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Steuer soll helfen

Wohnen in Kyoto wird immer teurer

Wohnen in Japans Kulturhauptstadt Kyoto wird immer teurer, die Stadtverwaltung befürchtet, dass dadurch junge Menschen die Stadt verlassen, da sie sich die explodierenden Preise nicht mehr leisten können.

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Die Nachfrage nach Immobilien in der Stadt steigt an, nicht nur in Japan, sondern auch im Ausland. Branchenexperten gehen mittlerweile davon aus, dass die Preise bald die finanziellen Mittel eines japanischen Durchschnittshaushalts übersteigen werden.

Wohnungen als Zweitwohnsitz oder Investitionsobjekt

Viele Wohnungen in Kyoto werden zudem als Investition gekauft und bleiben oft leer. Zudem kaufen viele wohlhabenden Menschen Wohnungen als Zweitwohnsitz, der aber kaum genutzt wird.

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Da der verfügbare Wohnraum daher immer weniger wird, sind die Sorgen der normalen Einwohner, die dauerhaft in Kyoto leben möchten, groß.

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Aus der Befürchtung heraus, dass die Steuereinnahmen der Stadt dadurch schrumpfen und junge Menschen in andere Städte ziehen, in denen Wohnungen erschwinglicher sind, soll im Haushaltsjahr 2026 eine Steuer eingeführt werden, die für leer stehende Wohnungen gezahlt werden muss. Dies schließt auch Wohnungen mit ein, die als Investitionsobjekt gekauft wurde.

„Durch die Besteuerung von Wohnungen und Häusern, die nicht bewohnt sind, hoffen wir, die Eigentümer zum Verkauf oder zur Vermietung dieser Immobilien zu bewegen und den Wegzug von Bewohnern zu verhindern, insbesondere von solchen, die kleine Kinder großziehen“, so ein Sprecher der Stadt.

Die geplante neue Steuer zielt auf unbewohnte Häuser mit einem Wert von 1 Million Yen (ca. 7.006 Euro) oder mehr ab. Der Schwellenwert wird fünf Jahre nach Einführung der Steuer auf 200.000 Yen (ca. 1.400 Euro) gesenkt.

Eine leere 100-Quadratmeter-Wohnung in einem Hochhaus in der Innenstadt von Kyoto wird den Eigentümer voraussichtlich rund 940.000 Yen (ca. 6.585 Euro) pro Jahr an zusätzlichen Steuern kosten.

Ausnahmen gelten für die traditionellen „Kyo-machiya“-Stadthäuser aus Holz sowie für gewerblich genutzte Häuser, wie zum Beispiel Geschäfte.

Die Stadtverwaltung wird prüfen, ob eine Wohnung tatsächlich bewohnt ist, unabhängig davon, ob es ein offizielles Einwohnerregister gibt oder nicht.

Kyoto ist damit die erste Stadt in Japan, die eine umfassende Steuer auf unbewohnte Wohnungen und Häuser erhebt. Die Stadt Atami hat vor einigen Jahren eine ähnliche Steuer eingeführt, begrenzt diese aber nur auf Villen.

Preise für Wohnungen steigen besonders stark in Kyoto an

Obwohl die Preise für Wohnungen in städtischen Gebieten in ganz Japan steigen, zeigen die Statistiken, dass der Anstieg in Kyoto besonders stark ist.

Laut einer Studie des Real Estate Economic Institute (REEI) lagen die Preise für Einheiten in neuen Wohngebäuden in Kyoto im Geschäftsjahr 2021 bei 865.000 Yen (ca. 6.061 Euro) pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Wert des Geschäftsjahres 2018 entspricht.

Dabei ist das Angebot begrenzt, da nach einer Verordnung aus dem Jahr 2007 Gebäude nicht höher als 31 Meter sein dürfen. Dies schließt den Bau von Hochhäusern aus.

Nach einer im Juli veröffentlichten Erhebung der nationalen Steuerbehörde sind die höchsten Grundstückspreise in einigen Innenstadtgebieten von Osaka und Kobe im zweiten Jahr in Folge gesunken. In allen Steuerbezirken Kyotos stiegen die Preise jedoch wieder an oder blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

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