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Zurückgebliebene Händler des Tsukiji-Marktes wollen Touristen anlocken und gleichzeitig treue Kunden halten

Vor sechs Monaten zog der bekannte Tsukiji-Fischmarkt um. Jetzt schlossen sich Einzel- und Großhändler aus dem Außenbereich, die zurückblieben, zusammen um nicht nur die bekannten Käufergruppen zu halten, sondern auch neue zu akquirieren.

Mit Hinweisschildern machen die Händler des „Tsukiji Jogai Shijo“ deutlich, dass sie am alten Standort bleiben, obwohl der Fischmarkt nach 80 Jahren in den Stadtteil Toyosu umgezogen ist. Die Händler des Außenbereichs blieben ihrem Standort auch nach dem Oktober 2018 treu.

Bisher erfreut sich der alte Außenbereich großer Beliebtheit. In den kleinen Straßen und Gassen sind immer noch zahlreiche Touristen anzutreffen. Vor allem die Straßen-Restaurants, die traditionelle Gerichte anbieten, können sich über einen regen Zulauf freuen.

Trotzdem kämpfen viele alteingesessene Unternehmen mit einem Gefühl des Verlusts und der ungewollten Veränderungen. Das Wegbleiben japanischer Besucher schlägt den Händlern aufs Gemüt. Viele Kunden reagieren überrascht, wenn sie feststellen, dass noch viele Geschäfte im Außenbereich des ehemaligen Tsukiji-Marktes offen sind.

Im Gegensatz zum modernen Toyosu konnte sich der zurückgebliebene Außenmarkt seinen rustikalen Charme erhalten. Noch immer dominieren Holzbauten die engen Straßen. Erst langsam fangen die Besucherzahlen an sich zu erholen. Vor allem ausländische Besucher entdecken die übrig gebliebenen Geschäfte für sich.

Im Jahr 2000 eröffnete die Tsukiji-Shijo Station der Toei U-Bahn Linie Oede und machten Touristen den Außenbereich des Markts zugänglich. In den Medien wurden nicht nur der Fischmarkt selbst, sondern auch die Läden des Außenbereichs vorgestellt und den Menschen zugänglich gemacht. Der ursprünglich als Bereich für Fachbesucher geplante Außenmarkt wurden zum Besuchermagnet.

In den Straßen und Gassen konnten Köche und Händler die passenden Gewürze und Zutaten zu den Fischen finden, die sie auf dem Fischmarkt erwarben. Die Fachgeschäfte boten Artikel für jeden Geschmack. Viele professionelle Einkäufer blieben ihren bekannten Läden treu, selbst nachdem der Markt umgezogen war.

Viele Einkäufer monieren, dass die anderen Geschäfte in Toyosu fehlen, die man vom alten Fischmarkt kannte. Deswegen nehmen viele den zwei bis drei Kilometer langen Weg zum alten Tsukiji-Außenmarkt auch heute noch auf sich. Während sich die beiden Märkte vorher gegenseitig ergänzten, müssen sie nun lernen, auch voneinander getrennt zu funktionieren.

Tsukiji von Außen
Bild: Shiro Nishihata

Die meisten Händler passten ihre Öffnungszeiten den weiteren Wegen an oder schlossen Kooperationen mit einzelnen Groß-Kunden, die sie direkt mit ihren Produkten beliefern. Auch Restaurants und Geschäfte nahe dem Toyosu-Markt gehören zu diesen Abnehmern. Das bedeutet für die Händler Mehrkosten in Höhe von etwa einer Million Yen (8.000 Euro). Dank dieser Maßnahmen ging der Umsatz zwar nicht zurück, allerdings stiegen die Ausgaben, zum Beispiel für Lieferdienste und Personal.

Die Stadtregierung schlug im Januar den Bau eines großen Veranstaltungsortes am Standort des ehemaligen Tsukiji-Marktes vor. Dieser soll Platz für bis zu 25 Millionen Besuchern pro Jahr bieten. Die Ladenbesitzer des Außenmarktes hoffen so, sowohl ihre bekannte Kundschaft zu halten als auch neue Käufer anzulocken.

Ein im November 2016 im Chuo-Distrikt neu eröffneter Komplex namens Tsukiji Uogashi dient ebenfalls zur Stützung des Außenmarktes. Dort kaufen vorrangig professionelle Köche ein. Derzeit sind rund 60 Zwischenhändler für Meeresprodukte und Fisch dort zu finden. Auch hier haben die Profis Vorverkaufsrecht.

Anschließend haben auch alle anderen Besucher Gelegenheit sich durch das breite Angebot zu shoppen. Einige der Zwischenhändler äußerten Bedenken, dass die Touristen, die professionellen Käufer stören könnten und wollen lieber andere Wege suchen, mehr Kunden für ihre Waren zu begeistern.

Mehr Touristen würden die Straßen verstopfen und somit die Lieferanten und Lieferservices behindern. Deswegen wollen viele eine strikte Trennung zwischen Besuchern und Fachkäufern durchsetzen.

Quelle: AS

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