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Opfer reagieren mit Wut auf Freispruch

Wut in Japan nach dem Freispruch von TEPCO-Führungskräften steigt

Die Wut in Japan über den Umgang mit dem Atomunfall in Fukushima Daiichi ist nach dem Freispruch von drei Verantwortlichen der Betreiberfirma TEPCO noch einmal gestiegen.

Als der Richter gestern das Urteil verlas, unterbrach ihn eine Frau, die „unglaublich“ durch den Gerichtsaal rief.

Freispruch hinterlässt Wut und Verstörung bei den Opfern

Mehr als acht Jahre nach dem schlimmsten Atomunfall seit Tschernobyl wurden nur drei Personen strafrechtlich verfolgt. Ihr Freispruch am Donnerstag hat Wut und Verstörung bei den Opfern der Katastrophe hinterlassen.

„Es ist extrem, extrem frustrierend“, so eine Anwesende, die nach der Katastrophe in Fukushima evakuiert wurde.

„Wir können es nicht verstehen“, sagte eine ältere Dame, die mit gebrochener Stimme zu einer Menge sprach, die sich vor dem Gerichtsgebäude versammelt hatte. „In diesen achteinhalb Jahren mussten so viele Menschen ihre Häuser verlassen und sie können nicht mehr zurück. Sie können auch nicht entscheiden, wo sie wohnen sollen. Wie würdest du dich fühlen, wenn dein Haus heute weggenommen werden würde?“

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Untersuchungen zur Kernschmelze in Fukushima Daiichi wieder aufgenommen

Das Erdbeben, das einen Tsunami auslöste, der das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi am 11. März 2011 überschwemmte und so eine Kernschmelze auslöste, hat mehr als 18.500 Menschen getötet.

Zwar wurde niemand offiziell durch den Atomunfall getötet, aber mehrere tausend Menschen wurden evakuiert. Teile der Region bleiben bewohnbar und es ist nicht klar, für wie lange.

TEPCO-Führungskräfte müssen strafrechtlich belangt werden

„Ich könnte nicht wütender sein“, so ein Mann, der in Fukushima wohnte, bei einer Kundgebung, nachdem das Urteil gesprochen wurde. „Wir können nicht zu unserem normalen Leben zurück. Diejenigen, die zu dieser Zeit an der Spitze des Unternehmens (TEPCO) standen, müssen strafrechtlich belangt werden!“

Bereits der Weg zum Strafverfahren war schwierig. Die Staatsanwaltschaft lehnte es zweimal ab, den Fall vor Gericht zu bringen und führte an, dass es unzureichende Beweise gebe und eine Verurteilung unwahrscheinlich sei.

2015 entschied ein Bürgergremium, dass die drei TEPCO-Mitarbeiter vor Gericht gestellt werden sollten und zwangen die Staatsanwaltschaft, den Fall zu verfolgen.

Im Urteil am Donnerstag stellten die Richter fest, dass das Ausmaß des Tsunami nicht vorhergesagt werden konnte und wiesen darauf hin, dass die Regierung keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen angeordnet hatte.

Die Staatsanwaltschaft hat allerdings noch die Möglichkeit, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Es ist allerdings fraglich, ob sie das auch tun wird.

Quelle: TJ, AS

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