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Frauen werden traditionell in Japan diskriminiert

Wissenschaftlerin nennt Japans Geschlechterproblem menschliche Katastrophe

Immer wieder kommt es in Japan zu Fällen von Sexismus, über die in der ganzen Welt gesprochen wird.

Nun erhielt eine Forscherin, die sich mit Feminismus beschäftigt, in Finnland eine Auszeichnung für ihre unermüdliche und furchtlose Arbeit für die Gleichstellung der Geschlechter.

Durch ihre Forschung, Bücher und Aktivitäten hat die Wissenschaftlerin kontinuierlich Debatten zu Themen wie Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und sexueller Gewalt ausgelöst.

Selbst in der besten Universität Japans gibt es Geschlechterprobleme

Im April hielt sie eine leidenschaftliche und sehr offene Rede, bei der Immatrikulationszeremonie an der Universität Tokyo, in der sie sagte, dass die beste Universität des Landes nicht vor Geschlechterproblemen gefeit sei und wie jede größere Institution die Tendenz der Gesellschaft widerspiegele, Frauen zu diskriminieren.

Die 70-jährige Wissenschaftlerin, die auch Leiterin des NPO Women’s Action Network ist, wies darauf hin, dass weniger als 20 Prozent der Studierenden an der Universität von Tokyo weiblich sind. Dies trotz zahlreicher Beweise dafür, dass weibliche Bewerber höhere Standardwerte aufweisen als ihre männlichen Konkurrenten.

Ein Grund für diese geschlechtsspezifische Diskriminierung ist die Investitionsentscheidungen japanischer Eltern. Traditionell wird von Söhnen erwartet, dass sie die Universität besuchen, während Töchter häufig an Junior Colleges eingeschrieben sind. Sogar Todai-Studentinnen fühlen sich gezwungen, sich den japanischen sozialen Normen anzupassen.

Sie verwies auch auf ein Strafverfahren, in dem fünf männliche Studenten eine Studentin, die eine private Universität besuchte, sexuell missbraucht hatten. Einer der Angeklagten sagte während seiner Gerichtsverhandlung, er habe auf Frauen herabgesehen, weil sie „dumm“ seien.

Die Wissenschaftlerin sagte, Diskriminierung von Frauen in Japan sei die Folge von politischen Fehlern in den letzten Jahrzehnten und damit „eine menschliche Katastrophe“.

Immer mehr Fälle von sexueller Belästigung und Diskriminierung von Frauen werden bekannt

2018 war in Japan ein Jahr, in dem eine ganze Reihe von Fällen sexueller Belästigung und Diskriminierung von Frauen bekannt geworden sind. Darunter auch die Diskriminierung bei der Beurteilung von medizinischen Aufnahmeprüfungen und die sexuelle Belästigung einer Journalistin durch einen hochrangigen Politiker.

Zurzeit kämpfen viele Frauen in Japan gegen Kleiderordnungen in Unternehmen, die sie dazu zwingen Schuhe mit hohen Absätzen zu tragen. Um das ziel zu erreichen wurde eine Petition beim japanischen Arbeitsministerium eingereicht, die allerdings einen Tag später vom Arbeitsminister abgewiesen wurde.

Seine Antwort zeigte, dass in Japan noch sehr viel getan werden muss, damit die Diskriminierung von Frauen beendet wird.

Arbeitsmarkt attraktiver für Frauen machen

Angesichts des Bevölkerungsrückgangs und dem Arbeitskräftemangel, will Japans Premierminister Shinzo Abe, den Arbeitsmarkt in Japan für Frauen attraktiver machen.

Dafür wurde im Mai ein Maßnahmenpaket beschlossen, das allerdings keine Strafen bei Verstößen vorsieht.

2017 rund 72.000 Fälle von sexueller Belästigung oder Mobbing am Arbeitsplatz

Die Zahl der Fälle von Mobbing und Machtmissbrauch an Arbeitsplätzen, die den Arbeitsämtern gemeldet wurden, belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf rund 72.000 und erreichte zum sechsten Mal in Folge ein Rekordhoch.

Auch 2018 wird sich die Zahl nicht spürbar ändern, allerdings erregen diese Fälle immer mehr die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

Quelle: AS, JT, MA

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