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Home News Wirtschaft Zuckerfreies Bier soll in Japan neue Käufergruppen ansprechen

Die großen Hersteller hoffen, so neue Märkte für ihre Getränke zu eröffnen

Zuckerfreies Bier soll in Japan neue Käufergruppen ansprechen

Zwei der vier führenden Bier-Hersteller in Japan wollen dazu übergehen Biere, ohne Zucker in Masse zu produzieren. Auf diese Weise sollen japanische Bier-Liebhaber angesprochen werden, die vermehrt zu Hause trinken. Gleichzeitig wird der Markt für gesundheitsbewusste Genießer immer größer und lukrativer.

Der Hersteller Suntory stellt demnächst ein neues alkoholhaltiges Getränk vor, dass 5,5 Prozent Alkohol und einen erfrischenden Nachgeschmack bietet. Die Kirin-Brauerei stellte im letzten Herbst eine Kreation vor, die nur vier Prozent Alkohol enthält und als Wegbereiter für eine völlig neue Art Biere gilt.

Suntory und Kirin setzen auf zuckerfreie Biere

Wegen der fortschreitenden Pandemie wurden auch in Japan viele Bars und Lokale geschlossen, weswegen die Menschen dazu übergingen, ihr Feierabend-Bierchen allein zu Hause zu genießen. Die Brauereien haben ebenfalls bemerkt, dass die Japaner in der Pandemie vermehrt auf ihre Gesundheit achten und wollen diese potenziellen Kunden ebenfalls ansprechen.

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Die Zugabe von Zucker ist traditionell ein bedeutender Bestandteil des Brauens. Deswegen gilt es als technisch schwierig, den gesamten Zucker, der während der Gärung entsteht, aus dem fertigen Produkt zu entfernen.

Suntory erklärte Anfang 2020, dass man am 13. April mit dem Verkauf eines zuckerfreien Biers in Dosen beginnen wolle. Die neue Sorte wird unter dem Label „Perfect Suntory Beer“ vertrieben. Der Hersteller geht davon aus, dass die Dosen im Handel für 198 Yen (etwa 1,50 Euro) erhältlich sein werden.

Bier ohne Zucker
Suntory stellt neue Sorte vor Bild: Suntory Beer

Die Verbindung des Firmennamens mit dem Wort „perfekt“ soll das neue zuckerfreie Bier auf ewig mit dem Namen Suntory verbinden. Suntory will mit seiner neuen Sorte einen völlig neue Ära im Bereich der Standardbiere einläuten, das zumindest erklärten die Verantwortlichen im Februar bei einer offiziellen Online-Konferenz zur Einführung der neuen Sorte. Bis Dezember 2021 will der Hersteller 2,3 Millionen Paletten „Perfect Suntory Beer“ ausliefern.

Imitaten liefen bisher eher erfolglos

Verschiedene Bier-Imitate versucht bereits den Zucker zu reduzieren oder ihn ganz wegzulassen, allerdings muss viel mehr Malz verwendet werden, um den Geschmack zu erhalten, nachdem der Zucker im Prozess eliminiert wurde. Während des Brauens wird Stärke mithilfe von Malz-Enzymen in Zucker umgewandelt. Später wird der Zucker mit Hefe zu Alkohol und Kohlensäure abgebaut. Allerdings verbleibt ein Rest Zucker im fertigen Getränk, da die Hefe nicht alles vollständig auflösen kann.

Suntory beschloss, seinen Gärungsprozess so zu gestalten, dass die Hefe den Zucker effizienter abbaut und durch Verlängerung des Vorgangs der Hefe dafür mehr Zeit zu geben. Insgesamt dauerte es fünf Jahre bis im „Perfect Suntory Beer“ kein Zucker mehr enthalten war.

Kirin, ein weiterer Platzhirsch auf dem japanischen Bier-Markt, brachte im Oktober 2020 ein zuckerfreies Produkt unter dem Label Ichiban Shibori auf den Markt. Die Kreation erwies sich als so beliebt, dass sich innerhalb von viereinhalb Monaten knapp 2,5 Millionen Kisten verkaufen ließen. Die guten Zahlen wurden nicht nur durch eine steigende Anzahl von Menschen erreicht, die zu Hause trinken. Auch Änderungen im Steuersystem für Spirituosen erlaubten es, Biere günstiger anzubieten.

Kirins neue Sorte ohne Zucker Bild: Asahi Shimbun Takumi Wakai

Auch Kirin brauchte allerdings fünf Jahre bis sein neues Produkt marktfertig war. Das Unternehmen erklärte, dass man wegen der Auswahl der richtigen Zutaten bis hin zur Festlegung der erforderlichen Bedingungen mehr Prototypen erstellte als bei allen anderen Kreationen. Gleichzeitig wollte man auf keinen Fall ein Produkt veröffentlichen, dass kein zufriedenstellendes Geschmacksniveau erreichte.

Asahi und Sapporo folgen dem Trend nicht

Die beiden anderen großen Brauereien in Japan, die Brauerei Asahi und die Sapporo Brewery ließen bisher keine ähnlichen Pläne verlauten. Zwar stellten Sapporo und Asahi 2008 und 2016 Zucker-reduzierte Biersorten vor, die allerdings bald wieder vom Markt genommen wurden, da man damals keine Stammkäufer-Gruppe für diese Kreationen erwartete.

Auf Anfrage erklärte Asahi, dass das Unternehmen auch weitere zuckerfreie Biere in Erwägung ziehe, wenn man den Kunden einen adäquaten Geschmack anbieten könne. Auch Sapporo erklärte, dass man verschiedene Möglichkeiten abwägt, aber im Moment keine dieser Optionen spruchreif sein.

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