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Keio Universität Japan startet Stammzellen-Therapie für beschädigtes Rückenmark

Universität ist bereit, weltweite erste Behandlung durch zu führen

In der japanischen Keio Universität beginnt bald die erste Therapie für Rückenmarksverletzungen. Dafür verwenden sie sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (ipS-Zellen).

Wenn der Staat die Genehmigung gibt, plant die Universität, vier Testpersonen neutrale Stammzellen zu injizieren. Diese sind mindestens 18 Jahre alt und erlitten ihre Verletzungen beim Sport oder in Verkehrsunfällen. Bei den genutzten Stammzellen handelt es sich um speziell gezüchtete ipS-Zellen. Sie sind Vorformen aller Körperzellen und können sich somit zu jeder beliebigen Zelle entwickeln (pluripotent). Die exakte Bedeutung des Wortes ist „viele Entwicklungsmöglichkeiten in sich tragend“ (Quelle: Duden). Induziert heißen sie, weil sie von außen durch die Zugabe von Genen neu „programmiert“ werden. So können aus normalen Zellen ipS-Zellen entstehen. Diese sind dann in der Lage, sich in jede beliebige benötigte Zelle weiter zu entwickeln und so verlorenes Gewebe, wie bei einer Schädigung des Rückenmarks, neu zu bilden.

Ein Team der Keio Universität erschafft bald zum ersten Mal neurale Stammzellen aus ipS-Zellen. Diese frieren die Forscher zu Konservierungszwecken ein. Wenn ein Patient zu ihnen kommt, der seine Motorischen Fähigkeiten oder das Gefühl in Teilen des Körpers aufgrund einer Rückenmark-Verletzung verlor, wollen die Forscher ihm oder ihr die Stammzellen injizieren. Jedoch ist bisher nur die Behandlung innerhalb der ersten vier Wochen nach einem solchen Unfall erfolgversprechend. Denn nur dann können die Nerven angeregt werden, sich zu regenerieren. Leiter dieses Teams, das den ersten Schritt in einer so wichtigen Behandlung tut, ist Hideyuki Okano, Professor für Medizin.

Die Uni unterstützt die Behandlung mit ips-Stammzellen bisher nur vorläufig

Bisher ist die Unterstützung für weitere Forschung auf dem Gebiet der Stammzellen-Forschung und -Nutzung noch nicht fest für die Zukunft geplant. Vor allem bleibt sie weiterhin vollständig offen in Bereichen der Behandlung von Patienten in einem chronischen Zustand, oder die bereits für einen längeren Zeitraum mit den Folgen von Rückenmark-Verletzungen leben müssen. Doch das Team will weiterhin versuchen, an Therapien für diese Patienten zu arbeiten, wie Quellen berichteten.

Am Freitag berichtete die Kyoto Universität, dass sie die weltweit erste Transplantation von ipS-Zellen als Nervenzellen durchführten. Diese soll eine Behandlung für die Parkinsonkrankheit ermöglichen. Außerdem will die Universität beginnen, Tests zur Bluttransfusion mit Blutplättchen aus Stammzellen durchzuführen. Diese sollen helfen, aplastische Anämie zu behandeln. Diese Krankheit ist eine besondere Form der Blutarmut. Sie kombiniert Knochenversagen und eine generelle Abnahme aller Zellen, aus denen Blut besteht. Viele dieser Krankheiten konnten bisher nicht oder nicht richtig therapiert werden. Und viele Behandlungsformen nutzten Embryonalzellen, die ein heftiges ethisches Streitthema darstellen.

Neben anderen Anwendungen von ipS-Stammzellen zur Gesundheitstherapie in Japan führte eine andere weltweit erste Transplantation von Zellen durch. Dabei handelte es sich um Retinazellen, die aus den Stammzellen gewonnen wurden. Ärzte nutzten sie, um die schwerwiegenden Augenprobleme eines Patienten zu behandeln. Die Osaka Universität plant, Herzmuskelzellen, die sie aus ipS-Zellen gewannen, in die Herzen von Patienten zu implantieren, die an gefährlichen Herzfehlern leiden. Die Shinya Yamanaka Universität aus Kyoto gewann sogar den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin im Jahr 2012 für ihre Entdeckung der ipS-Zellen. Denn sie sind ein sehr vielversprechendes Mittel für die Medizin der Zukunft.

Quelle: Mainichi

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