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Mordfall ist immer noch nicht mit Militär beigelegt

Witwer kämpft nach der Ermordung seiner Frau für faire Strafverfolgung von US-Soldaten in Japan

Seit Kriegsende gibt es in Japan US-Truppen. Während die Regierung die militärische Zusammenarbeit schätzt, haben die Truppen bei der Bevölkerung keinen guten Ruf. Das liegt vor allem an den zahlreichen, teilweise schweren Verbrechen, die von Soldaten in Japan begangen wurden und für die sie nur unter Schwierigkeiten zur Rechenschaft gezogen werden. Der Ehemann einer ermordeten Frau aus Kanagawa kämpft deswegen seit Jahren für Gerechtigkeit.

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Am 3. Januar 2006 sagte Masanori Yamazaki seiner Frau Yoshie Sato auf Wiedersehen, als diese Morgen zur Arbeit in Yokosuka ging. Das Paar war bereits unter dem Common Law verheiratet und plante eine formelle Hochzeit. Drei Monate zuvor waren sie zusammen gezogen und freuten sich auf die Flitterwochen im Ruhestand.

Betrunkener Matrose wollte nur die Handtasche stehlen

Die 56-Jährige verließ jedoch zum letzten Mal das Haus und würde nicht heimkehren. Sato wurde auf offener Straße von einem 36 Jahre alten betrunken US-Navy Soldaten brutal ermordet. Er schlug sie zuerst nieder und trat anschließend so lange und heftig auf sie ein, sodass ihre inneren Organe zerstört wurden. Der Grund für den Mord: Er wollte den Inhalt ihrer Handtasche haben, da er sein Geld verprasst hatte.

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14 Jahre später verfolgt Yamazaki die Geschichte immer noch und er setzt sich dafür ein, dass die japanische Regierung und die US-Regierung Verantwortung für diese Verbrechen der Soldaten tragen. Kurz nach der Ermordung seiner Frau entschuldigte sich nur ein Beamter der Behörde für Verwaltung von Verteilungsanlagen für den Vorfall. Vom US-Militär kam nie eine Reaktion.

Der Beamte versprach dabei, das sie auf der Seite des Opfers stehen. Am Ende vertraten sie nur die Position des US-Militärs und ließen Yamazaki alleine. Schnell bemerkt er, dass das Japan-U.S. Status of Forces Agreement (SOFA) nicht das ist, was es vorgibt zu sein. Eigentlich soll es dafür sorgen, dass das US-Militär in Japan für Verbrechen zu Rechenschaft gezogen werden kann. Das ist jedoch nicht so einfach, wie viele glauben.

Auslieferung von Tätern liegt im Ermessen der USA

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Damit ein Soldat auf japanischen Boden angeklagt werden kann, muss ihn das Militär erst den japanischen Behörden übergeben. Allerdings nur, wenn die Person bereits angeklagt wird, was nur nach Ermittlungen sowie Befragungen möglich ist und auch dann wird die Angelegenheit oft hinausgezögert. Im Fall von Sato wurde der Matrose ohne Anklage übergeben, aber nur aus mitfühlender Rücksichtnahme, wie das US-Militär es nannte.

Yamazaki und viele andere sehen es als empörend an, dass die Übergabe alleine im Ermessen der USA liegt. Noch wütender wurde Yamazaki jedoch nach einer Erklärung eines Offiziers der Navy. In ihr gab er an, dass er hofft, dass der tragische Todesfall zur Stärkung des japanisch-amerikanischen Bündnisses beiträgt. Eine undenkbare Aussage für den Witwer, denn seine Frau sei nicht für die Allianz zwischen den Ländern ermordet worden.

Trotz der Probleme erfuhr Sato am Ende Gerechtigkeit. Der Mörder wurde von einem japanischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Das reichte Yamazaki jedoch nicht. Er reichte gegen beide Regierung eine Klage wegen Verletzung der Aufsichtspflicht ein. Sieben Jahre später stimmte ihm der Oberste Gerichtshof Japans zu, dass der Seemann haftbar für den Schaden ist. Allerdings wurde festgehalten, dass keine der beiden Regierungen dafür verantwortlich ist.

US-Militär will Mord totschweigen

Da jedoch entschieden wurde, dass der Mörder Schadensersatzs zahlen muss, sollte er es direkt zahlen. Dazu kam es nicht. Nach dem Urteil erhielt Yamazaki eine Beilegung. Er sollte es unterschreiben, damit die USA und der Soldat von jeglicher weiteren Haftung befreit werden. Da der Mörder nicht die Mittel zum Bezahlen der Entschädigung hatte, wollte das US-Militär Yamazaki ein Beileidsgeld bezahlen. Der Betrag betrug jedoch nur 40 Prozent der eigentlichen Summe.

Yamazaki weigerte sich das Dokument zu unterschreiben. Er sah nicht ein dem Mörder zu vergeben, der sich nicht entschuldigt hatte. Der Fall sorgt für so großes Aufsehen, dass er beim japanischen Parlament landete und der damalige Verteidigungsminister versprach, die US zu einer Korrektur ihre Reaktion zu drängen.

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Am Ende wollte Yamazaki 2017 die Beilegung doch noch unterschreiben. Jedoch mit der Bedingung, dass die Immunitätsklause gestrichen wird. Seit dem hat sich jedoch nichts mehr getan und beide Seiten schweigen seit Jahren. Für Yamazaki ist damit der Kampf noch lange nicht vorbei und er wartet weiter auf Gerechtigkeit.

Soldaten werden weiter schlimme Dinge tun

Yamazaki denkt noch heute über den Tod seiner Frau und die Ungerechtigkeit bei der Verfolgung von Verbrechen des US-Militärs nach. Solange SOFA nicht fair ist, will er aus dem Grund weiter kämpfen und seine Geschichte erzählen. Das Militärpersonal würde den Schmerz ihrer Taten nicht fühlen, so der 72-Jährige. Es sei der Grund, wieso sie weiter schlimme Dinge tun, die nicht wirklich verfolgt werden.

Das Verteilungsministerium wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern. Sie gaben nur an, dass sie mit dem US-Militär zusammen gearbeitet haben. Details können sie jedoch nicht nennen, da es negativen Einfluss auf die Beziehung der Länder haben kann. Auch die USA bleibt stumm und scheint eher Interesse daran zu haben, denn Fall endlich zu den Akten legen zu können.

MS

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