

Daten der japanischen Regierung zeigen, dass Haushalte mit zwei berufstätigen Eltern seit 1997 in der Mehrheit sind und sich der Trend noch verstärkt hat. Im Jahr 2018 gab es in Japan etwa 12,19 Millionen Familien mit doppeltem Einkommen, was mehr als das Doppelte der rund 6 Millionen Haushalte ausmacht, in der sich die Frau um den Haushalt kümmert.

Inzwischen gibt es aber auch immer mehr allein lebende Menschen. Die Regierung schätzt, dass 2040 mehr als 30 Prozent aller japanischen Haushalte alleinstehende ältere Menschen sein werden.

Angesichts dieser sozialen Trends sei der Verkauf von Haushaltsgeräten überhaupt nicht betroffen, obwohl die gesamten Konsumausgaben nach der Erhöhung der Umsatzsteuer im Oktober 2019 von 8 auf 10 Prozent schrumpften.

Automatische Kochtöpfe werden in Japan immer beliebter

Ein Renner auf dem Markt für zeitsparende Geräte waren in den letzten Jahren die automatischen Kochtöpfe, in denen man die Zutaten nur noch in die Maschine geben muss, das gewünschte Schmorgericht aus der Menüanzeige auswählen und der Topf erledigt den Rest.

Er rührt sich sogar selbst um. Modelle mit KI-Technologie können auch Gerichte auf der Grundlage der Analyse der Essgewohnheiten des Benutzers und des Tageswetters vorschlagen.

Wenn der Topf einmal eingeschaltet ist, muss man sich nicht mehr um ihn kümmern, sodass während der Zubereitung der Mahlzeiten Zeit für andere Aufgaben oder Aktivitäten bleibt. Die Geräte sind offenbar besonders bei Paaren in den 20er und 30er-Jahren beliebt.

Eine Reihe von Herstellern sind jetzt auf dem Markt für automatische Kochtopfmaschinen vertreten, darunter die japanischen Unternehmen Sharp Corp. und Panasonic Corp. sowie das französische Unternehmen Tefal.

Sharp hat auf Nachfrage nicht nur bei Familien mit Kindern, sondern auch bei Einpersonenhaushalten und Paaren ohne Kinder gesetzt und im November 2019 eine Version für ein bis zwei Personen herausgebracht. Das Unternehmen erwartet, dass der Absatz seiner gesamten automatischen Topfreihe im Geschäftsjahr 2019 um etwa 60 Prozent steigen wird.

„Wir befinden uns jetzt in einer Ära, in der die Menschen Elektronik und Haushaltsgeräte kaufen, um ihr Leben zu erleichtern“, kommentierte ein Vertreter von Sharp. „Wir wollen automatische Kochtöpfe zum neuen unverzichtbaren Bestandteil machen“.

MA, TJT, Kyodo

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