• News
Home News Wissenschaft Japanischer Gelehrter verliert nach Plagiatsvorwürfen seinen Job
Anzeige

Japanischer Gelehrter verliert nach Plagiatsvorwürfen seinen Job

Eine private japanische Bildungseinrichtung feuerte vor wenigen Tagen nach Plagiatsvorwürfen ihren Leiter. Dieser soll Buchpassagen in seinem Werk über die Weimarer Republik abgeschrieben haben.

Tomokai Fukai, der eine Reihe bekannter und preisgekrönter wissenschaftliche Werke zur christlichen Theologie veröffentlicht hat, geriet bereits vor einiger Zeit in Verdacht, von anderen abgeschrieben zu haben. Ein anderer Wissenschaftler äußerte im letzten Jahr Zweifel an den verwendeten Materialien, die Fukai für ein 2012 herausgegebenes Buch über das Verhältnis zwischen deutschem Nationalismus und Protestantismus während der Weimarer Republik verwendete.

Die Toyo Eiwa Jogakuin ist eine Bildungseinrichtung für Mädchen mit Sitz in Minato, einem Stadtteil von Tokyo. Vom Kindergarten bis zur Universität können junge Frauen sich dort ausbilden lassen. Die Schule gründete einen internen Untersuchungsausschuss, um die Vorwürfe gegen ihren Vorsitzenden zu klären.

Das Komitee gab am 10. Mai 2019 bekannt, dass das Buch aus dem Jahr 2012 zahlreiche Beispiele für Plagiate aufweist. Fukui führte in seinem Werk andere Wissenschaftler an, die es nachweislich nicht gibt. Einen Referenzartikel, auf den sich der Autor in seinem Werk immer wieder beruft, hatte er nur erfunden. Die Verantwortlichen fanden insgesamt 10 Fälle von Plagiaten, die Fukui ohne Nennung von anderen Wissenschaftlern abgeschrieben hatte.

Der Vizepräsident der Toyo-Eiwa-Schule, der dem Untersuchungsausschuss vorstand, nannte Fukuis Werke eine reine Kopie. Er zeigte sich außerdem verärgert über die Art und Weise, in der Fukui die Ermittlungen behinderte. Immer wieder legte er angeblich Referenzen vor, die das Komitee prüfen musste, um sie hinterher wieder zu verwerfen. Die Hinhaltetechnik habe die Arbeit des Ausschusses erschwert und in die Länge gezogen.

Verlage und Auszeichnende warten ab

Fukui führte auch einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 2015 in die Untersuchung ein. Der deutsche Theologe, der diesen angeblich verfasst hatte, existiert aber ebenfalls nicht. Iwanami Shoten Publishers, die das Buch seit 2012 veröffentlichte, hat die Herausgabe bereits eingestellt. Auch ein Magazin aus dem Jahr 2015 mit Artikeln Fukuis wurde aus dem Verkehr gezogen. Der Verlag erklärte das weitere Vorgehen mit diesem Magazin von den Ergebnissen der Plagiats-Untersuchungen abhängig zu machen.

Buch mit Plagiaten
Bild: Iwanami Shoten

Ein weiteres Buch von Fukui über den Protestantismus erhielt 2018 den Yomiuri-Yoshino-Sakuzo-Award. Die Yomiuri Shinbum Group, die den Preis sponsort, erklärte ebenfalls sein Experten-Komitee, das die Preisträger ernennt, über das weitere Vorgehen zum Thema Fukui zu konsultieren.

Fukui reichte am 11. März bereits seinen Rücktrittsantrag ein. Gleichzeitig erklärte er in den Ruhestand treten zu wollen. Der Gelehrte sagte, er akzeptiere die Ergebnisse der Untersuchung und würde die notwendigen Überarbeitungen und Korrekturen seines Werkes so bald wie möglich in Angriff nehmen.

Quelle: AS

Unser Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Anzeige

Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück